Etxemaite ist ein Restaurant im Stadtteil Egia von Donostia-San Sebastián (Deba Ibaia Kalea 5). Koch Paolo Herranz kocht naturverbundene baskische Küche mit Produkten aus dem eigenen essbaren Wald in Aia. Beim Nachbesuch im Oktober 2026 begeisterten der Salpicón vom Hummer (23 €), die Papada de bellota von Remedios Sánchez (12 €) und der Herbstsalat (13 €).
Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026 · Letzter Besuch: 17. Oktober 2026 · von Christian Fenske. Neu probiert beim Besuch im Oktober: Salpicón vom Hummer, Papada de bellota von Remedios Sánchez und Herbstsalat.
Etxemaite auf einen Blick
- Name: Etxemaite
- Küche/Konzept: Naturverbundene baskische Küche, Garten-zu-Teller, Nose-to-Tail
- Ideal für: ein Abendessen mit puristischer Produktküche aus Garten und Region in einem ruhigen Wohnviertel abseits der Altstadt
- Empfohlene Gerichte: Salpicón vom Hummer, Papada de bellota von Remedios Sánchez, Herbstsalat, marinierter Bonito, Rindertatar, Txuleta, roter Thunfisch a la plancha mit Piparras, Navajas mit Knoblauch, Kirschen mit Mandelmilchschaum
- Stadtteil: Egia
- Chef: Paolo Herranz (Basque Culinary Center, Stationen bei Noma und Elkano)
- Preisniveau: €€€ – Einzelgerichte meist 7–30 €, z. B. Herbstsalat 13 €, Salpicón vom Hummer 23 €, roter Thunfisch a la plancha 30 €, Txuleta 70 €
- Öffnungszeiten: Mo, So 13:00–15:30 · Do 20:00–22:00 · Fr–Sa 13:00–15:30 & 20:00–22:00 · Di–Mi geschlossen
- Reservierung: empfohlen – telefonisch oder über etxemaite.com; für Freitag- und Samstagabend ein paar Tage vorher anfragen
- Adresse: Deba Ibaia Kalea 5, 20012 Donostia-San Sebastián
- Telefon: +34 943 08 03 92
- Besonderheit: Eigener essbarer Wald mit Nutzgarten und Bienenvölkern in Aia
- Zuletzt besucht: 17. Oktober 2026
Etxemaite: Wo Liebe zur Wurzel wird
„Etxemaite“, Baskisch für „geliebtes Haus“, ist das erste eigene Restaurant des jungen Kochs Paolo Herranz. Es liegt in Egia, östlich des Urumea und wenige Gehminuten hinter dem Bahnhof – ein Wohnviertel, in dem kaum Reisegruppen unterwegs sind. Wer die Stadt kulinarisch erkunden will, findet in meinem großen Guide zu San Sebastián den Überblick; Etxemaite gehört für mich zu den spannendsten Adressen abseits der Altstadt.

Die Haltung gilt auch für das Glas: Auf der Weinkarte stehen kleine Erzeuger, viel Naturwein, nichts zum Angeben. An diesem Abend kam ein Obertura Verdejo dazu.

Der essbare Wald: Küche beginnt im Boden
2023 übernahm Herranz mit Gleichgesinnten ein Waldstück mit Nutzgarten in Aia nahe Donostia-San Sebastián. Aus diesem Stück Natur entstand der Kern von Etxemaite: ein „essbarer Wald“, in dem Obstbäume, Kräuter, Gemüse und eigene Bienenvölker eine lebendige, ausgewogene Landschaft formen. Hier beginnt die Küche – nicht am Herd, sondern im Boden.
Alles, was hier serviert wird, stammt von Landwirten, Winzern, Hirten und Fischern der Region, die dieselbe Haltung teilen: Respekt, Handwerk, Naturverbundenheit.
Koch Paolo Herranz: Noma, Elkano und der Basque Culinary Center
Ausgebildet am Basque Culinary Center und geprägt durch Stationen wie Noma in Kopenhagen und Elkano in Getaria, verbindet Paolo Präzision, Natürlichkeit und eine tiefe Verwurzelung mit Offenheit für Neues.
Auf dem Teller heißt das: Das Gemüse steht am Anfang, nicht als Beilage. Marinierte Endivien, dazu galizische Austern und die Chorizo de bellota von Remedios Sánchez – Produkte mit Namen und Herkunft, sparsam bearbeitet.



Danach wird es kräftiger: Rindertatar, Bonito aus dem Kantabrischen Meer und die Txuleta, das baskische Rindersteak. Alles Produkte, die in Gipuzkoa jeder kennt – hier aber mit derselben Sorgfalt behandelt wie das Gemüse aus Aia.



Nose-to-Tail und Garten-zu-Teller
Nose-to-Tail ist hier keine Ansage auf der Karte, sondern Alltag: Kutteln und Rindermaul stehen so selbstverständlich neben der Txuleta wie der Salat aus dem eigenen Garten. Wer ein Tier ganz verarbeitet, muss die weniger gefragten Teile beherrschen – genau daran erkennt man, wie ernst es einer Küche mit ihrem Anspruch ist.

Zum Abschluss bleibt die Küche beim Produkt: Panna Cotta und ein Apfel-Streuselkuchen, beides ohne Firlefanz auf dem Teller.


Sommerbesuch: Gartensalat, roter Thunfisch und Kirschen
Das Etxemaite ist längst zu einem echten Lieblingsspot geworden. Schon der Besuch am 11. Juli 2026 war so ein Abend, der einen einfach nur positiv umhaut: neben altbekannten Klassikern des Hauses viel Neues, alles geprägt von vollendeter Produktküche – puristisch, präzise und mit größtem Können und viel Liebe zubereitet. Der Auftakt kam direkt aus dem Garten: ein Zucchini-, Radieschen- und Gurkensalat für 12,00 €, rohes Gemüse, dünn geschnitten, ohne Umweg.

Danach roter Thunfisch a la plancha für 30,00 €, mit Tomaten und Piparras, den milden grünen Paprikaschoten aus dem Baskenland. Außerdem auf dem Tisch: Navajas mit Knoblauch – Schwertmuscheln, kurz gegart, mit nichts als Knoblauch und dem eigenen Saft – und die Txuleta, kräftig gebraten und pur serviert.

Zum Abschluss Kirschen mit Mandelmilchschaum für 7,00 €, ein fruchtiges, leichtes Dessert der Saison.

🗣️ Mein Eindruck vor Ort
Etxemaite hat mich auf einer tieferen Ebene berührt als die meisten Restaurants: Hier beginnt die Küche nicht am Herd, sondern im Boden. Paolo Herranz – mit Stationen wie Noma und Elkano im Rücken – bewirtschaftet mit Gleichgesinnten einen essbaren Wald in Aia, und genau diese Verbindung von Erde und Teller schmeckt man.
Was mich als Weinhändler besonders anspricht, ist die Haltung dahinter. Alles stammt von Landwirten, Winzern, Hirten und Fischern der Region, die denselben Respekt vor dem Produkt teilen. Nose-to-Tail, Garten-zu-Teller, ohne Pose – für mich eine der ehrlichsten und zukunftsweisendsten Küchen in Donostia.
Nachtrag
🔄 Neu probiert · 17. Oktober 2026
Ein Fest der Zutaten und ihres liebevollen Anrichtens. Der Besuch am 17. Oktober 2026 hat es wieder bestätigt: Das Etxemaite ist ein Pflichtbesuch.
Salpicón de bogavante – 23,00 €. Hummer mit Kartoffel, rotem und schwarzem Fischrogen und einer orangefarbenen Sauce.
Papada de bellota von Remedios Sánchez – 12,00 €. Hauchdünn geschnittener, luftgetrockneter Kehlspeck vom Ibérico-Schwein aus Eichelmast.
Herbstsalat – 13,00 €. Die Ensalada de temporada mit Wassermelonenrettich, schwarzem Rettich und gelber Zucchini.
Außerdem auf dem Tisch: Austern – 3,50 € pro Stück, Chorizo – 12,00 €, Crudo de bonito – 17,00 €, Txuleta de ternera – 70,00 €, Pimientos asados – 8,00 €, zum Dessert Requesón – 7,00 € und Panna cotta – 7,00 €. Im Glas: Ghaur 2025, ein Txakoli – 47,00 €, José Gil – 47,00 € (mehr zum Winzer in meinem Porträt José Gil aus San Vicente de la Sonsierra) und offener Weißwein – 3,00 € pro Glas.
Praktische Infos & Kontakt
📍 Etxemaite, Deba Ibaia Kalea 5, 20012 Donostia-San Sebastián | ☎️ +34 943 08 03 92 | 🌐 etxemaite.com
🕐 Öffnungszeiten
| Montag | 13:00 – 15:30 Uhr |
| Dienstag – Mittwoch | Geschlossen |
| Donnerstag | 20:00 – 22:00 Uhr |
| Freitag – Samstag | 13:00 – 15:30 & 20:00 – 22:00 Uhr |
| Sonntag | 13:00 – 15:30 Uhr |
Bitte vor dem Besuch auf etxemaite.com bestätigen. Reservierung empfohlen. Stand: Oktober 2026.
🗺️ Lage & Anfahrt
Zu Fuß: Von der Altstadt rund 15 Minuten über die Puente de Santa Catalina und am Bahnhof vorbei, von der Tabakalera etwa 5 Minuten bergauf. Die Deba Ibaia Kalea liegt mitten im Wohnviertel Egia, östlich des Urumea.
Öffentlich: Der Bahnhof Donostia (Renfe) und der Busbahnhof liegen direkt am Fuß von Egia, keine 5 Gehminuten entfernt. Mehrere Stadtbuslinien halten am Paseo Duque de Mandas.
Auto & Parken: Straßenparkplätze in Egia sind knapp und überwiegend gebührenpflichtig. Am einfachsten sind die Parkhäuser rund um den Bahnhof und die Tabakalera, von dort ist es ein kurzer Weg zu Fuß.
Weitere passende Empfehlungen in Donostia-San Sebastián
Wenn dir die Haltung von Etxemaite gefällt – Saison, Produkt, Naturwein –, passen diese Adressen gut dazu. Das Etxemaite ist außerdem einer meiner San Sebastián Geheimtipps abseits der Parte Vieja:
→ Taupada – Moderne baskische Küche mit Herzschlag in Egia
→ Arenales Bar – Naturwein & Saisonküche am Boulevard
→ La Gresca – Naturwein-Bistro in Donostia-San Sebastián
→ Aitona – Modernes baskisches Restaurant in San Sebastián
Häufige Fragen zum Etxemaite in San Sebastián
Was bedeutet der Name Etxemaite?
Etxemaite ist Baskisch und bedeutet „geliebtes Haus“. Es ist das erste eigene Restaurant von Paolo Herranz, der 2023 mit Gleichgesinnten ein Waldstück mit Nutzgarten in Aia übernahm. Der Name beschreibt das Programm: ein Haus, in dem Herkunft, Handwerk und Zuneigung zum Produkt zusammenkommen.
Was ist das Konzept hinter Etxemaite?
Den Kreislauf zwischen Erde und Teller schließen: Die Küche beginnt nicht am Herd, sondern im Boden. Gemüse, Kräuter, Obst und Honig kommen aus dem eigenen essbaren Wald in Aia, alles Übrige von Landwirten, Winzern, Hirten und Fischern der Region. Dazu Nose-to-Tail – auch Innereien stehen auf der Karte.
Wo liegt Etxemaite in San Sebastián?
In der Deba Ibaia Kalea 5 im Stadtteil Egia, östlich des Urumea und wenige Gehminuten hinter dem Bahnhof Donostia. Egia ist ein Wohnviertel ohne Touristenströme – von der Altstadt sind es rund 15 Minuten zu Fuß über den Fluss, vorbei an der Tabakalera.
Wie kommt man zum Etxemaite?
Zu Fuß von der Altstadt rund 15 Minuten über die Puente de Santa Catalina, vom Bahnhof Donostia keine fünf Minuten. Mehrere Stadtbuslinien halten am Paseo Duque de Mandas mitten in Egia. Wer mit dem Auto kommt, stellt ihn am besten in einem der Parkhäuser rund um den Bahnhof ab.
Wann hat Etxemaite geöffnet?
Montag und Sonntag von 13:00 bis 15:30 Uhr, Donnerstag von 20:00 bis 22:00 Uhr, Freitag und Samstag von 13:00 bis 15:30 Uhr und von 20:00 bis 22:00 Uhr. Dienstag und Mittwoch sind Ruhetage. Mittags und abends gibt es getrennte Services. Die Zeiten können sich ändern – vor dem Besuch am besten auf etxemaite.com nachsehen.
Sollte man im Etxemaite reservieren?
Ja. Das Restaurant ist klein, und die Karte richtet sich nach dem, was Garten und Erzeuger gerade hergeben. Reserviert wird telefonisch unter +34 943 08 03 92 oder über etxemaite.com. Besonders für Freitag- und Samstagabend lohnt es sich, ein paar Tage vorher anzufragen.
Was sollte man im Etxemaite bestellen?
Die Karte wechselt mit Garten und Saison. Beim Nachbesuch im Oktober 2026 überzeugten der Salpicón vom Hummer (23 €), die Papada de bellota von Remedios Sánchez (12 €) und der Herbstsalat (13 €). Im Sommer lohnen der rote Thunfisch a la plancha (30 €) und Kirschen mit Mandelmilchschaum (7 €). Die meisten Gerichte kosten zwischen 7 und 30 €.
Über den Autor
Christian ist Weinhändler und Foodblogger. Auf Gozatu! schreibt er über gutes Essen und Trinken in Donostia-San Sebastián und dem Baskenland – mit Leidenschaft und Seele, immer aus erster Hand vor Ort. Mehr über Christian →


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