Akelarre San Sebastián: 3 Sterne über dem Atlantik

Sonnenuntergang über dem Atlantik von der Terrasse des Hotels Akelarre bei Donostia-San Sebastián

Lage, Aussicht und Ambiente des Akelarre sind kaum zu toppen. Hoch über dem Atlantik am Hang des Monte Igeldo kocht Pedro Subijana seit 1975 – seit 2007 mit drei Michelin-Sternen. Das Haus gehört zu den Gründungsorten der Nueva Cocina Vasca und ist bis heute eine der prägenden Adressen des Baskenlandes. Dieser Beitrag erzählt, was das Akelarre ausmacht, was die Menüs heute kosten und was bei meinem Besuch 2010 auf den Tisch kam.

Zuletzt aktualisiert: September 2026 · von Christian Fenske

Akelarre auf einen Blick

  • Name: Akelarre (baskisch für Hexensabbat)
  • Küche: Kreative baskische Autorenküche, Nueva Cocina Vasca
  • Ideal für: ein Degustationsmenü mit Panoramablick über den Atlantik – am Fenstertisch zum Sonnenuntergang, auf Wunsch mit Übernachtung im hauseigenen Hotel
  • Empfohlene Gerichte: Gänseleberperlen mit Erdnussbrot, Waldpilze mit Eiweiß- und Eigelbnudeln, Steinbutt, Käseevolution
  • Lage: Am Hang des Monte Igeldo am westlichen Stadtrand, hoch über dem Atlantik
  • Eröffnet: 31. Juli 1970
  • Chef: Pedro Subijana, im Haus seit 1975
  • Auszeichnungen: 3 Michelin-Sterne seit 2007 (erster Stern 1978, zweiter 1982)
  • Menüs: Aranori und Bekarki, je 14 Gänge, je 395 € inklusive Mehrwertsteuer
  • Preisniveau: €€€€ – 395 € pro Person für 14 Gänge, Getränke separat (Stand Sommer 2026)
  • Besonderheit: Panoramafenster über dem Atlantik, dazu ein eigenes Hotel seit 2017
  • Reservierung: Wochen bis Monate im Voraus – über die Website oder telefonisch
  • Tipp: abends einen Fenstertisch buchen – dann legt sich die Sonne genau in die Achse der Panoramafenster
  • Adresse: Padre Orcolaga Ibilbidea 56, 20008 Donostia-San Sebastián (Igeldo)
  • Telefon: +34 943 31 12 09 – Reservierung weit im Voraus nötig
  • Anfahrt: Rund zehn Autominuten vom Zentrum, Taxi empfohlen
  • Mein Besuch: 2010

Warum gilt das Akelarre als Klassiker?

Weil hier ein Stück Kochgeschichte geschrieben wurde. Das Haus öffnete 1970, Pedro Subijana kam 1975 dazu und gehörte kurz darauf zu jener Gruppe junger baskischer Köche, die unter dem Namen Nueva Cocina Vasca die regionale Küche neu dachten – gemeinsam mit Juan Mari Arzak. Ihr Ansatz: das lokale Produkt respektieren, ohne auf Erfindung zu verzichten. Dass diese Bewegung heute ihr fünfzigstes Jubiläum feiert, sagt viel darüber, wie tief sie das Baskenland geprägt hat.

Die Anfänge sahen allerdings anders aus als das Haus heute. Eröffnet wurde am 31. Juli 1970, dem Tag des heiligen Ignatius; im selben Gebäude lagen damals die Diskothek KU – eine der bekanntesten Spaniens jener Jahre – und eine Cafeteria. Als Subijana 1975 als Küchenchef und Teilhaber einstieg, arbeiteten insgesamt nicht mehr als acht Leute im Betrieb, und die Küche lag eine Ebene unter dem Speisesaal: Tabletts mussten über eine Treppe nach oben getragen werden, mitten durch die Gäste. Seit 2015 ist die Familie Urtasun Partner im Projekt.

Die Sterne kamen in großen Abständen: der erste 1978, der zweite 1982, der dritte erst 2007. Seither hält das Akelarre die Höchstwertung ohne Unterbrechung. In San Sebastián steht es damit neben Arzak in der ersten Reihe – zwei Häuser, die dieselbe Epoche geprägt haben und bis heute nebeneinander bestehen.

Wie ist die Lage am Monte Igeldo?

Spektakulär. Das Akelarre liegt am westlichen Stadtrand auf halber Höhe des Monte Igeldo, mit bodentiefen Fenstern zum offenen Atlantik. Unter dem Haus fällt der Hang zur Küste ab, bei klarem Wetter reicht der Blick weit hinaus aufs Meer, und abends legt sich die Sonne genau in diese Achse. Wer einen Tisch am Fenster bekommt, isst mit einer Kulisse, die kaum ein Restaurant der Stadt bieten kann.

Seit 2017 gehört zum Restaurant ein eigenes Hotel mit 22 Zimmern und Suiten, dazu der Veranstaltungsraum Espazio Oteiza. Wer den Abend nicht mit einer Taxifahrt beenden will, bleibt also gleich oben – eine Option, die es in dieser Form in San Sebastián sonst nicht gibt. Mehr zur Frage, wo man in der Stadt gut unterkommt, steht im Stadtteil-Überblick zum Übernachten.

Was kam bei meinem Besuch 2010 auf den Tisch?

Mein Besuch war 2010, entsprechend sind die Bilder – die Gänge selbst zeigen aber gut, wie diese Küche arbeitet. Den Auftakt machten Gänseleberperlen mit Erdnussbrot: Leber, zu kleinen Kugeln geformt, dazu ein Brot mit Erdnuss. Ein typischer Subijana-Gedanke – ein vertrautes Produkt in einer Form, die man so nicht erwartet.

Gänseleberperlen mit Erdnussbrot im Restaurant Akelarre in San Sebastián
Gänseleberperlen mit Erdnussbrot. (2010)

Es folgten gemischte Waldpilze mit Eiweiß- und Eigelbnudeln – ein Gericht, das das Ei in seine Bestandteile zerlegt und daraus zwei verschiedene Nudeln macht. Ein Teller, der die Handschrift des Hauses in einem Bild zusammenfasst: baskische Zutaten, technisch weit gedacht, am Ende trotzdem klar erkennbar.

Gemischte Waldpilze mit Eiweiß- und Eigelbnudeln im Restaurant Akelarre in San Sebastián
Gemischte Waldpilze mit Eiweiß- und Eigelbnudeln. (2010)

Beim Fisch kam Steinbutt auf den Teller – jener Fisch, an dem sich baskische Küchen messen lassen müssen, weil ihn an der Küste jeder kennt und jeder anders zubereitet. Am offenen Feuer bekommt man ihn eine halbe Stunde weiter westlich im Elkano in Getaria; im Akelarre ist er fein angerichtet Teil der Menüfolge.

Steinbutt im Restaurant Akelarre in San Sebastián
Steinbutt, fein angerichtet. (2010)

Zum Abschluss die Käseevolution – ein Käsegang, der den Käse in mehreren Zuständen zeigt, statt ihn einfach auf einem Wagen vorbeizurollen. Auch hier gilt: Das Prinzip ist Handwerk plus Idee, nicht Effekt um seiner selbst willen.

Käseevolution im Restaurant Akelarre in San Sebastián
Die Käseevolution – Käse in mehreren Zuständen. (2010)

Was kosten die Menüs Aranori und Bekarki?

Je 395 Euro pro Person, Mehrwertsteuer eingeschlossen, Getränke separat (Stand Sommer 2026). Beide Menüs umfassen 14 Gänge und starten mit denselben Auftaktgerichten, bevor sie sich trennen.

Im Aranori stehen unter anderem Entenstopfleber, Kabeljau mit Kaviar, Rote Garnele mit Txakoli, Artischockensuppe mit Foie, Tolosa-Bohnen, Rotbarbe mit Safran, Seehecht und Lammfilet, dazu ein Whisky-Eiskuchen. Das Bekarki führt über Hummer mit Venere-Reis, Roten Thun, Tintenfisch, gegrillte Dorade mit Strandschnecken und Entenbrust mit Zitrus bis zu einem exotischen Gin-Tonic-Dessert und dem „dünnsten Apfelkuchen der Welt“. Wer mag, darf mit Hilfe des Service auch zwischen beiden Folgen kombinieren.

Dazu kommt eine Weinkarte, die wirklich in die Tiefe geht – nicht nur baskische Txakolis und Rioja, sondern eine Auswahl, in der man sich verlieren kann. Zum Vergleich: Im Arzak kostet das Degustationsmenü ähnlich viel, im Mugaritz bekommt man für vergleichbares Geld eine deutlich experimentellere Erfahrung. Alle drei Häuser stehen in meiner Übersicht der 26 Sternerestaurants im Baskenland.

🗣️ Mein Eindruck vor Ort

Lage, Aussicht und Ambiente des Akelarre sind wohl kaum zu toppen. Daneben gibt es eine tolle Weinkarte, die auch richtig in die Tiefe geht, und ein Menü, das zu den modernen Klassikern der gesamten Gastronomie-Historie zählt.

Mein Besuch war 2010, drei Jahre nachdem das Haus den dritten Stern bekommen hatte. Leider ist das schon viel zu lange her – aber dieses Manko wird beizeiten schnell nachgeholt.

Praktische Infos & Kontakt

📍 Akelarre, Padre Orcolaga Ibilbidea 56, 20008 Donostia-San Sebastián (Igeldo) | ☎️ +34 943 31 12 09 | 🌐 akelarre.net

🕐 Öffnungszeiten

Serviert wird mittags und abends, mit Ruhetagen unter der Woche und längeren Betriebsferien im Winter.

⚠️ Die genauen Servicezeiten wechseln saisonal, dazu kommen mehrwöchige Schließzeiten. Ein Tisch will ohnehin Wochen bis Monate im Voraus gebucht werden – die aktuellen Termine stehen im Reservierungssystem auf akelarre.net, telefonisch unter +34 943 31 12 09.

🗺️ Lage & Anfahrt

Vom Zentrum: Rund zehn Minuten mit dem Taxi über die Straße zum Monte Igeldo. Der Weg führt am Ende der Bucht vorbei und dann den Hang hinauf.

Mit dem Auto: Parkplätze gibt es am Haus. Wer die Weinkarte ernst nimmt, lässt den Wagen allerdings besser stehen.

ÖPNV: Die Buslinie zum Igeldo fährt nicht bis vor die Tür – für den Rückweg am Abend ist ein Taxi die verlässlichere Wahl, am besten gleich im Restaurant bestellen lassen.

In der Nähe: Oben auf dem Berg liegt der historische Vergnügungspark mit der alten Standseilbahn – einer der klassischen Aussichtspunkte der Stadt.

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→ Arzak: 3-Sterne-Restaurant in San Sebastián

→ Mugaritz Errenteria: 2-Sterne-Avantgarde von Andoni Luis Aduriz

→ Ama Tolosa: 1-Sterne-Küche von Javi Rivero und Gorka Rico

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Häufige Fragen zum Akelarre

Wann wurde das Akelarre eröffnet?

Am 31. Juli 1970, dem Tag des heiligen Ignatius. Im selben Gebäude lagen damals auch die Diskothek KU und eine Cafeteria. Pedro Subijana kam 1975 als Küchenchef und Teilhaber dazu – gegründet hat er das Haus also nicht, geprägt hat er es vollständig.

Wie viele Michelin-Sterne hat das Akelarre?

Drei. Den ersten Stern bekam Pedro Subijana 1978, den zweiten 1982, den dritten 2007. Seither hält das Akelarre die Höchstwertung durchgehend und gehört damit zu den wenigen Drei-Sterne-Häusern Spaniens. In San Sebastián teilt es diesen Rang mit Arzak.

Was kostet ein Essen im Akelarre?

Beide Degustationsmenüs, Aranori und Bekarki, kosten 395 Euro pro Person inklusive Mehrwertsteuer, Getränke kommen dazu (Stand Sommer 2026). Jedes umfasst 14 Gänge. Das Haus weist darauf hin, dass die Preise jährlich vor dem Sommer angepasst werden.

Wo liegt das Akelarre?

Am Hang des Monte Igeldo am westlichen Stadtrand von Donostia-San Sebastián, Adresse Padre Orcolaga Ibilbidea 56, 20008. Vom Zentrum sind es rund zehn Autominuten. Der Speisesaal hat bodentiefe Fenster zum offenen Atlantik – die Aussicht gehört zum Erlebnis dazu.

Wer ist Pedro Subijana?

Der Küchenchef des Akelarre, geboren 1948 in San Sebastián und seit 1975 im Haus. Er gehört zur Gründergeneration der Nueva Cocina Vasca, jener Bewegung, die ab Mitte der Siebziger die baskische Küche modernisierte. Sein Ansatz: das lokale Produkt respektieren, ohne auf eigene Erfindungen zu verzichten.

Kann man im Akelarre übernachten?

Ja. Seit 2017 gehört ein eigenes Hotel zum Haus, mit Zimmern und Suiten zum Meer hinaus, dazu der Veranstaltungsraum Espazio Oteiza. Wer nach dem Menü nicht mehr ins Zentrum zurückfahren möchte, bleibt also gleich oben am Berg.

Wie weit im Voraus muss man reservieren?

So früh wie möglich. Für ein Drei-Sterne-Haus dieser Bekanntheit sind Wochen bis Monate Vorlauf normal, besonders in der Hochsaison und rund um das Filmfestival. Reserviert wird über die Website oder telefonisch. Zu beachten sind außerdem die saisonalen Schließzeiten.

Was bedeutet der Name Akelarre?

Akelarre ist das baskische Wort für Hexensabbat – die nächtliche Versammlung der Hexen. Der Name passt zur Lage hoch über der Küste und verweist auf die baskische Hexenüberlieferung, die in dieser Region tief verwurzelt ist.

Christian Fenske, Weinhändler & Foodblogger von Gozatu!

Über den Autor

Christian ist Weinhändler und Foodblogger. Auf Gozatu! schreibt er über gutes Essen und Trinken in Donostia-San Sebastián und dem Baskenland – mit Leidenschaft und Seele, immer aus erster Hand vor Ort. Mehr über Christian →

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