La Taberna del Pícaro San Sebastián: Bier, Pintxos & Raciones in Gros

Tomatensalat auf kaltem Teller in der La Taberna del Pícaro in San Sebastián

Es gibt in Donostia Bars, in die man wegen eines einzigen Pintxos pilgert. Und es gibt Bars, in die man geht, weil sie genau da stehen, wo man gerade ist. Die La Taberna del Pícaro steht mitten in der belebtesten Bar-Gegend von Gros, keine hundert Meter vom Kursaal entfernt – spezialisiert auf Bier und Pintxos, mit erstaunlich guten Raciones dazu. Wer sich durch San Sebastián isst, kommt hier fast zwangsläufig vorbei: ein kleiner Boxenstopp beim Txikiteo, mehr will das Haus gar nicht sein.

La Taberna del Pícaro auf einen Blick

  • Name: La Taberna del Pícaro
  • Küche/Konzept: Bier- und Pintxos-Bar mit Pub-Charakter, dazu klassische Raciones
  • Stadtteil: Gros – Usandizaga Kalea, direkt hinter dem Kursaal
  • Probierte Gerichte: Tomatensalat, Gilda, Foie
  • Preisniveau: €€
  • Ruhetag: Dienstag
  • Reservierung: keine Reservierung – Platz am Tresen oder an einem freien Tisch
  • Besonderheit: Terrasse mitten in der Bar-Meile, durchgehend geöffnet von morgens bis tief in die Nacht, Hunde willkommen

Mitten in der lautesten Ecke von Gros

Die Usandizaga Kalea ist eine dieser Straßen, die man in Donostia nicht sucht, sondern in die man hineinstolpert. Sie liegt zwischen Kursaal und Zurriola-Brücke, wenige Schritte vom Strand, und reiht Bar an Bar an Bar. Wer abends von der Parte Vieja über den Fluss nach Gros geht, landet zwangsläufig hier – und bleibt meist länger als geplant.

Die Straße trägt den Namen von José María Usandizaga, dem 1887 in Donostia geborenen Komponisten, der mit gerade einmal 28 Jahren an Tuberkulose starb und dessen Oper Mendi Mendiyan als eines der Schlüsselwerke der baskischen Musik gilt. Ein stiller Name für eine sehr laute Straße.

Die La Taberna del Pícaro sitzt mittendrin. Innen viel dunkles Holz, ein langer Tresen, Zapfhähne, oft läuft Fußball über den Bildschirm; draußen ein paar Tische auf dem Gehweg, die im Sommer ab dem frühen Abend belegt sind. Das ist keine Designer-Gastronomie, sondern ein Pub baskischer Prägung – und genau so ist es gemeint.

Was „Pícaro“ eigentlich bedeutet

Ein pícaro ist im Spanischen kein Verbrecher, sondern ein Schlitzohr: der arme Schlucker, der sich mit Witz, Frechheit und kleinen Tricks durchs Leben schlägt. Der Begriff hat einer ganzen Gattung ihren Namen gegeben – dem Schelmenroman, spanisch novela picaresca, der mit dem anonym erschienenen Lazarillo de Tormes (1554) beginnt und über Guzmán de Alfarache bis zu Quevedos El Buscón reicht. Erzählt wird jeweils aus der Ich-Perspektive eines Außenseiters, der sich von Herr zu Herr durchdient und dabei die Gesellschaft von unten betrachtet.

Für eine Taberna ist das ein hübsch gewählter Name: ein Ort für die, die nicht das Sterne-Menü buchen, sondern sich am Tresen durchprobieren – und dabei mindestens genauso gut fahren.

Bier, Pintxos, Raciones

Der Schwerpunkt liegt klar auf Bier – eine für Donostia ungewöhnlich breite Auswahl vom Zapfhahn und aus der Flasche, was in einer Stadt, in der man traditionell Txakoli, Sidra oder ein Glas Rioja bestellt, eine bewusste Positionierung ist. Dazu ein Tresen voller Pintxos: kalte Klassiker in Reih und Glied, warme auf Bestellung.

Wer mehr will als Kleinigkeiten, bestellt Raciones. Tortilla de patatas, Patatas bravas, Chipirones, Pulpo, Solomillo, Bocadillos – die Portionen sind großzügig, das Niveau solide, und es geht schnell. Für eine Bar, die vor allem vom Durchgangsverkehr lebt, ist das mehr, als man erwarten würde.

Vorzüglicher Tomatensalat

Die Überraschung des Besuchs. Reife Tomaten, kräftig gesalzen, gutes Olivenöl – und, das ist der Punkt, auf einem kalten Teller serviert. Ein Detail, das kaum jemand macht und das den Unterschied ausmacht: Die Tomate bleibt kühl und knackig, statt auf dem lauwarmen Porzellan sofort wässrig zu werden. Wer so denkt, denkt in der Küche mit.

Gilda

Der Urpintxo von Donostia: Sardelle, Guindilla, Olive, am Spieß. Hier gut gemacht – die Anchoa nicht zu salzig, die Guindillas knackig, das Verhältnis stimmt. Die Gilda ist der ehrlichste Test für eine Pintxos-Bar, weil man an drei Zutaten nichts verstecken kann. Sie besteht ihn.

Gilda aus Sardelle, Guindilla und Olive am Spieß in der La Taberna del Pícaro in San Sebastián
Die Gilda – Sardelle, Guindilla, Olive am Spieß

Foie

Kurz und heiß angebraten, außen karamellisiert, innen weich – lecker und deutlich besser, als es der Pub-Charakter des Hauses vermuten lässt. Dazu passt hier ausnahmsweise kein Bier: ein Glas Weißwein mit Restsüße oder ein gereifter Rioja Blanco holt aus dem Teller deutlich mehr heraus.

Gebratene Foie auf Apfelmus mit Mangospiegel in der La Taberna del Pícaro in San Sebastián
Foie auf Apfelmus mit Mangospiegel

Ein Boxenstopp beim Txikiteo

Genau dafür ist die La Taberna del Pícaro gebaut. Beim Txikiteo, der baskischen Runde von Bar zu Bar, geht es nicht darum, sich irgendwo festzusetzen – ein Getränk, ein Pintxo, weiter. Die Lage an der Usandizaga macht das leicht: Rechts und links warten die nächsten Adressen, und wer am Ende doch sitzen bleiben will, findet hier eine Karte, die einen ganzen Abend trägt.

Praktisch ist außerdem die durchgehende Öffnung: Ab neun Uhr morgens gibt es Kaffee, mittags Raciones, abends Pintxos und Bier – und am Wochenende geht es bis zwei Uhr nachts. Eine Bar, die zu jeder Tageszeit funktioniert, ist in Gros seltener, als man denkt.

🗣️ Mein Eindruck vor Ort

Die La Taberna del Pícaro ist keine Bar, für die man einen Umweg macht – und das ist überhaupt nicht abwertend gemeint. Sie steht dort, wo in Gros ohnehin alle unterwegs sind, und macht ihren Job zuverlässig: kaltes Bier, ein voller Pintxos-Tresen, Raciones, die satt machen, und ein Tempo, das zum Txikiteo passt.

Zwei Dinge haben mich trotzdem überrascht. Erstens der Tomatensalat – vorzüglich, und mit dem kalten Teller serviert, was ich in Donostia selten sehe. Zweitens die Foie: sauber gebraten, ohne jede Schludrigkeit. Die Gilda war ordentlich, wie sie es sein muss. Wer an einem Tresen mit Fußball auf dem Bildschirm solche Details ernst nimmt, hat meinen Respekt.

Als Weinhändler merke ich an: Das Haus ist auf Bier ausgerichtet, und dabei sollte man es auch belassen. Für Txakoli und ernsthafte Weinbegleitung geht man ein paar Häuser weiter. Für einen Zwischenstopp mit Substanz ist man hier goldrichtig.

Praktische Infos & Kontakt

📍 La Taberna del Pícaro, Usandizaga Kalea 5, 20002 Donostia-San Sebastián (Gipuzkoa) | Tel. +34 943 08 02 34

🕐 Öffnungszeiten

Montag09:00 – 01:00 Uhr
DienstagRuhetag
Mittwoch09:00 – 01:00 Uhr
Donnerstag09:00 – 01:00 Uhr
Freitag09:00 – 02:00 Uhr
Samstag09:00 – 02:00 Uhr
Sonntag09:00 – 01:00 Uhr

Die Küche schließt früher als die Bar. Reserviert wird nicht – man stellt sich an den Tresen oder nimmt einen freien Tisch. Im Zweifel kurz anrufen: +34 943 08 02 34.

🗺️ Lage & Anfahrt

Zu Fuß: Der Kursaal liegt rund 90 Meter entfernt, die Zurriola-Brücke etwa 145 Meter – beides keine zwei Minuten. Zum Zurriola-Strand sind es rund 270 Meter, gut vier Minuten.

Öffentlich: Der Bahnhof Gros (Renfe Cercanías) liegt rund 380 Meter entfernt, etwa fünf Minuten zu Fuß. Bis zum Renfe-Hauptbahnhof Donostia sind es rund 660 Meter.

Auto & Parken: Das Kursaal-Parkhaus an der Zurriola Hiribidea liegt rund 170 Meter entfernt und ist rund um die Uhr geöffnet. Größer ist das Parkhaus Txofre in der Bermingham Kalea 27, rund 540 Meter, ebenfalls 24 Stunden.

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Weitere passende Empfehlungen in Gros

Bar Txofre – Lieblingsbar mit Pintxos mitten im Viertel.

Bar Bergara – der Pintxos-Klassiker von Gros.

Gaztelu Txiki – Nachbarschaftsbar mit hausgemachten Klassikern.

Basqueland Izakaia – Craft Beer und asiatische Pintxos.

Gerald’s Bar – Jazz vom Plattenspieler und täglich wechselnde Karte.


Häufige Fragen zu La Taberna del Pícaro

Wann hat La Taberna del Pícaro geöffnet?

Montag, Mittwoch, Donnerstag und Sonntag von 09:00 bis 01:00 Uhr, freitags und samstags bis 02:00 Uhr, dienstags ist Ruhetag. Die Bar läuft durchgehend: ab neun Uhr morgens Kaffee, mittags Raciones, abends Pintxos und Bier. Die Küche schließt früher als die Bar – wer spät essen möchte, fragt vorher kurz am Tresen nach.

Wo liegt La Taberna del Pícaro?

In der Usandizaga Kalea 5 im Stadtteil Gros, rund 90 Meter vom Kursaal und etwa 145 Meter von der Zurriola-Brücke entfernt. Bis zum Zurriola-Strand sind es gut vier Minuten zu Fuß, bis zum Bahnhof Gros rund fünf. Die Straße reiht Bar an Bar und ist die belebteste Ecke des Viertels.

Was sollte man dort essen?

Den Tomatensalat – reife Tomaten, gutes Olivenöl, serviert auf kaltem Teller –, dazu die Gilda aus Sardelle, Guindilla und Olive sowie die kurz gebratene Foie. Wer mehr Hunger hat, bestellt Raciones: Tortilla de patatas, Patatas bravas, Chipirones, Pulpo, Solomillo oder ein Bocadillo. Die Portionen sind großzügig.

Muss man reservieren?

Nein, reserviert wird hier nicht. Man stellt sich an den Tresen oder nimmt einen freien Tisch – so funktioniert eine Pintxos-Bar in Donostia. An warmen Abenden sind die Terrassenplätze auf dem Gehweg allerdings schnell belegt. Wer sicher sitzen will, kommt am frühen Abend, bevor der Andrang einsetzt.

Was trinkt man in der La Taberna del Pícaro?

Vor allem Bier: Die Auswahl vom Zapfhahn und aus der Flasche ist für Donostia ungewöhnlich breit und die eigentliche Spezialität des Hauses. Für Txakoli oder eine ernsthafte Weinbegleitung geht man ein paar Häuser weiter. Zur Foie passt am ehesten ein Weißwein mit Restsüße oder ein gereifter Rioja Blanco.

Kann man draußen sitzen?

Ja. Vor der Bar stehen ein paar Tische direkt auf dem Gehweg der Usandizaga Kalea, mitten in der Bar-Meile – im Sommer ab dem frühen Abend belegt. Hunde sind willkommen. Drinnen erwartet einen ein Pub baskischer Prägung: dunkles Holz, langer Tresen, oft Fußball auf dem Bildschirm.

Eignet sich die Bar für einen Txikiteo?

Ja, ideal. Sie liegt mitten in der dichtesten Bar-Reihe von Gros, der Service ist schnell, und der Pintxos-Tresen ist genau auf kurze Stopps ausgelegt: ein Getränk, eine Kleinigkeit, weiter zur nächsten Adresse. Ganz in der Nähe liegen Bar Bergara, Bar Txofre und Basqueland Izakaia.

Christian Fenske, Weinhändler & Foodblogger von Gozatu!

Über den Autor

Christian ist Weinhändler und Foodblogger. Auf Gozatu! schreibt er über gutes Essen und Trinken in Donostia-San Sebastián und dem Baskenland – mit Leidenschaft und Seele, immer aus erster Hand vor Ort. Mehr über Christian →

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