Kako Jatetxea Astigarraga: Baskische Klassiker im Sagardo-Dorf

Eingang und Außenbereich des Restaurants Kako Jatetxea in Astigarraga bei San Sebastián

In Astigarraga dreht sich fast alles um Txuleta und Sidra – aber eben nicht alles. Das Kako Jatetxea steht seit 1968 mitten im Dorf, in einem jahrhundertealten Haus, das schon Torhaus eines Palastes, Stallung und Sidrería war. Hier geht es klassisch, rustikal und typisch baskisch zu: Produkt, Parrilla, Handwerk. Chichi sucht man gottlob vergebens. Astigarraga liegt keine zehn Autominuten von der Stadt entfernt – mehr zur Stadt selbst findest du in meinem San Sebastián Reiseführer, weitere lohnende Ziele im Umland in meinem Überblick zu den schönsten Tagesausflügen von San Sebastián.

Kako Jatetxea auf einen Blick

  • Name: Kako Jatetxea (Restaurante Kako)
  • Küche/Konzept: Traditionelle baskische Küche, Parrilla, Fisch und Fleisch vom Holzkohlegrill
  • Ideal für: ein ausgedehntes Mittagessen auf der Sommerterrasse, baskische Klassiker mit Sidra aus dem Ort und einen Ausflug nach Astigarraga, kombiniert mit dem Apfelwein-Museum Sagardoetxea
  • Empfohlene Gerichte: Rape rebozado als Teller des Tages, dazu Carpaccio vom Thunfisch, Cogollos de Tudela, Tortilla de bacalao, Flan
  • Klassiker der Karte: Txuleta, Kokotxas rebozadas, Chipirones en su tinta, gefüllte Piquillo-Paprika, Idiazabal mit Quittenbrot
  • Menüs: Mittagsmenü und Sidrería-Menü von Montag bis Freitag, dazu ein Degustationsmenü
  • Ort: Astigarraga, Gipuzkoa – rund 6 km südöstlich von Donostia-San Sebastián
  • Gegründet: 1968, Familienbetrieb der Familie Ollokiegi
  • Betreiber/Chef: Familie Ollokiegi – Martín im Service, Mª Carmen am Herd
  • Preisniveau: €€ – Vorspeisen ca. 10–24 €, Hauptgerichte ca. 13–23 €, z. B. Rape rebozado 23 €, Tortilla de bacalao 13 €, Flan 5,50 €, Sidra ca. 6 €
  • Öffnungszeiten: Mo–Sa 13:00–15:00 & 20:00–22:30 · So geschlossen
  • Reservierung: telefonisch dringend empfohlen, besonders für die Terrasse
  • Tipp: mittags rechtzeitig da sein – ab etwa 14 Uhr ist das Haus voll
  • Mein Bestell-Tipp: Der Rape rebozado, also ausgebackener Seeteufel, war der Teller des Tages.
  • Besonderheit: Drei Speiseräume und eine Terrasse im ehemaligen Torhaus des Palacio Murgia
  • Adresse: Kale Nagusia 19, 20115 Astigarraga (Gipuzkoa)
  • Telefon: +34 943 55 17 41
  • Website: kakojatetxea.com
  • Zuletzt besucht: 2026

Vom Torhaus des Palacio Murgia zum Restaurant

Das Haus, in dem heute gegessen wird, hat mehr Leben hinter sich als die meisten Restaurants der Region. Ursprünglich war es die portería des Palacio de Murgia – das Pförtner- und Gesindehaus des Palastes, der den Marqueses de Valdespina gehörte. Wer hier wohnte, arbeitete für die Herrschaft nebenan.

Später wurde daraus ein Stall für Tiere, danach eine Sidrería – was in Astigarraga so naheliegend ist wie eine Bäckerei in einem Getreidedorf. Und seit 1968 ist es ein Restaurant, geführt von der Familie Ollokiegi: Martín im Service, Mª Carmen am Herd. Fast sechzig Jahre in einer Hand, das merkt man an jeder Ecke.

Geblieben ist die Substanz: dicke Mauern, Stein und Holz, drei Speiseräume unterschiedlicher Größe und im Sommer die Terrasse. Nichts davon ist auf Effekt gebaut, alles ist gewachsen. Genau das macht den Unterschied zu den vielen Häusern, die Rustikalität heute als Dekoration einkaufen.

Astigarraga: das Dorf, in dem sich alles um Sidra dreht

Astigarraga ist die heimliche Hauptstadt des baskischen Apfelweins. Nirgendwo sonst im Baskenland stehen so viele Sagardotegiak auf so engem Raum, dazu das Museum Sagardoetxea, das die Kultur rund um den Apfel erklärt. Von Januar bis April ist das Dorf im Ausnahmezustand: Txotx-Saison, Fassprobe, Txuleta, lange Tische, laute Abende.

Das Kako ist keine Sidrería, und das ist wichtig zu wissen. Es gibt kein Fass an der Wand und kein festes Sidrería-Menü. Es ist ein Restaurant mit Karte – und für viele Einheimische genau deshalb die Adresse, wenn man in Astigarraga essen und nicht feiern will. Sidra gibt es natürlich trotzdem, sie steht mit 6 Euro auf der Rechnung wie selbstverständlich neben allem anderen.

Was auf den Tisch kam

Mittags auf der Terrasse, im Juli, bei vollem Haus. Wir haben uns bewusst gegen die Txuleta entschieden und stattdessen quer durch die Karte bestellt – das zeigt schneller, ob eine Küche wirklich kann, was sie behauptet.

Carpaccio vom Thunfisch

Der teuerste Teller des Mittags (24 €) und ein Statement: Roher Fisch verzeiht nichts. Hier war die Qualität da, dünn aufgeschnitten, sparsam gewürzt, ohne die üblichen Ablenkungsmanöver aus Kräuteröl und Cremetupfern. In einem Dorf, das für Fleisch berühmt ist, ist so ein Gericht ein kleines Bekenntnis.

Thunfisch-Carpaccio im Restaurant Kako Jatetxea in Astigarraga bei San Sebastián
Thunfisch-Carpaccio – der teuerste, aber überzeugendste Teller des Mittags.

Cogollos de Tudela

Die kleinen Salatherzen aus Navarra, geviertelt, mit Anchovis, Zwiebel und Vinaigrette. Ein Klassiker, der überall auf der Karte steht und fast überall lieblos gemacht wird. Hier stimmen Temperatur, Knackigkeit und Säure – mehr braucht es nicht. Der Teller (10 €) war zuerst leer.

Salatherzen mit Anchovis im Restaurant Kako Jatetxea in Astigarraga bei San Sebastián
Cogollos de Tudela: Salatherzen mit Anchovis, Zwiebel und Vinaigrette.

Tortilla de bacalao

Kabeljau-Tortilla, das baskische Standardwerk. Innen weich, außen gerade eben gestockt, der entsalzte Bacalao in Flocken statt in Brocken, dazu die süße Tiefe langsam geschmorter Zwiebeln (13 €). Keine Interpretation, keine Verbesserung – einfach richtig gemacht.

Rape rebozado

Der Teller des Tages. Seeteufel im dünnen Eier-Mehl-Mantel gebacken, so wie es die baskische Küche seit Generationen macht. Das Fleisch bleibt saftig und fest, die Hülle bleibt hauchdünn und fettfrei. Hier bekommt man ein Stück Handwerk (23 €), das kaum noch jemand so sauber hinbekommt. Wenn du nur ein Gericht bestellst, dann dieses.

Ausgebackener Seeteufel (Rape rebozado) im Restaurant Kako Jatetxea in Astigarraga bei San Sebastián
Rape rebozado – ausgebackener Seeteufel, der Teller des Tages.

Flan – und ein Café solo

Zum Abschluss ein hausgemachter Flan (5,50 €) und ein Café solo für zwei Euro. Kein Dessert-Konzept, kein Teller mit drei Komponenten und einem Gel. Ein Flan, wie er sein soll – und für dieses Niveau ein sehr fairer Preis.

Flan als Dessert im Restaurant Kako Jatetxea in Astigarraga bei San Sebastián
Hausgemachter Flan zum Abschluss – klassisch, ohne Chichi.

Txuleta, Parrilla und die Klassiker der Karte

Wer wegen des Fleisches kommt, wird ebenfalls glücklich. Die Txuleta vom Holzkohlegrill ist in Astigarraga Pflichtprogramm und im Kako in bester Dorftradition: außen Kruste und Salz, innen roh-rot, ohne Sauce, ohne Beilagenzirkus. Dazu gehört ein Glas Sidra oder ein kräftiger Rioja.

Daneben stehen die Gerichte, für die das Haus über die Dorfgrenzen hinaus bekannt ist: Kokotxas rebozadas, die zarten Kehlstücke vom Kabeljau, Chipirones en su tinta – kleine Tintenfische in eigener Tinte –, gefüllte Piquillo-Paprika, gegrillter Fisch je nach Markt und zum Schluss Idiazabal mit Quittenbrot oder ein baskischer Käsekuchen. Es ist eine Karte ohne Überraschungen. Das ist hier ausdrücklich als Lob gemeint.

Wer sich nicht entscheiden will, nimmt eines der Menüs: Von Montag bis Freitag stehen ein Mittagsmenü und ein Sidrería-Menü auf der Karte, dazu kommt ein Degustationsmenü. Die aktuellen Preise stehen auf der Website des Hauses.

Zum Trinken: Sidra aus dem Ort, Hauswein, ein überschaubares, solides Weinangebot. Als Weinhändler erwarte ich in einem Haus wie diesem keine kuratierte Naturweinkarte – hier passt zusammen, was zusammengehört, und der Apfelwein hat historisch ohnehin Vorfahrt. Mehr zum baskischen Weißwein von der Küste findest du in meinem Beitrag über Txakoli aus Getaria.

🗣️ Mein Eindruck vor Ort

Es gibt Restaurants, die man besucht, und solche, in die man geht. Das Kako gehört in die zweite Kategorie. Ein Haus mit vier Leben – Torhaus, Stall, Sidrería, Restaurant –, eine Familie seit 1968, drei Räume voller Einheimischer und eine Karte, die nichts beweisen will.

Genau das ist die Qualität. Der Rape rebozado war der beste, den ich seit Langem gegessen habe: dünner Mantel, saftiger Kern, kein Fett. Die Tortilla de bacalao und die Cogollos sind Gerichte, an denen man erkennt, ob eine Küche sauber arbeitet – beide waren tadellos. Und der Preis am Ende ist im Vergleich zu vielem in Donostia eine Wohltat.

Mein Tipp: Astigarraga mit dem Sagardoetxea-Museum verbinden, mittags im Kako essen und nicht auf die Idee kommen, spontan ohne Reservierung anzukommen. Nach 14 Uhr ist das Haus voll – und das aus gutem Grund.

Praktische Infos & Kontakt

📍 Kako Jatetxea
Kale Nagusia 19
20115 Astigarraga (Gipuzkoa)
+34 943 55 17 41
kakojatetxea.com

🕐 Öffnungszeiten

Montag – Samstag13:00 – 15:00 & 20:00 – 22:30 Uhr
SonntagGeschlossen

Reservierung ist dringend empfohlen und ausschließlich telefonisch unter +34 943 55 17 41 möglich – besonders mittags ab 14 Uhr und am Wochenende. In der Txotx-Saison von Januar bis April ist ganz Astigarraga stark ausgelastet. Feiertage und Betriebsferien können abweichen. Stand: Oktober 2026.

🗺️ Lage & Anfahrt

Zu Fuß: Das Restaurant liegt an der Kale Nagusia mitten im Ortskern von Astigarraga, wenige Schritte von Kirche und Rathaus. Zum Apfelwein-Museum Sagardoetxea sind es rund fünf Gehminuten.

Öffentlich: Von Donostia fahren mehrere Dbus-Linien nach Astigarraga, die Fahrt dauert rund 20 Minuten. Alternativ mit der Euskotren-Linie in Richtung Hernani und ab dort weiter.

Auto & Parken: Von San Sebastián über die GI-2132 rund 15 Minuten. Im Ortskern gibt es Parkplätze rund um den Ortsmittelpunkt, mittags kann es eng werden – das Restaurant selbst hat keinen eigenen Parkplatz.

Route in Google Maps öffnen →

Weitere passende Empfehlungen im Baskenland

Astigarraga – Das Sagardo-Dorf im Porträt: Apfelwein, Txotx-Saison und was den Ort jenseits der Sidrerías ausmacht.

Casa Julián – Die vielleicht beste Txuleta der Welt, gegrillt in einem unscheinbaren Asador in Tolosa.

Bodegón Asador Joxe Mari – Baskische Grillkultur seit 1957, mitten im Fischerort Orio.

Katxiña – Grillrestaurant mit eigener Txakoli-Bodega in den Hügeln über Orio.

Asador Olivi – Klassischer Asador in Usurbil, nur wenige Minuten von Donostia entfernt.


Häufige Fragen zum Kako Jatetxea

Wo liegt das Kako Jatetxea in Astigarraga?

Das Kako Jatetxea liegt an der Kale Nagusia 19 mitten im Ortskern von Astigarraga, rund sechs Kilometer südöstlich von Donostia-San Sebastián. Mit dem Auto sind es etwa 15 Minuten, mit dem Dbus rund 20 Minuten. Kirche, Rathaus und das Apfelwein-Museum Sagardoetxea liegen wenige Schritte entfernt.

Wann hat das Kako Jatetxea in Astigarraga geöffnet?

Montag bis Samstag von 13:00 bis 15:00 Uhr und von 20:00 bis 22:30 Uhr. Sonntag ist Ruhetag. Reserviert wird ausschließlich telefonisch unter +34 943 55 17 41. An Feiertagen und während der Betriebsferien können die Zeiten abweichen.

Ist das Kako Jatetxea eine Sidrería?

Nein. Das Haus war früher unter anderem eine Sidrería, ist heute aber ein Restaurant mit klassischer Karte. Sidra wird ausgeschenkt und kostet etwa sechs Euro, es gibt jedoch kein Txotx-Ritual am Fass und kein festes Sidrería-Menü wie in den umliegenden Sagardotegiak.

Welche Gerichte sollte man im Kako Jatetxea probieren?

Der Rape rebozado, also ausgebackener Seeteufel, war der Teller des Tages. Ebenso empfehlenswert sind die Tortilla de bacalao und die knackigen Cogollos de Tudela. Klassiker des Hauses sind außerdem die Txuleta vom Holzkohlegrill, die Kokotxas rebozadas und die Chipirones en su tinta in eigener Tinte.

Was war früher im Gebäude des Kako Jatetxea?

Das Gebäude war ursprünglich das Torhaus des Palacio de Murgia, des Palastes der Marqueses de Valdespina. Später diente es als Stall und danach als Sidrería. Seit 1968 ist es ein Restaurant, geführt von der Familie Ollokiegi – Martín im Service, Mª Carmen am Herd.

Kann man im Kako Jatetxea draußen sitzen?

Ja. Das Kako Jatetxea hat drei Speiseräume unterschiedlicher Größe und im Sommer eine Terrasse. Mittags auf der Terrasse ist es besonders beliebt, ab etwa 14 Uhr wird das Haus voll. Eine telefonische Reservierung ist gerade für die Terrasse dringend empfohlen.

Was kostet ein Essen im Kako Jatetxea?

Vorspeisen liegen bei etwa 10 bis 24 Euro, Hauptgerichte bei rund 13 bis 23 Euro. Der Thunfisch-Carpaccio kostete 24 Euro, der Rape rebozado 23 Euro, die Tortilla de bacalao 13 Euro. Dazu kommen von Montag bis Freitag ein Mittags- und ein Sidrería-Menü sowie ein Degustationsmenü. Für die Qualität der Produkte und das Handwerk in der Küche ist das Kako Jatetxea im Vergleich zu Donostia deutlich günstiger.

Christian Fenske, Weinhändler & Foodblogger von Gozatu!

Über den Autor

Christian ist Weinhändler und Foodblogger. Auf Gozatu! schreibt er über gutes Essen und Trinken in Donostia-San Sebastián und dem Baskenland – mit Leidenschaft und Seele, immer aus erster Hand vor Ort. Mehr über Christian →

Gratis für deine Reise

Mein Drei-Tage-Plan für Donostia als PDF

Frühstück, Mittag, Pintxos und Abendessen für jeden Tag, dazu eine Alternative pro Station. Alle Lokale habe ich selbst besucht. Den Plan bekommst du nach der Anmeldung zum Gozatu!-Newsletter – keine täglichen Mails, jederzeit abmeldbar.

Wichtig: Nach dem Klick bekommst du eine Bestätigungsmail. Erst nach der Bestätigung kommt der Plan. Keine Mail da? Bitte im Spam- oder Werbung-Ordner nachsehen.

Mit dem Klick auf „Plan anfordern“ willigst du ein, den Gozatu!-Newsletter per E-Mail zu erhalten. Die Anmeldung wird erst nach Bestätigung über den Link in der Bestätigungs-E-Mail wirksam. Zur Verbesserung des Newsletters wird ausgewertet, ob E-Mails geöffnet und welche Links angeklickt werden. Kostenlos, jederzeit abmeldbar. Weitere Informationen in der Datenschutzerklärung.

Über zwanzig Jahre Donostia, mehr als drei Monate im Jahr vor Ort. Alle Empfehlungen auf Gozatu! entstehen aus eigenen Besuchen – auf eigene Kosten, ohne bezahlte Inhalte und ohne Gegenleistung. Wie ich auswähle und arbeite

Warst du auch hier? Teile deinen Tipp: Was hast du gegessen, was hat dir gefallen?