Am 21. Juli 2026 hat in Donostia-San Sebastián ein Restaurant eröffnet, bei dem man zu Recht froh sein darf, dabei gewesen zu sein: Miga. Dort in der Prim 34 im Stadtteil Centro, wo sich vor nicht allzu langer Zeit noch das italienische Da Filippo von Paulo Airaudo befunden hat, hat sich heimlich, still und leise – und dafür mit einer umso bemerkenswerteren Energie – etwas ganz Besonderes niedergelassen.
Hinter Miga steht Leandro Gil, Sternekoch aus dem navarresischen Tudela. Sein Pop-up an der Prim 34 bleibt nur bis zum Jahresende 2026 – ein vergängliches Projekt mit tiefen Wurzeln. In einem zeitlosen, schicken Ambiente versammeln sich Know-how, Tradition und Produkt zu einem kosmisch energetischen Ganzen. Denn auch Vergängliches kann Spuren hinterlassen.
Miga auf einen Blick
- Konzept: Pop-up-Restaurant – geöffnet nur bis zum Jahresende 2026
- Küche: Traditionelle Küche, aus heutiger Perspektive neu interpretiert; Saisonalität, Produktqualität und Technik im Dienst des Geschmacks
- Koch: Leandro Gil (Michelin-Stern 2019), gebürtig aus Tudela in Navarra
- Lage: Prim 34, Centro, Donostia-San Sebastián (frühere Adresse von Da Filippo)
- Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag, jeweils mittags und abends
- Preisniveau: Vorspeisen ab 4,50 €, Hauptgerichte 21–30 €, Desserts ab 8,50 € – zu zweit mit einer Flasche Schaumwein rund 137 €
- Reservierung: empfohlen – Miga ist bereits reservierbar
- Ideal für: alle, die außergewöhnliche baskisch-navarresische Küche auf Zeit erleben wollen
- Name: „Miga“ bedeutet auf Spanisch „Krümel“ – eine charmante Untertreibung, wenn man einmal hier gegessen hat
- Zuletzt besucht: Juli 2026
Ein Pop-up mit Wurzeln an der Prim 34
Angesichts der vielen Neueröffnungen in der Gastronomieszene von Donostia fällt es oft schwer, den Überblick zu behalten. Umso ungewöhnlicher ist ein Projekt wie dieses: Miga hat erst in dieser Woche eröffnet – und wird bereits nach weniger als sechs Monaten wieder schließen. Das Lokal in der Calle Prim 34 wurde eigens für dieses zeitlich begrenzte Konzept umgebaut und rückt saisonale Produkte, hochwertige Zutaten und moderne Kochtechnik in den Mittelpunkt.

„Ein vergängliches Projekt. Eine Küche mit Wurzeln“, heißt es auf der Website. „Manche Projekte entstehen, um zu bleiben. Andere, um einzigartig zu sein. Bis zum Jahresende verwandelt Leandro Gil die Prim 34 in einen Ort, an dem die traditionelle Küche aus heutiger Perspektive neu interpretiert wird.“ Genau das spürt man vom ersten Moment an: ein zeitloses, schickes Ambiente, in dem sich Handwerk und Herkunft begegnen.

Leandro Gil – einer der spannendsten Köche Spaniens
Der heute 39-jährige Koch aus Tudela machte erstmals 2018 auf sich aufmerksam, als er bei Madrid Fusión zum „Koch des Jahres“ (Cocinero Revelación) gewählt wurde. Bereits ein Jahr später erhielt er während seiner Zeit im Restaurant La Biblioteca im Hotel Muga de Beloso in Pamplona einen Michelin-Stern – besonders bekannt für seine kreative Küche rund um das Gemüse seiner Heimat Navarra.
Seine Ausbildung absolvierte Gil in einigen der renommiertesten Restaurants Spaniens, darunter El Celler de Can Roca, Arzak und Akelarre. Mit Miga kehrt er nun an einen für ihn besonderen Ort zurück: nach San Sebastián. Reservieren kann man bereits – seine Türen schließt das Projekt jedoch endgültig zum Jahresende 2026.

Was wir im Miga gegessen haben
Auf der Karte stehen Klassiker der spanischen Küche wie Russischer Kartoffelsalat (Ensaladilla rusa), Cannelloni, geschmorte Schweinebäckchen (Carrilleras), Flan und Arme Ritter (Torrijas) – von Leandro Gil konsequent modern interpretiert. Was an unserem Abend auf den Tisch kam, war ein Streifzug durch Produkt, Tradition und Technik.
Den Auftakt machten zwei Ostras naturales zu je 4,50 € – pur serviert, ohne Beiwerk, mit dem Salz des Atlantiks als einziger Würze.

Es folgte der Pimiento cristal für 21,00 €: Kristallpaprika mit Frühlingszwiebeln, Bonito-Ventresca und Schmetterlingssardellen. Ein Teller, der ganz vom Produkt lebt – der Bauchlappen des Bonito bringt das Fett, die Sardelle die Salzkante, die Paprika die Süße.

Pochas, wie noch von der Großmutter gebunden: Die Pochas de Tudela mit Borretsch und einer Seehecht-Kokotxa für 25,00 € waren für uns ein Höhepunkt – und ein Gruß in Leandro Gils navarresische Heimat.

Als Hauptgang das Solomillo „Rossini“ für 30,00 € – ein Rinderfilet, das selbst Vegetarier dahinschmelzen ließe. Klassische Schule, sauber gebraten, mit einem Jus, der ohne Effekte auskommt.

Zum Abschluss der Flan mit Bauerneigelb für 8,50 €. Kein Konzept, keine Dekonstruktion – den hätte meine Großmutter kaum besser gemacht.

Begleitet wurde das Menü von einer Flasche Julia Bernet Brut Nature Exsum für 40,00 € – ein Schaumwein aus dem Penedès, der ohne Dosage auskommt und genau deshalb zu dieser Küche passt. Dazu ein San Pellegrino für 3,80 €.

Miga bedeutet auf Spanisch „Krümel“. Eine glatte Untertreibung, wenn man einmal hier gegessen hat. Hier wird wahrhaftig Großartiges geboten. Eskerrik asko!
🗣️ Mein Eindruck vor Ort
Ein Restaurant, das von vornherein ein Ablaufdatum hat, könnte sich leicht gehen lassen. Hier passiert das Gegenteil: Leandro Gil kocht, als hinge eine ganze Karriere an diesen sechs Monaten. Die Gerichte sind klassisch gedacht und ohne Umwege gebaut – Produkt, Handwerk, Punkt.
Als Weinhändler schaue ich zuerst auf die Karte. Der Julia Bernet Brut Nature war die richtige Begleitung: geradlinig, ohne Zuckerkante, genau die Säure, die Ventresca und Sardelle brauchen. Dass man hier für 40 € eine Flasche dieser Qualität bekommt, ist in Donostia keine Selbstverständlichkeit.
Unterm Strich standen für zwei Personen 137,30 € auf dem Beleg – Austern, zwei Vorspeisen, ein Hauptgang, ein Dessert, eine Flasche Schaumwein und Wasser. Für das, was auf den Tisch kam, ist das ein fairer Preis. Wer bis Jahresende in Donostia ist, sollte reservieren, solange es das Miga noch gibt.
Praktische Infos & Kontakt
📍 Miga
Prim Kalea 34
20006 Donostia-San Sebastián
Gipuzkoa · Spanien
📞 +34 662 555 525
✉️ info@migarestaurant.es
🍽️ Reservierung empfohlen – Tisch online reservieren →
🕐 Öffnungszeiten
| Montag | Geschlossen |
| Dienstag | Mittags & abends |
| Mittwoch | Mittags & abends |
| Donnerstag | Mittags & abends |
| Freitag | Mittags & abends |
| Samstag | Mittags & abends |
| Sonntag | Geschlossen |
⚠️ Pop-up mit begrenzter Laufzeit: geöffnet nur bis zum Jahresende 2026. Die genauen Servicezeiten bitte bei der Reservierung erfragen.
🗺️ Lage & Anfahrt
Zu Fuß: Mitten im Centro, in der Área Romántica. Von der Kathedrale Buen Pastor sind es rund drei Minuten, in die Parte Vieja etwa zehn, an den Strand La Concha rund acht.
Öffentlich: Zahlreiche Dbus-Linien halten am Boulevard und in der Avenida de la Libertad, beides wenige Gehminuten entfernt. Vom Bahnhof Donostia (Renfe) sind es rund zehn Minuten zu Fuß.
Auto & Parken: Rund um die Prim gilt überwiegend Bewohnerparken. Am einfachsten sind die Tiefgaragen Okendo oder Buen Pastor – von dort wenige Minuten zu Fuß.
Weitere passende Empfehlungen in Donostia-San Sebastián
→ Arzak – das 3-Sterne-Restaurant, in dem Leandro Gil gelernt hat
→ Astelena 1997 – baskische Traditionsküche mit Pastel de Merluza
→ Casa Urola – Pintxos-Bar & Restaurant in der Parte Vieja
→ Ganbara – saisonale Pintxos-Ikone in der Parte Vieja
→ La Espiga – Klassiker-Bar in der Área Romántica
Häufige Fragen zu Miga in San Sebastián
Wer steht hinter dem Restaurant Miga?
Hinter Miga steht Leandro Gil, ein Sternekoch aus Tudela in Navarra. 2018 wurde er bei Madrid Fusión zum „Cocinero Revelación“ gewählt, 2019 erhielt er im Restaurant La Biblioteca in Pamplona einen Michelin-Stern. Ausgebildet wurde er unter anderem bei El Celler de Can Roca, Arzak und Akelarre.
Wie lange hat Miga geöffnet?
Miga ist ein Pop-up-Restaurant mit begrenzter Laufzeit: Es hat im Juli 2026 eröffnet und schließt endgültig zum Jahresende 2026. Geöffnet ist von Dienstag bis Samstag, jeweils mittags und abends.
Was kostet ein Essen im Miga?
Vorspeisen beginnen bei 4,50 € (Auster pro Stück), Gerichte wie der Pimiento cristal liegen bei 21,00 €, die Pochas de Tudela bei 25,00 €, das Solomillo „Rossini“ bei 30,00 €. Desserts starten bei 8,50 €. Für zwei Personen mit Austern, zwei Vorspeisen, einem Hauptgang, einem Dessert, einer Flasche Schaumwein (40,00 €) und Wasser waren es im Juli 2026 insgesamt 137,30 €.
Wo befindet sich Miga?
Das Restaurant liegt in der Calle Prim 34, 20006 Donostia-San Sebastián, im Stadtteil Centro. An dieser Adresse befand sich zuvor das italienische Da Filippo von Paulo Airaudo.
Was bedeutet „Miga“?
„Miga“ ist das spanische Wort für „Krümel“. Der Name ist bewusst bescheiden gewählt – wer hier gegessen hat, weiß, dass er eine charmante Untertreibung ist.
Was kocht Leandro Gil im Miga?
Gil interpretiert traditionelle spanische Klassiker modern – etwa Ensaladilla rusa, Cannelloni, geschmorte Schweinebäckchen (Carrilleras), Flan und Torrijas. Im Mittelpunkt stehen saisonale Produkte, hochwertige Zutaten und präzise Technik.
Über den Autor
Christian ist Weinhändler und Foodblogger. Auf Gozatu! schreibt er über gutes Essen und Trinken in Donostia-San Sebastián und dem Baskenland – mit Leidenschaft und Seele, immer aus erster Hand vor Ort. Mehr über Christian →


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