Das Kaia-Kaipe in Getaria steht seit 1962 für ehrliche baskische Küche mit klarem Fokus auf Fisch und Meeresfrüchte. Gegrillter Fisch über offenem Feuer, der Blick auf den Hafen und ein Weinkeller mit über 1.500 Positionen machen dieses familiengeführte Restaurant zu einer der großen Adressen der baskischen Küste – ausgezeichnet mit zwei Repsol-Sonnen. Getaria mit seinem Fischerhafen ist einer der klassischen Tagesausflüge von San Sebastián – über die Küstenstraße N-634 oder mit dem Lurraldebus bist du in 25 bis 35 Minuten da. Beim Nachbesuch im Juli 2026 war die gegrillte Seezunge vom Holzkohlegrill der Teller des Tages (120,00 €/kg), dazu Txangurro al horno (42,00 €).
Zuletzt aktualisiert: September 2026 · von Christian Fenske. Neu probiert beim Besuch im Juli: gegrillte Seezunge vom Holzkohlegrill, Txangurro al horno, gegrillter Kaisergranat.
Kaia-Kaipe auf einen Blick
- Lokalname bei Google: Kaia Kaipe
- Küche: Baskische Fischküche, Meeresfrüchte, gegrillter Fisch vom Holzkohlegrill
- Ideal für: Langes Mittagessen mit Blick auf den Hafen, Weinliebhaber, Fisch in Bestform – ein klassischer Tagesausflug von San Sebastián
- Empfohlene Gerichte: Steinbutt (Rodaballo) vom Grill, gegrillte Seezunge (120,00 €/kg), Txangurro al horno (42,00 €), gegrillter Kaisergranat, Salpicón vom Hummer, Fischsuppe, Seeteufel vom Grill, Käseeis mit roten Früchten
- Ort: Getaria, Gipuzkoa – direkt über dem Hafen
- Gegründet: 15. September 1962 von Ignacio Larrañaga und María Arruti
- Leitung: Igor Arregi, dritte Generation der Familie Arregi Larrañaga
- Auszeichnungen: Zwei Repsol-Sonnen (seit 2019), Empfehlung im Guide Michelin, Q de Calidad Turística, ISO-Zertifizierung
- Wein: Über 1.500 Positionen, starker Txakoli- und Rioja-Schwerpunkt
- Preisniveau: €€€ – gehobene Küstenklasse; Vorspeisen und Salate 16,00–18,00 €, Desserts um 12,00 €, Fisch und Meeresfrüchte nach Gewicht (Seezunge ca. 120,00 €/kg, Kaisergranat ca. 150,00 €/kg)
- Öffnungszeiten: September bis Mai: Mo, Mi–Do, So 13:00–15:00 · Fr–Sa 13:00–15:00 & 20:00–22:30 · Di geschlossen | Juni, Juli und August: Mo 13:00–15:30 · Mi–So 13:00–15:30 & 20:00–22:30 · Di geschlossen
- Reservierung: Unbedingt empfohlen, möglichst mehrere Tage im Voraus – telefonisch (täglich 9:00–17:00 Uhr) oder online
- Tipp: Beim Reservieren zwischen dem Hauptspeisesaal Kaia und der Terrasse Kaipe über dem Hafen wählen; im Sommer und an Wochenenden früh anreisen
- Adresse: General Arnao Kalea 4, 20808 Getaria
- Telefon: +34 943 14 05 00
- Zuletzt besucht: Juli 2026
1962: aus einer Hafenkneipe wird eine Institution
Am 15. September 1962 eröffneten Ignacio Larrañaga und María Arruti am Hafen von Getaria ein kleines Lokal mit Cazuelitas – kleinen Schmorgerichten in Tonschälchen. Sie nannten es Kaia, baskisch für Hafen. 1972 wurde das Haus zu klein; die Familie mietete das Lokal darunter dazu, das Kaipe, und legte damit die Form an, die das Restaurant bis heute hat.
1974 übernahmen Tochter María Rosa Larrañaga und ihr Mann Andoni Arregi. Unter ihnen wuchs vor allem der Weinkeller. Heute führt Igor Arregi das Haus in dritter Generation – Sommelier und Maître in einer Person, und der Grund, warum viele Gäste hier nicht nur essen, sondern auch reden. Nebenbei ist er Cousin von Aitor Arregi, der ein paar Schritte weiter das Elkano führt. Zwei Grills, eine Familie, ein Hafen.
Kaia und Kaipe: zwei Räume, ein Name
Der Doppelname ist keine Marketingidee, sondern eine Ortsbeschreibung. Kaia heißt Hafen, Kaipe bedeutet unterhalb des Hafens – und genau so ist das Haus aufgeteilt. Das Kaia ist der Hauptspeisesaal, maritim eingerichtet, mit dem Blick über die Hafenmole. Das Kaipe ist die Terrasse, ganzjährig nutzbar und klimatisiert, praktisch ein Balkon über dem Wasser. Wer reserviert, sollte wissen, welchen der beiden Räume er möchte.
Der Grill steht auf der Straße
Wie in Getaria üblich brennt der Grill nicht in der Küche, sondern draußen auf der Gasse vor dem Haus. Der Geruch von Fisch über Holzkohle zieht dadurch durch die halbe Altstadt und gehört zum Ort wie der Hafen selbst. Dazu kommt das Vivero, ein Becken mit 20.000 Litern Meerwasser, in dem Hummer, Kaisergranat und Meeresfrüchte lebend gehalten werden, bis sie bestellt sind.

Die Gerichte: vom Salpicón bis zum Seeteufel
Die Karte folgt dem Fang und der Saison. Zum Auftakt ein Steinpilzsüppchen, dann ein Salpicón vom Hummer – klassisch, präzise, ohne Firlefanz. Die Fischsuppe gehört zu den besten, die ich im Baskenland gegessen habe: konzentriert, tief, mit dieser leisen Süße, die nur aus wirklich frischem Fisch kommt.



Der Hauptgang kommt vom Grill: Seeteufel, Steinbutt oder das, was der Tag hergibt. Der Steinbutt (Rodaballo) ist die Paradedisziplin des Hauses – außen von der Holzkohle geküsst, innen saftig, serviert mit der typischen Vinaigrette aus Essig, Öl und Knoblauch, die der Kellner am Tisch über den Fisch löffelt. Die Guía Repsol empfiehlt darüber hinaus Kokotxas, Garnelen, Kaisergranat und Hummer, im Frühjahr Sardellen mit jungen Erbsen und im Sommer Chipirones Pelayo.

Zum Abschluss bleibt es baskisch und schlicht: Käseeis mit roten Früchten, danach Petit Fours zum Kaffee.


Der Weinkeller: über 1.500 Positionen
Für mich als Weinhändler ist der Keller des Kaia-Kaipe der eigentliche Grund, immer wieder herzukommen. Über 1.500 Positionen und rund 40.000 Flaschen, gewachsen über Jahrzehnte, mit einer Tiefe bei Txakoli und Rioja, die man in dieser Form selten findet. Wer sich beraten lässt, bekommt keine Verkaufsempfehlung, sondern eine echte Antwort auf die Frage, was zum Fisch auf dem Teller passt.
Naheliegend ist ohnehin der Wein von nebenan: Die Weinberge der D.O. Getariako Txakolina beginnen direkt hinter dem Ort.

Zwei Repsol-Sonnen und weitere Auszeichnungen
2019 bekam das Kaia-Kaipe zwei Sonnen der Guía Repsol und hält sie bis heute – auch in der Ausgabe 2026. Die Guía Repsol beschreibt damit ein Haus mit ausgereiftem Konzept, sicherer Technik, bestem Produkt, aufmerksamem Service und sorgfältig aufgebautem Keller. Zum Vergleich: Das Elkano gegenüber führt drei Sonnen.
Dazu kommt die Empfehlung im Guide Michelin – ohne Stern, aber mit eigenem Eintrag – sowie das spanische Qualitätssiegel Q de Calidad Turística und eine ISO-Zertifizierung. Zum 50-jährigen Bestehen hat das Haus außerdem ein eigenes Buch über seine Geschichte herausgegeben.
Seit einiger Zeit bietet die Familie zusätzlich Ausfahrten auf einem Segelboot entlang der Küste von Gipuzkoa an – ein eigenes Angebot unter dem Namen Marmitako Kaia, unabhängig vom Restaurantbesuch buchbar.
🗣️ Mein Eindruck vor Ort
Das Kaia-Kaipe ist ein Restaurant ohne Show. Kein Konzept, keine Inszenierung – nur ein Grill, ein Hafen und Menschen, die seit über sechzig Jahren wissen, was sie tun. Genau das macht es für mich zu einer der ehrlichsten Adressen an dieser Küste.
Ja, es ist nicht billig. Aber wer den Steinbutt vom Feuer isst und dazu ein Glas aus diesem Keller trinkt, versteht, wofür er zahlt. Ich komme wegen des Fisches – und bleibe wegen der Weinkarte. On egin!
Nachtrag
🔄 Neu probiert · Juli 2026
Zurück in Getaria, zurück an den Hafen. Beim Kaia-Kaipe braucht es keine großen Worte: Produkt, Grill und das handwerkliche Wissen, beides zusammenzubringen. Es beginnt am Becken – Hummer und Meeresfrüchte liegen lebend im Vivero direkt am Haus. Dahinter das Herzstück: fangfrischer Fisch über der Holzkohle, nur Feuer, Zeit und ein Gespür für den richtigen Moment.
Gegrillte Seezunge – 120,00 €/kg. Der Teller des Tages: 1,4 Kilogramm Seezunge, ganz über der Holzkohle gegrillt, außen von der Glut geküsst, innen saftig auf den Punkt. Man könnte sie den Signature Dish des Hauses nennen – für mich das beste Argument, wieder nach Getaria zu fahren.
Txangurro al horno – 42,00 €. Das ausgelöste Fleisch der Meeresspinne, mit dem eigenen Saft gebunden und überbacken. Baskische Küstenküche, wie sie im Buch steht.
Gegrillter Kaisergranat – 150,00 €/kg. Kurz über dem Feuer, mehr passiert nicht. Süßes, festes Fleisch, das nichts als gutes Öl und den richtigen Grill braucht.
Außerdem auf dem Tisch: Tomatensalat (18,00 €) aus sonnenreifen Tomaten, nur Öl und Salz – ein Teller, der nichts versteckt. Gegrillte grüne Paprika (Pimientos del País, 16,00 €) von der Glut mit grobem Salz, der schlichte baskische Begleiter. Zum Abschluss Käseeis mit roten Früchten (12,00 €): cremig, mild-salzig, mit der Säure der Beeren als Gegenpol.
Und dann ist da der Keller. Über 1.500 Positionen – als Weinhändler findet man hier immer den passenden Tropfen zum Fisch, ob Txakoli aus den Weinbergen ringsum oder eine gereifte Rioja. Zum genialen Mahl gehört das passende Glas, und beim Kaia-Kaipe muss man danach nie lange suchen.
Unterm Strich: Wie immer begeistert hier alles. Produkt, Grill, Weinkarte – das Kaia-Kaipe macht wenig, aber das auf einem Niveau, das kaum zu schlagen ist. Die Seezunge allein ist die Fahrt wert.
Praktische Infos & Kontakt
📍 Kaia-Kaipe, General Arnao Kalea 4, 20808 Getaria | ☎️ +34 943 14 05 00 | 🌐 kaia-kaipe.com
Reservierung: Telefonisch erreichbar täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr, alternativ online über die Website. Bei der Buchung werden Kartendaten hinterlegt; bei Absagen innerhalb von 24 Stunden vor dem Termin berechnet das Haus 50,00 € pro Person. Hunde sind nicht erlaubt.
🕐 Öffnungszeiten
September bis Mai
| Montag | 13:00 – 15:00 Uhr |
| Dienstag | Geschlossen |
| Mittwoch – Donnerstag | 13:00 – 15:00 Uhr |
| Freitag – Samstag | 13:00 – 15:00 & 20:00 – 22:30 Uhr |
| Sonntag | 13:00 – 15:00 Uhr |
Juni, Juli und August
| Montag | 13:00 – 15:30 Uhr |
| Dienstag | Geschlossen |
| Mittwoch – Sonntag | 13:00 – 15:30 & 20:00 – 22:30 Uhr |
Zeiten nach Angabe des Restaurants. Sie können sich kurzfristig ändern – Reservierung wird dringend empfohlen, gerade in der Hochsaison. Stand: Oktober 2026.
🗺️ Lage & Anfahrt
Mit dem Auto: Von Donostia-San Sebastián über die AP-8 oder die Küstenstraße N-634 rund 25 bis 35 Minuten. Die Panoramaroute über Orio und Zarautz ist der schönere Weg.
Öffentlich: Mit dem Lurraldebus (Linie UK09) von Donostia direkt nach Getaria, oder per Euskotren bis Zarautz und von dort mit dem Bus beziehungsweise dem Küstenweg weiter.
Parken: Parkplätze am Hafen und am Ortseingang. Im Sommer und an Wochenenden früh kommen – die Altstadt von Getaria ist eng.
Weitere passende Empfehlungen im Baskenland
Wenn du in Getaria und an der Küste zwischen Orio, Zarautz und Zumaia unterwegs bist, lohnen sich diese Adressen ebenfalls:
→ Getaria: Das Dorf, das die Welt verändert hat – und es nicht mal merkt
→ Elkano Getaria: Steinbutt, Parrilla und baskische Produktküche
→ Maruka Gastro Getaria: Baskisch-mexikanische Fusion an der Küste
→ Txomin Etxaniz Getaria: Klassischer Txakoli seit 1649
→ Bodegón Asador Joxe Mari Orio: Baskische Grillkultur seit 1957
→ Idoia Ardotegia Zumaia: Baskische Küche & Weinlokal am Urola
Häufige Fragen zum Kaia-Kaipe in Getaria
Wann hat das Kaia-Kaipe geöffnet?
September bis Mai: Montag, Mittwoch und Donnerstag und Sonntag von 13:00 bis 15:00 Uhr, Freitag und Samstag von 13:00 bis 15:00 Uhr und von 20:00 bis 22:30 Uhr. Dienstag ist Ruhetag. Juni, Juli und August: Montag von 13:00 bis 15:30 Uhr, Mittwoch bis Sonntag von 13:00 bis 15:30 Uhr und von 20:00 bis 22:30 Uhr. Dienstag ist Ruhetag. Das Haus arbeitet mit zwei Saisons.
Muss man im Kaia-Kaipe reservieren?
Ja, unbedingt. Das Restaurant ist eine feste Größe an der baskischen Küste und gerade in der Hochsaison und am Wochenende ausgebucht. Reserviere möglichst mehrere Tage im Voraus unter +34 943 14 05 00 oder online. Bei Absage innerhalb von 24 Stunden werden 50,00 € pro Person berechnet.
Was sollte man im Kaia-Kaipe bestellen?
Fisch vom Holzkohlegrill: Der Steinbutt (Rodaballo) ist die Paradedisziplin des Hauses, beim Nachbesuch im Juli 2026 war die gegrillte Seezunge der Teller des Tages (120,00 €/kg). Ebenfalls stark: Txangurro al horno (42,00 €), der Salpicón vom Hummer und der Tomatensalat (18,00 €). Fisch und Meeresfrüchte werden nach Gewicht abgerechnet.
Wie ist die Weinkarte im Kaia-Kaipe?
Außergewöhnlich: über 1.500 Positionen und rund 40.000 Flaschen, mit großer Tiefe bei Txakoli aus Getaria und Rioja. Der Keller ist seit den 1970er-Jahren gewachsen und einer der besten der Region. Igor Arregi ist selbst Sommelier und berät am Tisch.
Was bedeuten die Namen Kaia und Kaipe?
Kaia heißt auf Baskisch Hafen, Kaipe bedeutet unterhalb des Hafens. Beide Namen stehen für je einen Raum: das Kaia ist der maritim eingerichtete Hauptspeisesaal, das Kaipe die ganzjährig nutzbare, klimatisierte Terrasse mit Blick über den Hafen von Getaria.
Kaia-Kaipe oder Elkano – was ist der Unterschied?
Beide Grillrestaurants liegen in Getaria, beide werden von einem Arregi geführt: Igor im Kaia-Kaipe, sein Cousin Aitor im Elkano. Das Elkano hat drei Repsol-Sonnen und einen Michelin-Stern, das Kaia-Kaipe zwei Sonnen. Im Kaia-Kaipe bekommt man deutlich leichter einen Tisch, dazu einen ungleich größeren Weinkeller.
Wie kommt man von Donostia-San Sebastián nach Getaria?
Mit dem Auto über die AP-8 oder die Küstenstraße N-634 in rund 25 bis 35 Minuten. Öffentlich fährt der Lurraldebus direkt nach Getaria; alternativ per Euskotren bis Zarautz und von dort weiter. Parkplätze gibt es am Hafen und am Ortseingang, im Sommer früh kommen.
Was kostet das Essen im Kaia-Kaipe?
Das Kaia-Kaipe liegt im gehobenen Bereich (€€€). Vorspeisen und Salate bewegen sich bei 16,00 bis 18,00 € (Tomatensalat 18,00 €, Pimientos del País 16,00 €), warme Klassiker wie Txangurro al horno bei etwa 42,00 €, Desserts um 12,00 €. Fisch und Meeresfrüchte werden nach Gewicht berechnet – Seezunge rund 120,00 €/kg, Kaisergranat rund 150,00 €/kg. Stand: Juli 2026.
Über den Autor
Christian ist Weinhändler und Foodblogger. Auf Gozatu! schreibt er über gutes Essen und Trinken in Donostia-San Sebastián und dem Baskenland – mit Leidenschaft und Seele, immer aus erster Hand vor Ort. Mehr über Christian →


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