Islares Bilbao: 1-Sterne-Restaurant gegenüber dem Guggenheim

Tintenfisch-, Zwiebel- Eintopf im Islares in Bilbao.

Islares Bilbao ist eines der spannendsten Restaurants im Baskenland: ein kleiner, intimer Raum im Viertel Abando, direkt gegenüber dem Guggenheim Museum. Chefkoch Julen Bergantiños Santos kocht hier die Küche des kantabrischen Nordens mit ungewöhnlicher Konsequenz – saisonal, produktgetrieben und aus dem Gedächtnis einer Landschaft. Seit November 2025 trägt Islares einen Michelin-Stern. Dazu kommen 1 Sol der Guía Repsol und die Listung in der Guía Macarfi.

Puppy und das Guggenheim Museum Bilbao direkt gegenüber dem Restaurant Islares.
Puppy und das Guggenheim Museum liegen direkt gegenüber dem Islares.

Islares Bilbao auf einen Blick

  • Name: Islares (bei Google als „Islares Restaurant“ geführt)
  • Küche: Nordspanisch, saisonal, Kantabrische Cornisa – Galicien, Asturien, Kantabrien, Baskenland
  • Auszeichnungen: 1 Michelin-Stern seit 2025 · 1 Sol Repsol · Guía Macarfi
  • Chef: Julen Bergantiños Santos
  • Probierte Gerichte: Anchoa aus Laredo mit Käsecreme und Sobao, Tudanca-Rind mit geeistem Apfelwein, Seehecht-Kokotxa mit Verdina-Bohnen
  • Preisniveau: €€€€ – Menú A-8 (9 Gänge) 110 €, Menú N-634 (13 Gänge) 145 €
  • Öffnungszeiten: Mi–Fr 14:00–14:30 & 20:00–21:00 Uhr · Sa 14:00–15:00 Uhr · So–Di Ruhetage
  • Adresse: Mazarredo Zumarkalea 65 bis, 48009 Bilbao (Abando)
  • Telefon: +34 747 42 10 86 – Reservierung zwingend erforderlich

Islares: Ein Liebesbrief an den Norden Spaniens

Der Name ist Programm. Islares ist ein kleines Fischerdorf an der Küste Kantabriens – dort verbrachte Julen Bergantiños viele Sommer seiner Kindheit. In Bilbao geboren, mit galicischen Wurzeln und großer Liebe zu Asturien, hat er daraus ein Restaurant gemacht, das konsequenter als viele andere das gastrokulturelle Erbe des nordspanischen Festlandes erzählt.

Nicht als folkloristische Hommage, sondern als lebendiges, saisonales Dokument einer Landschaft und ihrer Menschen. Bergantiños arbeitete in einigen der besten Küchen Spaniens – darunter El Celler de Can Roca, Can Jubany und Alkimia – bevor er nach Bilbao zurückkehrte, um sein eigenes Projekt zu verwirklichen.

Das Ergebnis ist ein Lokal von kaum 64 Quadratmetern, mit einem einzigen Induktionsherd, fünf Tischen, einem kleinen Team – und einer Küche, die den Gästen das Staunen beibringt.

Einer der wenigen Tische im Restaurant Islares in Bilbao.
Einer der wenigen Tische im Restaurant Islares.

Philosophie: Temporalität, Territorium, kleine Erzeuger

Islares ist kein Baskenland-Restaurant im klassischen Sinne. Bergantiños versteht seine Küche als Hommage an das gesamte gastronomische Erbe der Kantabrischen Cornisa – der Küstenzone, die von Galicien über Asturien und Kantabrien bis ins Baskenland reicht. Was auf den Tisch kommt, folgt der Logik der Saison und des Marktes, nicht einer fixen Karte.

Die Produkte kommen von kleinen, handwerklichen Erzeugern aus den jeweiligen Comarcas: Limonen aus Novales, Käse vom Gorbea, Fleisch aus dem Encartaciones-Tal, Weine aus Sober in der Ribeira Sacra, Tintenfische aus Santoña oder alte Kürbissorten aus Somiedo. Das Team besucht viele dieser Lieferanten persönlich – und diese Nähe merkt man den Gerichten an.

Anchoa aus Laredo auf Käsecreme und Sobao im Islares Bilbao.
Anchoa aus Laredo auf Käsecreme und Sobao.

Die Menüs: A-8 und N-634

Islares bietet ausschließlich zwei Degustationsmenüs an – keine À-la-carte-Auswahl. Die Namen sind eine Hommage an die großen Straßen des Nordens:

  • Menú A-8 – 9 Gänge, 110 €: benannt nach der Autovía del Cantábrico, die Galicien, Asturien, Kantabrien und das Baskenland verbindet. Die fokussierte, kürzere Reise durch den Norden.
  • Menú N-634 – 13 Gänge, 145 €: benannt nach der alten Nationalstraße von Santiago de Compostela nach Donostia-San Sebastián. Die längere, tiefere Erkundung des gastronomischen Erbes.

Beide Menüs wechseln mit der Saison. Pilze prägen den Herbst, Wild den Winter, Gemüse und Kräuter den Frühling, Meeresfrüchte den Sommer. Das Menü wird für den gesamten Tisch serviert – gemischte Menüs am selben Tisch sind normalerweise nicht vorgesehen. Den Auftakt macht der hauseigene Aperitif Bertsolari auf Basis von Sherry und Wermut.

Tudanca-Rind mit geeistem asturischem Apfelwein im Islares Bilbao.
Tudanca-Rind mit geeistem asturischem Apfelwein.

Frühlingsmenü Primavera 2026

Das Frühlingsmenü 2026 trägt den Titel Huerta, plantas y flores – Garten, Pflanzen und Blüten. Es beginnt mit kleinen Snacks wie einem Kaldubestand aus Gartengemüse, einem Blütenescabeche und einem Champignon-Buñuelo aus dem Muniellos-Wald. Danach folgen Gänge wie weißer Spargel aus Álava mit Galiña de Mos und Bier 1906, Artischocke mit Intxaursaltsa und Nokora-Kaffee oder asturische Erbsen mit grüner Sauce und Merluza-Kokotxa.

Tarte von Tomaten, Sardine und Garum im Islares Bilbao.
Tarte von Tomaten, Sardine und Garum.

Weinbegleitung und Naturweine

Die Weinkarte von Islares folgt derselben Philosophie wie die Küche: minimale Intervention, regionale Erzeuger, handwerkliche Qualität. Naturweine aus den nördlichen Appellationen Spaniens – Ribeira Sacra, Txakoli, Asturien – stehen im Mittelpunkt. Die Weinbegleitung zum Menü wird individuell und zurückhaltend präsentiert.

Michelin-Stern 2025: Eine verdiente Auszeichnung

Im November 2025 wurde Islares bei der Michelin-Gala in Málaga mit dem ersten Stern ausgezeichnet. Der Stern passt zu einem Restaurant, das weder groß noch laut sein will, sondern mit Produkt, Herkunft und Konsequenz überzeugt. Zum Vergleich: In San Sebastián hält Arzak drei Michelin-Sterne seit 1989 – das Baskenland bleibt eine der spannendsten Fine-Dining-Regionen Europas.

🗣️ Mein Eindruck vor Ort

Islares ist für mich genau die Art Restaurant, die Bilbao gerade so spannend macht: klein, persönlich, fokussiert und ohne den Versuch, größer zu wirken als es ist. Direkt gegenüber vom Guggenheim erwartet man vielleicht ein glatteres Konzept. Stattdessen bekommt man einen sehr persönlichen Blick auf den Norden Spaniens.

Besonders stark finde ich, dass Julen Bergantiños nicht einfach „baskisch“ kocht, sondern die ganze kantabrische Küste mitdenkt. Galicien, Asturien, Kantabrien und Baskenland erscheinen nicht als Schlagworte, sondern als Geschmackserinnerungen. Für mich ist Islares eine sehr gute Adresse, wenn man Bilbao kulinarisch ernst nehmen möchte.

Praktische Infos & Kontakt

📍 Islares
Mazarredo Zumarkalea 65 bis
48009 Bilbao (Abando)
Telefon: +34 747 42 10 86
islares.restaurant

🕐 Öffnungszeiten

Montag – DienstagRuhetage
Mittwoch – Freitag14:00 – 14:30 & 20:00 – 21:00 Uhr
Samstag14:00 – 15:00 Uhr
SonntagRuhetag

⚠️ Die Zeiten bezeichnen die Einlasszeiten für das Menü, nicht die Dauer des Essens. Nur fünf Tische – Reservierung zwingend erforderlich über islares.restaurant/reserva oder telefonisch unter +34 747 42 10 86.

🗺️ Lage & Anfahrt

Von Donostia: Über die AP-8 rund eine Stunde bis Bilbao.

ÖPNV: Metro Moyua, rund fünf Gehminuten. Die Tram-Haltestelle Guggenheim liegt direkt gegenüber.

Mit dem Auto: Die Mazarredo Zumarkalea liegt am Guggenheim, die Zufahrt ist innerstädtisch und teilweise verkehrsberuhigt.

Parken: Parkhaus des Guggenheim Museums und Parkhaus Plaza Euskadi in unmittelbarer Nähe.

Route in Google Maps öffnen →


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Häufige Fragen zu Islares Bilbao

Wann hat Islares geöffnet?

Mittwoch bis Freitag von 14:00 bis 14:30 Uhr und von 20:00 bis 21:00 Uhr, Samstag von 14:00 bis 15:00 Uhr. Sonntag, Montag und Dienstag sind Ruhetage. Die Zeiten sind Einlasszeiten für das Menü.

Hat Islares einen Michelin-Stern?

Ja. Islares erhielt im November 2025 seinen ersten Michelin-Stern. Zusätzlich hält das Restaurant einen Sol der Guía Repsol und ist in der Guía Macarfi gelistet.

Was kostet ein Essen bei Islares?

Islares bietet zwei Menüs: das Menú A-8 mit 9 Gängen für 110 € und das Menú N-634 mit 13 Gängen für 145 € pro Person. Eine À-la-carte-Auswahl gibt es nicht. Weinbegleitung kommt separat hinzu.

Wer ist Chefkoch Julen Bergantiños?

Julen Bergantiños Santos wurde in Bilbao geboren, hat galicische Wurzeln und ist eng mit der kantabrischen Küstenküche verbunden. Vor Islares arbeitete er unter anderem in El Celler de Can Roca, Can Jubany und Alkimia.

Was bedeuten die Menünamen A-8 und N-634?

Die A-8 ist die Autovía del Cantábrico, die Galicien, Asturien, Kantabrien und das Baskenland miteinander verbindet. Die N-634 ist die alte Nationalstraße von Santiago de Compostela nach Donostia-San Sebastián. Beide Namen sind Hommagen an die Landstraßen und Regionen, die Bergantiños prägen.

Christian Fenske, Weinhändler und Foodblogger von Gozatu

Über den Autor

Christian ist Weinhändler und Foodblogger. Auf Gozatu! schreibt er über gutes Essen und Trinken in Donostia-San Sebastián und dem Baskenland – mit Leidenschaft und Seele, immer aus erster Hand vor Ort. Mehr über Christian →

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