Chillida Leku ist ein magischer Ort – elf Hektar Wiese, Buchen und Eichen, zwischen denen Eduardo Chillidas Eisen und Granit stehen, als wären sie dort gewachsen. Mitten drin liegt das Lurra Café: eine Terrasse mit einem der spektakulärsten Blicke auf den Park, den man sich vorstellen kann, und eine Küche, die ihre Zutaten in einem Umkreis von 200 Kilometern zusammensucht. Großartige Tortilla, eine der besten Gildas weit und breit – und Kirschen zum Nachtisch, wie man sie selten findet. Von Donostia-San Sebastián sind es nur acht Kilometer; weitere Ziele in der Umgebung findest du in meiner Übersicht der Tagesausflüge von San Sebastián.
Zuletzt besucht: 2026
Lurra Café auf einen Blick
- Art: Café und Restaurant im Skulpturenpark, Km-0-Küche
- Küche: Fede Pacha und Co / Diámetro 200, Chef Nacho Mazo
- Ideal für: ein Mittagessen auf der Terrasse nach dem Rundgang durch den Skulpturenpark – und einen ganzen Nachmittag im Chillida Leku
- Empfohlene Gerichte: Tortilla à la minute, Gilda, Tomatensalat, Gemüsebrot, Kirschen
- Ort: Museo Chillida Leku, Hernani (Gipuzkoa), ca. 8 km von Donostia-San Sebastián
- Terrasse: direkter Blick über den Park und die Skulpturen
- Bewertung: Google 4,5 ★ · Guía Repsol Solete
- Reservierung: für einen Tisch auf der Terrasse an Wochenenden und im Sommer besser vorher reservieren, telefonisch
- Tipp: wer wegen des Essens kommt, plant am besten den Vormittag ein – das Café schließt zwei Stunden vor dem Museum
- Wichtig: Zutritt nur mit Museumsticket oder Jahrespass
- Adresse: Jauregi Bailara 66A, 20120 Hernani
- Telefon: +34 689 55 72 05
- Website: museochillidaleku.com
- Zuletzt besucht: 2026
Chillida Leku: der Ort, den man sich erlaufen muss
Eduardo Chillida suchte kein Museum, sondern einen leku – baskisch für „Ort“. Gefunden hat er ihn in Hernani, wenige Kilometer südlich von Donostia: elf Hektar Wiesen und Wald, in deren Mitte der Caserío Zabalaga steht, ein baskisches Bauernhaus aus dem 16. Jahrhundert, das Chillida über Jahre restaurieren ließ und das heute die Ausstellungshalle beherbergt. Draußen stehen die großen Arbeiten zwischen Buchen, Eichen und Magnolien – man geht nicht durch einen Ausstellungsraum, sondern durch eine Landschaft, in der die Skulpturen jeden Tag ein bisschen anders aussehen.
Nach jahrelanger Schließung wurde der Park 2019 in Zusammenarbeit mit der Galerie Hauser & Wirth wiedereröffnet. Wer im Frühling kommt, sieht einen anderen Chillida Leku als im Oktober – und genau deshalb lohnt der Jahrespass für alle, die öfter in der Gegend sind. Das Lurra Café liegt im Zabalaga-Komplex; man erreicht es nur mit Museumsticket oder Jahrespass, was für spontane Kaffeegäste unpraktisch ist, den Ort aber angenehm ruhig hält.



Diámetro 200: eine Küche mit Radius
Hinter dem Lurra steht Fede Pacha, Koch, Lehrer und langjähriger Dozent an der legendären Kochschule von Luis Irizar in Donostia, ausgezeichnet mit dem Sonderpreis der Baskischen Gastronomie-Akademie. Sein Projekt heißt Diámetro 200 und ist genau das, was der Name sagt: Verwendet wird, was in einem Kreis von 200 Kilometern Durchmesser rund um Hernani wächst, reift oder gefangen wird. Getragen wird das Café gemeinsam mit der Orona Fundazioa; in der Küche steht heute Chef Nacho Mazo.
Das ist kein Marketing-Etikett, sondern lässt sich am Teller nachrechnen. Die Gilda – jener Spieß aus Peperoni, Sardelle und Olive, der in Donostia erfunden wurde – besteht hier aus ökologischer Guindilla aus Ibarra in Gipuzkoa, Sardelle der Konservenmanufaktur Olasagasti aus Markina in Bizkaia und gefüllter Olive aus Navarra. Die Tortilla wird einzeln und im Moment der Bestellung gemacht, aus Freilandeiern von Aramburu und Kartoffeln aus Álava. Fede Pacha nennt seine Lieferanten konsequent „colaboradores“, Mitarbeiter – und nennt sie bei jedem Gericht beim Namen.
Karabeleko: woher das Gemüse kommt
Der Gemüselieferant des Lurra ist eine kleine Geschichte für sich. Karabeleko ist ein ökologischer Landwirtschaftsbetrieb am feuchten Ufer des Urumea in Hernani – im Grunde um die Ecke. Gegründet wurde er 2014 aus dem Zusammenschluss von Agifes (dem gipuzkoanischen Verband für Angehörige und Menschen mit psychischen Erkrankungen), der Bio-Baumschule Blasenea und dem Garten- und Landschaftsbaubetrieb Kimu Bat.
Der Hof ist zugleich therapeutischer Garten: Er arbeitet an der psychosozialen Rehabilitation und der beruflichen Wiedereingliederung von Menschen mit psychischen Erkrankungen und trägt seit 2020 den Status eines Centro Especial de Empleo. Auf rund zwei Hektar Freiland und über tausend Quadratmetern Gewächshaus wachsen alte lokale ebenso wie exotische Sorten. Jede Woche gehen von hier rund 250 Gemüsekisten an Familien, Kantinen und Restaurants – neben dem Lurra unter anderem an Häuser wie Kokotxa und Casa Urola in Donostia. Wer selbst vorbeischauen will: Karabeleko betreibt auf dem Hof einen Ökoladen.
Man schmeckt diesen kurzen Weg. Der Tomatensalat war zum Niederknien – Tomaten, die nach Tomate schmecken, ein bisschen Öl, ein bisschen Salz, fertig. Dazu ein hervorragendes Gemüsebrot, und zum Abschluss Kirschen, wie man sie selten findet: prall, dunkel, süß mit einer feinen Säure dahinter. Keine Küchenkunst, sondern eine Frage der Herkunft.






🗣️ Mein Eindruck vor Ort
Die Tortilla ist großartig – außen kaum gebräunt, innen noch flüssig, wie sie sein muss. Und die Gilda gehört zu den besten, die ich weit und breit gegessen habe: Schärfe, Salz und Säure sitzen exakt auf dem Punkt. Der Tomatensalat: zum Niederknien. Dazu das Gemüsebrot und Kirschen zum Nachtisch, wie man sie selten findet.
Und dann die Terrasse. Der Blick von hier über den Chillida-Park ist einer der spektakulärsten, die man sich vorstellen kann – Wiese, alte Bäume, dazwischen das Eisen. Chillida Leku ist ein magischer Ort, und das Lurra macht daraus einen ganzen Nachmittag statt einer Stunde. Man kommt für die Skulpturen und bleibt wegen des Mittagessens.
Praktische Infos & Kontakt
📍 Lurra Café (im Museo Chillida Leku)
Jauregi Bailara 66A
20120 Hernani, Gipuzkoa
+34 689 55 72 05
museochillidaleku.com
🕐 Öffnungszeiten
Lurra Café
| Montag | 10:00–17:00 |
| Dienstag | geschlossen |
| Mittwoch | geschlossen |
| Donnerstag | 10:00–17:00 |
| Freitag | 10:00–17:00 |
| Samstag | 10:00–17:00 |
| Sonntag | 10:00–17:00 |
Museum Chillida Leku
| Montag | 10:00–19:00 |
| Dienstag | geschlossen |
| Mittwoch | 10:00–19:00 |
| Donnerstag | 10:00–19:00 |
| Freitag | 10:00–19:00 |
| Samstag | 10:00–19:00 |
| Sonntag | 10:00–19:00 |
Das Café schließt zwei Stunden vor dem Museum und hat zusätzlich mittwochs Ruhetag – wer nur wegen des Essens kommt, plant besser den Vormittag ein. Zutritt zum Lurra nur mit Museumsticket (regulär 14 €, ermäßigt 10 €, Kinder unter 8 Jahren frei) oder Jahrespass (40 €). Für einen Tisch auf der Terrasse an Wochenenden und im Sommer besser vorher reservieren: +34 689 55 72 05.
🗺️ Lage & Anfahrt
Zu Fuß: Vom Ortskern Hernani sind es rund 40 Minuten – der Weg führt über Landstraßen ohne durchgehenden Gehweg und ist nicht zu empfehlen.
Öffentlich: Mit der Buslinie BU05 ab dem Zentrum von Donostia in etwa 25 Minuten, halbstündlich; die Haltestelle „Chillida Leku“ liegt direkt am Museumseingang.
Auto & Parken: Ab Donostia rund 8 km bzw. 15 Minuten über die GI-131 in den Barrio Jauregi. Am Museum stehen kostenlose Parkplätze zur Verfügung.
Weitere passende Empfehlungen im Baskenland
Hernani – das Städtchen am Urumea mit Altstadt, Sidrerías und Chillidas Park vor der Tür.
Errioguarda – nachhaltige Kreativküche im Ortskern von Hernani, wenige Minuten entfernt.
Txertota – baskische Küche im Caserío über dem Leitzaran-Tal bei Andoain.
Asador Olivi – rustikaler Grill und Txuleta in Usurbil, gleich hinter Donostia.
Asador San Martín – Grill-Restaurant über der Oria-Mündung in Orio.
Laia Erretegia – Meistergrill im Hinterland von Hondarribia, nah an der französischen Grenze.
Häufige Fragen zum Lurra Café
Wann hat das Lurra Café geöffnet?
Montag sowie Donnerstag bis Sonntag von 10:00 bis 17:00 Uhr; dienstags und mittwochs bleibt das Café geschlossen. Das Museum selbst öffnet täglich außer dienstags von 10:00 bis 19:00 Uhr, hat also länger auf als die Küche.
Kann man das Lurra Café ohne Museumsticket besuchen?
Nein. Das Café liegt innerhalb des Museums Chillida Leku, der Zutritt ist nur mit gültigem Museumsticket oder Jahrespass möglich. Der reguläre Eintritt kostet 14 €, der Jahrespass 40 € – ab dem dritten Besuch lohnt er sich also.
Wer kocht im Lurra Café?
Das Projekt wird von Fede Pacha und Co geleitet, in der Küche steht Chef Nacho Mazo. Fede Pacha war lange Dozent an der Kochschule Luis Irizar in Donostia und wurde von der Baskischen Gastronomie-Akademie ausgezeichnet.
Was bedeutet „Diámetro 200″?
Das Konzept beschränkt die Zutaten auf einen Kreis von 200 Kilometern Durchmesser rund um Hernani. Alles, was auf den Teller kommt, wächst, reift oder wird innerhalb dieses Radius gefangen.
Woher kommt das Gemüse im Lurra Café?
Hauptsächlich von Karabeleko, einem ökologischen Hof in Hernani am Urumea. Der Betrieb ist zugleich ein soziales Projekt zur Wiedereingliederung von Menschen mit psychischen Erkrankungen und beliefert wöchentlich rund 250 Familien, Kantinen und Restaurants.
Was sollte man im Lurra Café bestellen?
Die Tortilla, die einzeln und frisch zubereitet wird, und die Gilda aus Ibarra-Guindilla, Olasagasti-Sardelle und navarrischer Olive. Dazu je nach Saison der Tomatensalat, das Gemüsebrot und Kirschen zum Nachtisch.

Über den Autor
Christian ist Weinhändler und Foodblogger. Auf Gozatu! schreibt er über gutes Essen und Trinken in Donostia-San Sebastián und dem Baskenland – mit Leidenschaft und Seele, immer aus erster Hand vor Ort. Mehr über Christian →


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