Die Basken – Teil 2: Walfang, Welthandel und das Schweigen der Seefahrer

Illustration: Gozatu-Maulwürfe vor der Küste von San Sebastián zu Seefahrt und Walfang der Basken

Lange bevor Kolumbus 1492 in Amerika landete und die Welt über seine Entdeckung staunte, waren baskische Seefahrer bereits dort. Nicht als Entdecker — sie hätten das Wort vermutlich seltsam gefunden. Sie waren als Fischer und Händler dort. Und sie haben darüber geschwiegen, weil Geschäftsgeheimnisse keine Helden brauchen.

Das Baskenland liegt an der Küste. Das klingt banal, ist es aber nicht. Es liegt an einer ganz bestimmten Küste — dem Golf von Biskaya, einem der stürmischsten und unberechenbarsten Seegebiete Europas. Wer dort segeln lernt, lernt segeln. Wer dort Fischfang betreibt, betreibt ernsthaften Fischfang. Und wer von dort aus den Atlantik überquert, weiß, was er tut.

Die baskische Seefahrtsgeschichte ist eine der unterschätzten Geschichten des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Sie erklärt, warum ein kleines Volk ohne eigenen Staat so viel wirtschaftlichen und kulturellen Einfluss hatte — und warum Donostia-San Sebastián bis heute eine Stadt ist, die den Atlantik im Blut hat.

Diese Serie auf einen Blick

Die Geschichte der Basken ist zu groß für einen einzigen Artikel. Deshalb erscheint sie in drei Teilen:

  • Teil 1: Ursprünge, Sprache und das genetische Rätsel
  • Teil 2 (dieser Artikel): Walfang, Welthandel und baskische Seefahrt
  • Teil 3: Küche, Txoko, Pelota — das gelebte Baskenland heute

Der Wal im Wappen

Das Wappen von Getaria zeigt einen Wal. Das Wappen von Bermeo ebenfalls. In Lekeitio, in Mutriku, in Ondarroa — überall an der baskischen Küste tauchen Wale auf, in Stein gemeißelt, in Holz geschnitzt, auf alten Stadtfahnen. Das ist kein Zufall und keine Dekoration. Es ist ein kollektives Gedächtnis.

Baskische Waljäger waren ab dem 11. oder 12. Jahrhundert im Nordatlantik unterwegs — zunächst in der Biskaya selbst, wo Glattwale regelmäßig in Küstennähe auftauchten. Dann, als die lokalen Bestände sanken, weiter nach Norden. Im 14. Jahrhundert jagten sie bereits vor Island. Im 15. Jahrhundert vor Neufundland und Labrador. Wie lange der Walfang die Küstenorte prägte, zeigt Orio — das Dorf, das den letzten Wal der baskischen Küste an Land zog.

Blick über den Hafen von Getaria mit Fischerbooten, Segelmasten und Marina an der baskischen Küste
Der Hafen von Getaria: Von hier liefen die Waljäger aus — der Wal steht bis heute im Wappen des Ortes.

Was sie dort trieb, war nicht Abenteuerlust. Es war Öl. Walöl brannte in den Lampen ganz Europas. Es schmierte Maschinen, gerbte Leder, imprägnierte Tauwerk. Fischbein — das elastische Material aus dem Maul der Bartenwale — war der Kunststoff des Mittelalters: für Korsetts, Regenschirme, Federhalter. Ein einziger großer Wal konnte das Jahreseinkommen eines ganzen Dorfes bedeuten.

Rotes Fischerboot mit der Aufschrift Getaria in einer bepflanzten Anlage im Zentrum von Getaria im Baskenland
Im Ortskern von Getaria: ein rotes Fischerboot als Wahrzeichen — die See ist hier nicht Kulisse, sondern Herkunft.

Die Basken entwickelten für diese Arbeit eigene Techniken, eigene Schiffstypen, eigene Verarbeitungsmethoden. Sie bauten Trywerks — Schmelzöfen an Bord —, um den Tran direkt auf See zu verarbeiten, statt mit dem rohen Tier in den Hafen zurückzukehren. Das war eine logistische Revolution. Es erlaubte längere Fahrten, größere Mengen, höhere Gewinne.

Vor Kolumbus in Amerika

1497 segelte João Fernandes Lavrador — ein portugiesischer Entdecker — nach Labrador und gab der Halbinsel ihren Namen. Was er dort vorfand, überraschte ihn: baskische Seefahrer, die schon längst dort waren. Mit Lagern, Infrastruktur, Handelsbeziehungen zu den einheimischen Bevölkerungen.

Die archäologischen Beweise sind eindeutig. Im kanadischen Red Bay in Labrador haben Unterwasserarchäologen in den 1980er-Jahren die Überreste eines baskischen Waljägerschiffs aus dem 16. Jahrhundert geborgen — die San Juan, gesunken 1565. Daneben: Trywerks, Fässer, Werkzeuge, eine Kapelle, ein Friedhof mit den Gräbern baskischer Matrosen, die den Atlantik überquert hatten und nie zurückgekehrt waren.

Red Bay war eine Industrieanlage. Nicht ein Außenposten, nicht ein Lager — eine funktionierende Fabrik am anderen Ende der Welt, betrieben von Männern aus Dörfern wie Getaria, Pasaia und Mutriku. Im 16. Jahrhundert produzierten baskische Stationen in Labrador schätzungsweise 500.000 bis 600.000 Liter Walöl pro Saison. Europa war ihr Markt.

Wandmalerei bei Albaola in Pasaia mit baskischem Schiffsbauer, historischem Walfangboot und Wal
Wandmalerei bei Albaola in Pasaia: Schiffbauer, Walfangboot und Wal — die drei Elemente dieser Geschichte in einem Bild.

Und sie haben darüber fast nichts aufgeschrieben. Nicht weil sie Analphabeten waren — baskische Kaufleute waren akribische Buchführer — sondern weil die Routen Kapital waren. Wer wusste, wo die Wale waren, wer die einheimischen Händler kannte, wer die sicheren Häfen kannte, hatte einen Wettbewerbsvorteil. Den gab man nicht preis.

Die Handelsflotten der Biskaya

Walfang war nicht das einzige Geschäft. Baskische Kaufleute kontrollierten im Mittelalter erhebliche Teile des Wollhandels zwischen Kastilien und England. Kastilische Wolle — eine der feinsten Europas — wurde über baskische Häfen nach Flandern und England verschifft. Im Gegenzug kamen Tuche, Metalle, Getreide zurück.

Die Hanse hatte ihr Netzwerk im Norden. Die baskischen Kaufleute hatten ihres an der Atlantikküste. Bilbao, der größte Hafen der Region, war im 15. Jahrhundert einer der wichtigsten Umschlagsplätze Europas. Schiffe aus ganz Westeuropa liefen dort ein und aus. Die Consulado de Bilbao — die baskische Kaufmannsgilde, gegründet 1511 — war eine der mächtigsten Handelsorganisationen der iberischen Halbinsel.

Donostia — das heutige San Sebastián — spielte in diesem Netzwerk eine eigene Rolle. Strategisch an der Mündung des Urumea gelegen, direkt an der Küstenroute zwischen Kastilien und Frankreich, war es ein natürlicher Knotenpunkt. Wer von Burgos nach Bordeaux wollte, kam durch Donostia. Wer von England nach Sevilla wollte, ebenso.

Schiffbau als Staatskunst

Baskische Schiffbauer waren im 15. und 16. Jahrhundert die besten Europas — oder zumindest unter den besten. Das lag an den Wäldern. Die baskischen Berge waren bedeckt mit Eiche, Buche, Kastanie — dem besten Schiffsholz des Kontinents. In Pasaia, dem tiefen Naturhafen östlich von Donostia, wurden Schiffe gebaut, die die spanische Krone für ihre Armadas bestellte.

Blick über die Bucht von Pasaia auf die schmale Hafeneinfahrt zum Atlantik
Die schmale Einfahrt nach Pasaia: der geschützte Naturhafen, in dem für die spanische Krone gebaut wurde.

Die Armada Invencible von 1588 — Philipps II. legendärer, legendär gescheiterter Versuch, England zu unterwerfen — war zu einem erheblichen Teil im Baskenland gebaut und ausgerüstet worden. Mindestens ein Dutzend der Großschiffe stammten aus baskischen Werften. Als die Armada scheiterte — nicht an den Engländern, sondern hauptsächlich an einem atlantischen Sturm, den die Basken vielleicht hätten vorhersehen können — war das auch ein baskisches Desaster.

Was weniger bekannt ist: Juan Sebastián Elcano, der Mann aus Getaria, der 1522 die erste Weltumsegelung vollendete, hatte seine Karriere als Schiffbauer und Händler begonnen. Die Expedition, die er zu Ende führte, war keine Forschungsreise. Sie war ein Handelsunternehmen — der Versuch, die Gewürzinseln auf dem Westweg zu erreichen und so das portugiesische Monopol auf den Ostweg zu brechen. Auch das: baskische Nüchternheit gegenüber dem Abenteuer.

Denkmal für Juan Sebastián Elkano im Zentrum von Getaria im Baskenland
Das Elkano-Denkmal im Zentrum von Getaria — der erste Mensch, der die Welt umrundete, kam aus diesem kleinen Fischerort.

Die Bruderschaft der Seeleute

1379 gründeten baskische Kaufleute in Burgos eine Handelsniederlassung — eine der ersten ihrer Art in Kastilien. 1399 folgte eine Niederlassung in Brügge, dem damaligen Handelszentrum Europas. Die baskischen Kaufleute der Nación de Vizcaya hatten dort eigene Privilegien, eigene Gerichtsbarkeit, eigene Kirche.

Das war kein Zufall, sondern Organisation. Baskische Händler verstanden früh, was moderne Ökonomen Netzwerkeffekte nennen: Der Wert eines Handelsnetzes wächst mit der Zahl der Teilnehmer. Wer überall einen Verwandten, einen Landsmann, einen Schuldner hatte, konnte Kredite vergeben, Waren vorfinanzieren, Informationen weiterleiten — schneller und zuverlässiger als jeder Konkurrent.

In Sevilla, dem Tor zu den amerikanischen Kolonien, saß ebenfalls eine baskische Gemeinde. Nach der Entdeckung Amerikas flossen Silber und Gold durch Sevilla — und baskische Kaufleute waren gut positioniert, davon zu profitieren. Nicht als Konquistadoren, sondern als das, was sie immer waren: Händler, Reeder, Buchhalter.

Der Kabeljau und die stille Verabredung

Es gibt eine These, die unter Historikern bis heute diskutiert wird: dass baskische Fischer die Neufundlandbanken — die reichsten Kabeljaugründe der Welt — bereits Jahrzehnte vor Kolumbus kannten. Und dass sie dieses Wissen absichtlich geheimhielten.

Beweise gibt es keine. Was es gibt: Hinweise. Ein Vertrag aus dem Jahr 1412 zwischen baskischen Fischern und englischen Händlern erwähnt bacallao — getrockneten Kabeljau — als reguläre Handelsware. Kabeljau dieser Art lebte damals in europäischen Gewässern kaum noch in ausreichenden Mengen. Woher kam er?

Der Historiker Mark Kurlansky, der ein ganzes Buch über die Geschichte des Kabeljaus geschrieben hat, kommt zu dem Schluss: Die Basken wussten es. Sie wussten, wo der Fisch war. Und sie haben es für sich behalten — so lange, bis andere es herausfanden.

Das wäre das baskischste aller Dinge: die größte geografische Entdeckung der Neuzeit stillschweigend für sich zu behalten, weil sie ein gutes Geschäft war.

Was davon heute noch zu sehen ist

Wer in Donostia durch die Parte Vieja läuft und am Hafen steht, steht an einem Ort, der seit dem Mittelalter Schnittpunkt von Atlantik und Festland ist. Die Fischerhäuser im alten Hafen, die Konservenfabriken, die Boote — das ist nicht Kulisse, das ist Kontinuität.

Boote im alten Hafen von San Sebastián bei tief stehender Sonne und spiegelndem Wasser
Der alte Hafen von Donostia am Abend: derselbe Platz, an dem seit dem Mittelalter Fisch angelandet wird.

In Pasaia, dem Naturhafen gleich östlich der Stadt, liegt noch heute eine der wenigen erhaltenen Werftanlagen der Region. Victor Hugo wohnte dort 1843 und schrieb über die Schiffe und die Fischer. Der Hafen sieht heute anders aus als damals, aber das Prinzip ist dasselbe: ein tiefer, geschützter Einschnitt ins Land, ideal für große Schiffe, direkt am Atlantik.

In Getaria hängt das Wappen mit dem Wal über der Kirche, in der Elcano getauft wurde. Im Museo Naval in Donostia gibt es Modelle baskischer Waljäger, Seekarten, Instrumente — eine stille Sammlung, die erzählt, was die Häfen einmal bedeuteten. Wer tiefer einsteigen will, findet im San Telmo Museum die baskische Geschichte von der Vorzeit bis in die Gegenwart.

Außenansicht der gotischen Kirche San Salvador in Getaria mit Turm und Maßwerkfenster
Die gotische Kirche San Salvador in Getaria: Hier wurde Juan Sebastián Elcano getauft.

Und im Sommer messen sich die Küstenorte in Regatten. Gerudert wird in schmalen Booten nach dem Vorbild der alten Fischer- und Walfangboote — die Rivalität zwischen Orten wie Orio, Getaria und Hondarribia ist dabei durchaus ernst gemeint.

Banner mit der Aufschrift Aupa Getaria und dem Wappen des Rudervereins auf einem Balkon in Getaria im Baskenland
„Aupa Getaria“ — das Banner des Rudervereins am Balkon. Während der Regattasaison hängt es in halben Straßenzügen.

Und auf jedem Markt in der Region liegt Bacalao — getrockneter Kabeljau — in Stapeln auf den Theken. Ein Fisch, der aus Neufundland kommt, seit Jahrhunderten. Ein direktes Erbe jener Männer, die vor Kolumbus dort waren und klug genug waren, darüber zu schweigen. Wie er in die baskische Küche kam, ist damit keine Legende, sondern Handelsgeschichte.

Baskische Seefahrt selbst erleben

Vier Orte, an denen die Geschichte aus diesem Artikel bis heute sichtbar ist:

  • Getaria — Heimatort von Juan Sebastián Elcano, mit dem Wal im Wappen
  • Pasaia — der Naturhafen, in dem für die spanische Krone gebaut wurde
  • Orio — wo der letzte Wal der baskischen Küste an Land kam
  • San Telmo Museum — baskische Geschichte in der Parte Vieja von Donostia

🗣️ Mein Tipp

Verbinde die Geschichte mit einem Ausflug: In Getaria siehst du den Wal im Wappen, in Pasaia die alten Werften, und im Sommer lohnen die Trainera-Regatten in der Bucht von La Concha.

Danach gehört ein Bacalao auf den Teller, das direkteste Erbe der baskischen Seefahrer.

Häufige Fragen zur baskischen Seefahrt

Waren die Basken wirklich vor Kolumbus in Amerika?

Es gibt keine eindeutigen schriftlichen Belege, aber starke indirekte Hinweise. Archäologische Funde in Labrador (Red Bay) belegen baskische Präsenz spätestens ab dem frühen 16. Jahrhundert. Handelsdokumente aus dem 15. Jahrhundert erwähnen Kabeljau als reguläre Handelsware in Mengen, die nur aus nordamerikanischen Gewässern stammen konnten. Die Frage bleibt offen, die Wahrscheinlichkeit ist hoch.

Was ist Red Bay und warum ist es bedeutsam?

Red Bay in Labrador (Kanada) ist heute UNESCO-Weltkulturerbe. Archäologen haben dort in den 1980er-Jahren ein baskisches Waljäger-Schiff aus dem 16. Jahrhundert geborgen sowie die Überreste einer ganzen Industrieanlage: Schmelzöfen, Fässer, Werkzeuge, Gräber. Es ist der weltweit best erhaltene Zeuge baskischer Atlantikfahrt und beweist, dass die Basken in Amerika keine gelegentlichen Besucher, sondern industrielle Akteure waren.

Warum sind baskische Seefahrer heute so wenig bekannt?

Zwei Gründe: Erstens haben die Basken ihre Routen und Entdeckungen bewusst geheim gehalten — Handelswissen war Kapital. Zweitens schreibt Geschichte, wer Staaten hat: Spanien, Portugal, England und Frankreich haben die Entdeckungsgeschichte im eigenen Interesse erzählt. Baskische Seeleute segelten oft unter kastilischer oder spanischer Flagge und verschwanden damit in der Statistik der Großmächte.

Was hat der Walfang mit der heutigen baskischen Küche zu tun?

Direkt: Bacalao — getrockneter Kabeljau — ist ein Grundpfeiler der baskischen Küche und stammt aus den Fischgründen vor Neufundland, die baskische Fischer erschlossen haben. Indirekt: Die Tradition des handwerklichen Umgangs mit Meeresfrüchten, die Konservierung, die Verarbeitung an Bord — all das hat eine Kultur geformt, die Fisch nicht als Beiwerk, sondern als Hauptdarsteller betrachtet.

Wann endete der baskische Walfang?

Er lief über Jahrhunderte langsam aus. Die Glattwale der Biskaya waren bereits im Spätmittelalter so selten geworden, dass die Jagd nach Island, Neufundland und Labrador verlegt wurde. An der baskischen Küste selbst endete die Tradition erst spät: In Orio wurde der letzte Wal der Küste an Land gezogen, und das Dorf rudert seitdem Regatten statt zu jagen.

Wo kann man die baskische Seefahrtsgeschichte heute noch sehen?

In Pasaia liegt eine der wenigen erhaltenen Werftanlagen der Region. In Getaria steht die Kirche, in der Juan Sebastián Elcano getauft wurde, darüber das Wappen mit dem Wal. Im Museo Naval in Donostia stehen Modelle baskischer Waljäger, Seekarten und Instrumente. Und wer den größeren Zusammenhang sucht, findet ihn im San Telmo Museum in der Parte Vieja.


Weiter mit Teil 3: Txoko, Pintxos und Pelota — wie die Basken ihren Alltag zur Kunst gemacht haben und warum ihre Küche die beste der Welt sein könnte.

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Christian Fenske, Weinhändler & Foodblogger von Gozatu!

Über den Autor

Christian ist Weinhändler und Foodblogger. Auf Gozatu! schreibt er über gutes Essen und Trinken in Donostia-San Sebastián und dem Baskenland – mit Leidenschaft und Seele, immer aus erster Hand vor Ort. Mehr über Christian →

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