San Sebastián Reiseführer: Restaurants, Pintxos & Stadtteile

Donostia-San Sebastián – Bucht La Concha mit Altstadt und Monte Urgull

Donostia-San Sebastián: Tipps, Restaurants & Sehenswürdigkeiten

Donostia-San Sebastián ist die gastronomische Hauptstadt Europas – eine baskische Küstenstadt mit mehr Michelin-Sternen pro Kopf als fast jede andere Stadt der Welt, einer der schönsten Buchten des Kontinents und einer Pintxos-Kultur, die ihresgleichen sucht. Dieser Reiseführer fasst zusammen, was du über Restaurants, Stadtteile, Strände, Kultur und die baskische Küche wissen musst – kuratiert von Gozatu!, dem deutschen Blog für Donostia-San Sebastián und das Baskenland.

🗺️ Alle Orte auf einen Blick: Auf unserer interaktiven Karte sind alle Restaurants, Pintxos-Bars, Weingüter und Sehenswürdigkeiten markiert – Marker antippen und direkt zum jeweiligen Beitrag springen.

🧭 Die Highlights der Stadt: Bucht, Hausberge, Museen und Chillidas Kunst am Meer – ein Überblick über die 10 besten Sehenswürdigkeiten in San Sebastián.

Geschichte: Vom Hügelstädtchen zum „Klein Paris“

Die Historie von Donostia-San Sebastián reicht ins 11. Jahrhundert zurück, als die Stadt auf einem Hügel zwischen dem Meer und den Pyrenäen gegründet wurde. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte die Kontrolle mehrmals zwischen Spanien und Frankreich. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Donostia zum bevorzugten Kurort der europäischen Elite – Königshäuser, Aristokraten und Großbürger ließen prächtige Belle-Époque-Bauten errichten. Die Bezeichnung „Klein Paris“ blieb bis heute als geflügeltes Wort.

Die Stadt ist nur ein Kapitel einer viel älteren Geschichte – der Herkunft der Basken, eines der ältesten Völker Europas.

Kultur & Festivals

Jedes Jahr im September findet das renommierte San Sebastián International Film Festival (SSIFF) statt, eines der wichtigsten Filmfestivals Europas. Musikliebhaber kommen beim Jazzaldia (Juli) und der klassischen Quincena Musical auf ihre Kosten. Das San Telmo Museum, eines der besten baskischen Kulturmuseen, bietet Einblicke in Geschichte und Identität der Region. Am 20. Januar verwandelt die Tamborrada die ganze Stadt in ein Trommelfest zu Ehren des Stadtpatrons San Sebastián.

Einen vollständigen Überblick über Feste, Festivals und kulturelle Höhepunkte im Jahresverlauf findest du auf unserer Seite Feste & Festivals in San Sebastián.

Lage, Klima & Natur

Die Stadt liegt direkt am Kantabrischen Meer, umgeben von grünen Hügeln. Das Klima ist ozeanisch: milde Winter um 8 °C, angenehme Sommer um 20–25 °C, mit regelmäßigen Regenschauern das ganze Jahr. Die Bucht La Concha gilt als eine der schönsten Stadtbuchten Europas. Der Monte Igueldo im Westen bietet Panoramablick auf die gesamte Bucht; der Monte Ulia im Osten lädt zu Küstenwanderungen ein. Der Naturpark Pagoeta im Hinterland ist ideal für Ausflüge in die baskische Bergwelt.

La Concha Bucht in der Abenddämmerung, Donostia-San Sebastián
La Concha Bucht in der Abenddämmerung – eine der schönsten Stadtbuchten Europas.

Die Bildhauer Eduardo Chillida und Jorge Oteiza

Eduardo Chillida (1924–2002), geboren in Donostia, schuf mit seinen monumentalen Stahlskulpturen Werke von Weltrang. Sein „Peine del Viento“ an der Felsküste westlich der La Concha ist das bekannteste Wahrzeichen der Stadt neben der Bucht selbst. Jorge Oteiza (1908–2003), geboren in Orio, entwickelte als Bildhauer und Theoretiker einen radikal geometrischen Stil und prägte die baskische Moderne entscheidend mit.

Peine del Viento von Eduardo Chillida an der Küste von Donostia-San Sebastián
Peine del Viento (Kamm des Windes) von Eduardo Chillida – das bekannteste Kunstwerk der Stadt.
Construcción vacía von Jorge Oteiza
Construcción vacía von Jorge Oteiza.

Das Basque Culinary Center (BCC)

Das Basque Culinary Center ist eines der weltweit führenden Zentren für gastronomische Forschung und Ausbildung. Es vereint Kochschule, Forschungslabor und Innovationshub unter einem Dach – und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Donostia heute als gastronomische Welthauptstadt gilt. Wer die Seele der baskischen Küche verstehen will, kommt am BCC nicht vorbei.

Txokos – Kochklubs & Tamborrada

Die Txokos sind private Kochklubs – eine der eigentümlichsten Institutionen der baskischen Gesellschaft. Männer (traditionell ausschließlich) treffen sich, um gemeinsam zu kochen, zu essen und zu trinken. Die Clubs sind soziale Ankerpunkte und Hüter traditioneller Rezepte. Viele Txokos organisieren auch Teile der Tamborrada, des großen Trommelfests am 20. Januar – 24 Stunden Trommeln durch die ganze Stadt, Wein, Cidre und baskisches Essen inklusive.

Die Altstadt von Donostia-San Sebastián

Die Parte Vieja (Altstadt) ist das kulinarische Herz von Donostia. Enge Gassen, bunte Fassaden, Kirchen und – vor allem – Bar neben Bar mit Pintxos auf der Theke. Die Plaza de la Constitución mit ihren charakteristischen Arkaden ist der zentrale Treffpunkt. Die Basilika Santa María del Coro und der Hafen rahmen das Viertel ein. Wer den Txikiteo – das Wandern von Bar zu Bar – noch nicht kennt, lernt ihn hier kennen.

In der Altstadt gibt es viel zu entdecken. Neben den Pintxos-Bars finden sich die ikonischsten Adressen der Stadt: Ganbara für wilde Pilze und Meeresfrüchte, La Viña für den weltberühmten Basque Burnt Cheesecake. Ein Glas Txakoli oder Apfelwein (Sagardoa) gehört dazu. Eine kuratierte Auswahl der besten Pintxos-Bars in San Sebastián habe ich separat zusammengestellt.

Theke der Bar Ganbara in der Parte Vieja, San Sebastián
Theke der Bar Ganbara in der Parte Vieja – eine der bekanntesten Pintxos-Theken Spaniens.

Pintxos in San Sebastián

Pintxos sind das kulinarische Markenzeichen der Stadt: kleine Häppchen, meist auf einer Scheibe Brot, die in den Bars auf der Theke ausliegen – dazu die warmen Varianten, die auf Bestellung aus der Küche kommen. Anders als bei spanischen Tapas bestellt und bezahlt man jeden Pintxo einzeln. Man bleibt nicht sitzen, sondern isst ein, zwei Stück, trinkt ein Glas dazu und zieht weiter.

Dieses Weiterziehen hat einen Namen: Txikiteo. Woher das Ritual kommt, welche ungeschriebenen Regeln gelten und warum man in Donostia nie den ganzen Abend in einer Bar verbringt, steht in unserem Beitrag zum Txikiteo in San Sebastián. Wer es lieber konkret mag, folgt unserer Txikiteo-Route Bar für Bar.

Die höchste Bardichte hat die Parte Vieja, doch die besten Pintxos liegen längst nicht alle dort: Gros ist jünger und experimenteller, im Centro findet man die ruhigeren Theken. Unsere Auswahl der 10 besten Pintxos-Bars in San Sebastián verteilt sich bewusst über mehrere Stadtteile – alle persönlich getestet, ohne Werbekooperation.

Und die Kostenfrage: Was ein Pintxo tatsächlich kostet, wann es den Pintxo-Pote gibt und mit welchen Adressen man auch mit kleinem Budget hervorragend isst, haben wir in Pintxos günstig essen zusammengetragen.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Donostia-San Sebastián

Donostia ist kompakt. Fast alles, was man gesehen haben sollte, liegt zwischen den beiden Stadtbergen Urgull und Igueldo – und lässt sich zu Fuß ablaufen. Öffnungszeiten ändern sich saisonal; im Zweifel vor dem Besuch prüfen. Welche Reihenfolge sich lohnt und welche Häuser nichts kosten, steht in Die 10 besten Sehenswürdigkeiten in San Sebastián.

Die Bucht La Concha

Das Wahrzeichen der Stadt und der Grund, warum Donostia im 19. Jahrhundert zum Kurort des europäischen Adels wurde. Die Promenade mit ihrem weißen Geländer zieht sich in weitem Bogen vom Rathaus bis nach Ondarreta. Am schönsten in der Dämmerung, wenn die Lampen angehen.

Monte Urgull und das Castillo de la Mota

Der Stadtberg direkt hinter der Parte Vieja. Von der Festungsanlage Castillo de la Mota – täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet – hat man den Blick über Altstadt, Hafen und Bucht zugleich. Über allem steht die Christusstatue. Der Aufstieg dauert eine gute halbe Stunde, die Wege beginnen hinter dem Aquarium und am Hafen.

Monte Igueldo und der Funicular

Am westlichen Ende der Bucht fährt seit 1912 eine Standseilbahn auf den Monte Igueldo – die älteste im Baskenland. Sie startet unten an der Plaza del Funicular und fährt alle 15 Minuten. Hin- und Rückfahrt kosten 5,50 Euro für Erwachsene und 2,50 Euro für Kinder bis sieben Jahre, der Zugang zu den Aussichtsterrassen ist im Ticket enthalten. Vorverkauf gibt es nicht, Tickets nur an der Talstation. Wer zu Fuß oder mit dem Auto hochkommt, zahlt drei Euro pro Person für den Zutritt zum Gelände. Oben liegt außerdem ein historischer Vergnügungspark, dessen Fahrgeschäfte einzeln bezahlt werden.

Peine del Viento

Eduardo Chillidas drei Stahlskulpturen am westlichen Ende der Küste, verankert im Fels, wo der Atlantik gegen die Klippen läuft. Frei zugänglich, rund um die Uhr. Bei auflandigem Wind und hohem Wasserstand pfeift die Luft durch die Öffnungen der Plattform und das Wasser schießt senkrecht heraus – genau dafür wurde sie gebaut.

Der Kursaal

Die beiden gläsernen Kuben von Rafael Moneo an der Mündung des Urumea, 1999 eröffnet und 2001 mit dem EU-Preis für zeitgenössische Architektur ausgezeichnet. Anfangs in der Stadt umstritten, heute selbstverständlicher Teil der Silhouette. Hier findet im September das Filmfestival SSIFF statt.

Das Aquarium

Am Ende des Hafens gelegen, täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Das älteste Aquarium Spaniens ist zur Hälfte Meeresmuseum: Die oberen Etagen erzählen die baskische Seefahrts- und Walfanggeschichte, unten führt ein Tunnel durch das große Becken. Für Familien der verlässlichste Programmpunkt bei Regen.

San Telmo Museoa

Das älteste Museum des Baskenlandes, untergebracht in einem Dominikanerkloster am Fuß des Monte Urgull, ergänzt um einen modernen Anbau. Dienstag bis Sonntag von 10 bis 20 Uhr, montags geschlossen. Wer verstehen will, woher die baskische Identität kommt, fängt hier an.

Catedral del Buen Pastor

Die neugotische Kathedrale im Zentrum, 1897 eingeweiht. Ihr Turm ist der höchste Punkt der Innenstadt und dient als Orientierungspunkt, sobald man sich im Raster des Centro verläuft. Der Eintritt ist frei, die Zeiten richten sich nach den Gottesdiensten.

Mercado de la Bretxa

Die Markthalle am Rand der Altstadt, montags bis samstags von 8 bis 20 Uhr, sonntags geschlossen. Fisch, Fleisch, Gemüse, Käse – und der beste Ort, um zu sehen, womit die Bars nebenan am Abend arbeiten. Der eigentliche Markt liegt heute im Untergeschoss.

Palacio de Miramar und Isla Santa Clara

Der Miramar-Palast war Sommerresidenz der spanischen Königsfamilie und sitzt auf der Anhöhe zwischen La Concha und Ondarreta. Der Park ist frei zugänglich, täglich von 7 bis 21 Uhr, und bietet einen der besten Blicke auf die Bucht. Mitten in dieser Bucht liegt die Isla Santa Clara, die im Sommer per Boot vom Hafen aus angefahren wird.

Die Strände von Donostia

Drei Stadtstrände, drei Charaktere: La Concha ist der geschützte Hauptstrand in der Bucht, flach abfallend und familientauglich. Ondarreta schließt westlich an, ruhiger und mit dem Peine del Viento am Ende. Zurriola in Gros liegt offen zum Atlantik – deutlich mehr Welle, deshalb der Surfstrand der Stadt.

Alle drei plus sieben weitere Strände in der Umgebung stehen ausführlich in Die 10 schönsten Strände in und um San Sebastián. Zur Bade- und Kurgeschichte der Bucht siehe Baden an der Concha.

Die 17 Stadtteile im Überblick

Donostia-San Sebastián besteht aus 17 Stadtteilen – vom pulsierenden Herz der Altstadt bis zu ländlichen Randlagen. Jeder Stadtteil hat seinen eigenen Charakter, seine eigenen Bars und seine eigene Atmosphäre.

Parte Vieja – Das kulinarische Herz

Historisches Zentrum und eine der dichtesten Genusslandschaften Europas. Pintxo-Hopping zwischen Plaza de la Constitución, Calle 31 de Agosto und Hafen ist Pflicht. Ikonische Bars wie Ganbara, La Cuchara und Tamboril. Parte Vieja entdecken

Gros – Surfer-Vibes & moderne Küche

Das junge, kreative Gegenstück zur Altstadt. An der Playa de la Zurriola trifft Surfkultur auf moderne Pintxo-Bars wie La Gresca und Bodega Donostiarra. Stadtteil Gros im Detail

Centro – Eleganz & La Concha

Das elegante Zentrum mit Belle-Époque-Architektur und der weltberühmten Bucht La Concha. Im Área Romántica kocht Sternekoch Leandro Gil noch bis Jahresende 2026 im Pop-up Miga in der Prim 34. Centro im Überblick

Antiguo – Das ursprüngliche Donostia

Der älteste Stadtteil mit Playa de Ondarreta, Peine del Viento und Monte Igueldo. Alles zum Antiguo

Egia – Kreativ & im Aufbruch

Tabakalera, Parque Cristina Enea und innovative Restaurants. Egia im Detail

Amara – Das echte Alltags-Donostia

Reale Arena, lokale Märkte, bodenständige Küche. Amara entdecken

Loyola – Zwischen Geschichte & Moderne

Ruhiges Viertel am Urumea mit industrieller Vergangenheit. Alles zu Loyola

Intxaurrondo – Grün & unterschätzt

Residentieller Stadtteil mit viel Grün und weitem Blick. Intxaurrondo im Überblick

Altza – Das unbekannte Donostia

Authentisch, wenig touristisch. Stadtteil Altza entdecken

Aiete – Grün & elegant

Gehobener Stadtteil mit Parque de Aiete und Palacio de Aiete. Aiete im Detail

Igeldo – Natur & Postkartenblick

Monte Igueldo, Standseilbahn und Panorama über La Concha. Igeldo entdecken

Miracruz / Ulia – Geheimtipp mit Naturanschluss

Monte Ulia, Küstenwanderungen und Atlantikblick. Miracruz & Ulia im Überblick

Riberas de Loyola – Modernes Donostia

Neuer Stadtteil entlang des Urumea. Riberas de Loyola im Detail

Martutene – Industriell & im Wandel

Außerhalb des klassischen Stadtbildes, authentisches lokales Leben. Alles zu Martutene

Zubieta – Ländlich & traditionell

Hippodrom, baskische Landhäuser, reine Natur. Zubieta entdecken

Ibaeta – Universität & Wissenschaft

Campus der Universidad del País Vasco, junges akademisches Viertel. Ibaeta im Überblick

Añorga – Dorf im Stadtgebiet

Ursprünglich eigenständiges Dorf mit industrieller Geschichte. Añorga im Detail

Restaurants und Bars in Donostia-San Sebastián

Restaurants und Bars sind in Donostia-San Sebastián die Königsdisziplin. Eine kuratierte Übersicht aller empfehlenswerten Adressen findest du auf der Seite Restaurants in Donostia-San Sebastián. Für die passenden Getränke – Txakoli, Cidre und mehr – siehe Wein, Cidre und Co. Wer gezielt abseits der Touristenrouten essen möchte, findet zehn persönliche Empfehlungen unter San Sebastián Geheimtipps abseits der Parte Vieja.

Donostia ist außerdem ein idealer Ausgangspunkt: Getaria, Hondarribia, Pasaia oder die Rioja Alavesa liegen alle in Tagesausflug-Distanz – eine Übersicht mit Anfahrt und Empfehlungen findest du unter Tagesausflüge von San Sebastián. Gut eine Stunde westlich liegt Bilbao, für das es einen eigenen Bilbao Städte-Guide gibt.

Wer lieber vorsortiert unterwegs ist: In der Rubrik Die 10 Besten sammeln sich alle Bestenlisten von Gozatu! – von den besten Pintxos-Bars über die beste Tortilla bis zu Pintxos für kleines Geld. Alles selbst getestet, ohne Werbekooperation.

San Sebastián in drei Tagen: eine Route, die funktioniert

Drei Tage sind das sinnvolle Minimum für Donostia. Diese Route verteilt Altstadt, Küste und Umland so, dass man abends nie zu weit von einer guten Theke entfernt ist.

Tag 1 – Parte Vieja und Monte Urgull

Vormittags durch die Parte Vieja, über die Plaza de la Constitución zum Mercado de la Bretxa. Mittags der erste Pintxo an der Theke. Nachmittags der Aufstieg auf den Monte Urgull zum Castillo de la Mota – der Weg beginnt direkt hinter dem Aquarium. Abends der Txikiteo Bar für Bar.

Tag 2 – La Concha, Antiguo und Monte Igueldo

Morgens die Promenade der Bucht La Concha entlang bis nach Ondarreta, weiter zum Peine del Viento. Von dort mit dem Funicular hinauf auf den Monte Igueldo. Nachmittags zurück ins Centro zur Catedral del Buen Pastor, abends nach Gros – dort ist die Pintxo-Szene jünger und die Zurriola gleich nebenan.

Tag 3 – Kultur oder Umland

Entweder in der Stadt bleiben: San Telmo Museum, Tabakalera und abends ein Tisch in einem der großen Häuser. Oder raus: Getaria für Txakoli und Fisch vom Grill, Hondarribia für die Altstadt an der französischen Grenze oder Pasaia für die Bucht. Weitere Ziele stehen unter Tagesausflüge von San Sebastián.

Anreise, Parken und Fortbewegung

Mit dem Flugzeug

Aus Deutschland führt der übliche Weg über Bilbao (BIO), rund 100 Kilometer entfernt. Vom Flughafen fährt stündlich ein Direktbus nach Donostia, die Fahrt dauert etwa eine Stunde und fünfzehn Minuten. Der Flughafen San Sebastián (EAS) liegt zwar deutlich näher, in Hondarribia, wird aber im Wesentlichen im Inlandsverkehr bedient. Als dritte Option kommt Biarritz (BIQ) auf der französischen Seite infrage.

Mit der Bahn

Aus Deutschland per TGV über Paris nach Hendaye an der Grenze, von dort weiter mit El Topo, der Euskotren-Linie, die in gut einer halben Stunde bis nach Donostia fährt. Innerhalb Spaniens verbindet Renfe die Stadt mit Madrid und Barcelona.

Vor Ort unterwegs

Donostia ist eine Fußgängerstadt. Von der Parte Vieja bis nach Ondarreta läuft man die Bucht in gut einer Dreiviertelstunde ab, alles Weitere deckt das dichte Netz der Stadtbusse ab. Ein Mietwagen lohnt sich nur für Ausflüge ins Umland: In der Innenstadt ist das Parken bewirtschaftet und die Plätze sind knapp – wer mit dem Auto anreist, fährt besser ein Parkhaus am Rand an und stellt den Wagen für die Dauer des Aufenthalts ab. Die Stadt ist außerdem durchgehend mit Radwegen erschlossen.

Übernachten in San Sebastián

Die vier zentralen Stadtteile liegen alle fußläufig beieinander, fühlen sich aber völlig unterschiedlich an: In der Parte Vieja schläft man mitten im Pintxos-Trubel – lebendig, nachts laut. Das Centro ist die elegante, ruhigere Alternative mit La Concha vor der Tür. Gros ist jünger und lokaler, direkt am Surferstrand Zurriola. Antiguo ist der ruhigste der vier, mit Ondarreta und dem Peine del Viento in Laufweite. Wer günstiger und ohne Touristen wohnen will, sucht in Egia oder Amara.

Vier Termine füllen die Stadt komplett: Jazzaldia (Ende Juli), Semana Grande (Mitte August), das Filmfestival SSIFF (Ende September) und die Tamborrada am 20. Januar – dann sind günstige Unterkünfte oft Monate im Voraus weg. Welcher Stadtteil zu welchem Reisestil passt, steht ausführlich in Wo übernachten in San Sebastián?

Fünf Adressen, die den Ruf der Stadt begründen

Von der avantgardistischen Hochküche bis zum perfekten Pintxo an der Bartheke – unsere Empfehlungen für deinen Besuch.

Arzak – 3 Michelin-Sterne

Juan Mari und Elena Arzak stehen für die Geburtsstunde der Neuen Baskischen Küche. Drei Sterne seit Jahrzehnten, familiär und einzigartig.

Mugaritz – 2 Michelin-Sterne

Andoni Luis Aduriz kocht in Errenteria. Mugaritz ist ein kulinarisches Experiment, das alle Konventionen hinterfragt.

Casa Urola – Tradition mit Michelin-Empfehlung

Mitten in der Parte Vieja. Klassische baskische Küche mit modernem Anspruch.

Ganbara – Pintxos-Ikone der Parte Vieja

Wilde Pilze, Foie, Kokotxas – eine der bekanntesten Theken Spaniens.

La Viña – Die beste Tarta de Queso der Welt

Weltberühmt für den Basque Burnt Cheesecake. Solide Pintxos, echtes Parte-Vieja-Gefühl.

Weitere passende Empfehlungen in San Sebastián

Die 10 schönsten Wanderrouten in und um San Sebastián – von der Küstenetappe über den Monte Ulia bis zu den Bergen im Hinterland.

San Sebastián im Winter – warum die Nebensaison für Essen und Trinken die beste Zeit des Jahres ist.

Clubs & Discos in Donostia – wo der Abend weitergeht, wenn die Pintxos-Bars schließen.

Euskara, die baskische Sprache – die älteste Sprache Europas und warum sie überlebt hat.

Behörden, Notruf & praktische Infos – Telefonnummern, Ämter und Anlaufstellen für den Ernstfall.


Häufig gestellte Fragen zu San Sebastián

Wofür ist San Sebastián bekannt?

Donostia-San Sebastián gilt als eine der besten Gourmet-Destinationen der Welt. Mehr Michelin-Sterne pro Kopf als fast jede andere Stadt weltweit, die Bucht La Concha, das Pintxos-Viertel Parte Vieja, das SSIFF, Jazzaldia und das Basque Culinary Center.

Was sind Pintxos und wie isst man sie?

Pintxos sind baskische Häppchen auf Brot, an der Bartheke ausgelegt. Man bestellt ein Glas Txakoli, greift zu was gefällt und zahlt am Ende. Das Ritual heißt Txikiteo – ein Wandern von Bar zu Bar durch die Altstadt.

Wie viele Michelin-Sterne hat San Sebastián?

Im Umkreis von 25 Kilometern um Donostia vergibt der Guide Michelin 19 Sterne – die höchste Dichte Europas. Drei Häuser tragen die Höchstwertung von drei Sternen: Arzak in Gros, Akelarre am Monte Igueldo und Martín Berasategui in Lasarte-Oria. Mugaritz in Errenteria hält zwei Sterne, dazu kommen mehrere Ein-Stern-Restaurants in der Stadt und im Umland – von der Parte Vieja bis nach Getaria und Hondarribia.

Wann ist die beste Reisezeit für San Sebastián?

Juni bis Oktober für Strand und Festivals. Frühling (April/Mai) für Ruhe und Natur. Winter ideal für Restaurants ohne Touristenandrang.

Wie viele Tage sollte man für San Sebastián einplanen?

Drei Tage sind das sinnvolle Minimum: ein Tag für die Parte Vieja und den Txikiteo, ein Tag für Strände, Monte Urgull und Monte Igueldo, ein Tag für ein großes Restaurant oder einen Ausflug nach Getaria, Hondarribia oder Pasaia. Wer die Stadt wirklich kennenlernen will, bleibt fünf Tage.

Christian Fenske, Weinhändler und Foodblogger von Gozatu

Über den Autor

Christian ist Weinhändler und Foodblogger. Auf Gozatu! schreibt er über gutes Essen und Trinken in Donostia-San Sebastián und dem Baskenland – mit Leidenschaft und Seele, immer aus erster Hand vor Ort. Mehr über Christian →