Manche Adressen im Baskenland sind keine Restaurants, sondern Ausflüge. Der Asador Olivi in Usurbil gehört dazu: nur ein paar Minuten hinter Donostia, ein rustikaler Grill mit mehreren Speiseräumen, herrlicher Außenterrasse und einer Karte, die sich mit spürbarer Ruhe um das Wesentliche dreht – allen voran die Txuleta. Wer die Stadt selbst plant, findet alles Wichtige im San Sebastián Reiseführer; wer lieber ins Umland fährt, wird bei den Tagesausflügen von San Sebastián fündig.
Asador Olivi auf einen Blick
- Ort: Usurbil, Gipuzkoa (ca. 10 Minuten von Donostia)
- Art: Asador im Caserío Saizar – baskische Grillküche
- Spezialität: Txuleta, dazu Saisonales und regionale Klassiker
- Ambiente: rustikal, lässig, mehrere Speiseräume und Außenterrasse
- Preisniveau: gehobenes Mittelfeld (Guía Repsol 2026)
- Öffnungszeiten: Di–So mittags, Fr–Sa auch abends; Mo geschlossen
- Adresse: Kalezar Auzoa 39, 20170 Usurbil
- Telefon: +34 943 78 84 48
Ein Asador zum Rausfahren
Der Olivi liegt in Usurbil, keine zehn Minuten südwestlich von Donostia – nah genug für einen spontanen Mittagstisch, weit genug raus, um sich wie ein kleiner Ausflug anzufühlen. Das Haus hat mehrere Speiseräume und eine großzügige Außenterrasse, auf der man an einem warmen Abend gern länger sitzen bleibt. Der Ton ist rustikal und lässig, ohne Getue – aber am Grill wird ernst gemacht.
Die Familie dahinter: Saizar, Olivi und die Lertxundis
Der Olivi hat eine Geschichte, die tief in der Familie Lertxundi und ihrer Sidrería Saizar verwurzelt ist. In den 1970er-Jahren nutzte Esteban Lertxundi das alte Familien-Caserío, um daraus eine Sidrería zu machen – und baute direkt daneben eine Villa, die er seiner Frau Olivia Ibarguren widmete. Ihr Name lebt bis heute im „Olivi“ weiter.
Aus dieser Villa hat der Sohn, Napoleón „Napo“ Lertxundi, das gastronomischste Projekt der Familie gemacht: einen Asador, der die baskische Grilltradition mit modernem Anspruch verbindet. Olivi sitzt im ersten Stock des jahrhundertealten Caseríos – Tradition und Gegenwart unter einem Dach, mit der Parrilla als unbestrittenem Mittelpunkt. In der Bodega hängen historische Ackergeräte neben Werken des baskischen Künstlers Zumeta.
Hinter dem Betrieb steht ein erfahrenes Team: Küchenchef Iosu G. Beraza und Grillmeister Pako Aldapaga am Feuer, im Service führt Maître Atxen Guruceta durch den Tag. Die Guía Repsol führt Olivi in ihrer Ausgabe 2026 – verdient, wie ich finde.
Die Karte: alles dreht sich um die Txuleta
Die Speisekarte ist bewusst reduziert. Im Zentrum steht die Txuleta, das baskische Knochensteak vom Rind, das hier über Glut auf den Punkt gebracht wird. Drumherum gruppieren sich Saisonales und regionale Klassiker: gegrillte Steinpilze, Fisch, Tintenfisch, ehrliche Vorspeisen. Die Produktqualität steht im Vordergrund, die Zubereitung bleibt bewusst schlicht – so, wie es ein guter Asador halten sollte.
Was auf den Tisch kam
Wir haben uns quer durch die Vorspeisen und Klassiker probiert – hier die Reihenfolge, die bei unserem Besuch auf den Tisch kam.
Den Auftakt machten Anchovis vom Kantabrischen Meer auf einem knusprigen Brioche – salzig, präzise, ein starker erster Gruß.

Danach ein Tomatensalat mit Bonito – weißem Thunfisch – und Cebolleta: pure Produktqualität, klar und frisch, genau richtig für den warmen Auftakt.

Ein Highlight: der Almadraba-Thunfisch, roh und hochwertig, mit viel Respekt vor dem Produkt behandelt.

Dann Steinpilze à la plancha mit einem bei niedriger Temperatur gegarten Ei – erdig, saftig, das Eigelb als cremige Verbindung.

Der Txipirón kam vom Grill auf einem Bett langsam karamellisierter Zwiebeln – zart, süßlich-röstig, für mich einer der besten Teller des Tages.

Zum Abschluss eine gratinierte Sahne mit roten Früchten und Joghurteis – leicht, nicht zu süß, ein sauberer Schlusspunkt. Dazu ein Glas Txakoli Ameztoi. Alles präzise gegrillt, ehrlich gewürzt, ohne unnötige Spielereien.

Lohnt sich der Ausflug?
Kurz: ja. Der Olivi verbindet die Ruhe eines Landgasthauses mit einer Küche, die ihr Handwerk beherrscht. Wer eine gute Txuleta in entspannter Runde sucht – am besten mittags auf der Terrasse –, ist hier richtig. Bei der Beliebtheit des Hauses lohnt eine Reservierung, gerade am Wochenende.
🗣️ Mein Eindruck vor Ort
Olivi ist für mich genau die Art Ort, für die man aus der Stadt rausfährt: nur ein paar Minuten hinter Donostia in Usurbil, mit mehreren Speiseräumen und einer herrlichen Außenterrasse, auf der man an einem lauen Abend einfach sitzen bleiben will. Rustikal, lässig, ohne Getue – und trotzdem mit spürbarem Anspruch am Grill.
Die Karte ist bewusst reduziert und dreht sich viel um die Txuleta, tischt daneben aber Saisonales und regionale Klassiker auf. Tomatensalat mit Bonito und Cebolleta, Hongos mit Niedrigtemperatur-Ei, Txipirones auf karamellisierter Zwiebel – alles präzise gegrillt und ehrlich gewürzt, dazu ein Glas Txakoli Ameztoi. Ein toller Ausflugsort, an den ich gern wiederkomme.
Praktische Infos & Kontakt
📍 Asador Olivi
Kalezar Auzoa 39
20170 Usurbil
+34 943 78 84 48
🕐 Öffnungszeiten
| Montag | geschlossen |
| Dienstag | 13:00–16:00 |
| Mittwoch | 13:00–16:00 |
| Donnerstag | 13:00–16:00 |
| Freitag | 13:00–16:00 · 20:30–23:00 |
| Samstag | 13:00–16:00 · 20:30–23:00 |
| Sonntag | 13:00–16:00 |
Im Sommer (Mitte Juli bis Anfang September) wird zusätzlich mittwochs und donnerstags abends serviert. Reservierung empfohlen.
🗺️ Lage & Anfahrt
Zu Fuß: Vom Ortskern Usurbil sind es rund 15 Minuten nach Kalezar – machbar, aber die meisten Gäste kommen mit dem Auto.
Öffentlich: Euskotren hält in Usurbil auf der Strecke Donostia–Zarautz, dazu verkehren Lurraldebus-Linien aus Donostia. Vom Zentrum aus dauert die Fahrt insgesamt rund 30 Minuten.
Auto & Parken: Von Donostia über die N-634 beziehungsweise die AP-8 in knapp zehn Minuten. Direkt am Haus und in den Seitenstraßen ist Parken in der Regel unproblematisch.
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Casa Julián – die legendäre Txuleta-Adresse in Tolosa.
Bodegón Asador Joxe Mari – baskische Grillkultur in Orio, seit 1957.
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Txotx! Die Sidra-Saison in Astigarraga – das Fassritual der Sidrería.
Häufige Fragen zum Asador Olivi
Wo liegt der Asador Olivi?
In Usurbil (Gipuzkoa), rund zehn Minuten südwestlich von Donostia-San Sebastián – im Caserío Saizar, ein klassisches Ausflugslokal im Umland.
Was ist die Spezialität?
Die Txuleta vom Grill. Dazu gibt es Saisonales und regionale Klassiker; die Karte ist bewusst reduziert.
Wem gehört der Asador Olivi?
Dem gastronomischen Zweig der Familie Lertxundi rund um die Sidrería Saizar. Napoleón „Napo“ Lertxundi hat den Asador in der Villa eröffnet, die einst nach seiner Großmutter Olivia Ibarguren benannt wurde.
Muss man reservieren?
Empfehlenswert, besonders für die Außenterrasse und am Wochenende.
Wann hat der Asador Olivi geöffnet?
Dienstag bis Sonntag mittags, Freitag und Samstag zusätzlich abends. Montag ist Ruhetag. Im Sommer wird auch mittwochs und donnerstags abends serviert.
Über den Autor
Christian ist Weinhändler und Foodblogger. Auf Gozatu! schreibt er über gutes Essen und Trinken in Donostia-San Sebastián und dem Baskenland – mit Leidenschaft und Seele, immer aus erster Hand vor Ort. Mehr über Christian →





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