Auf Martín Berasategui und sein Stammlokal in Lasarte-Oria ist Verlass. Drei Michelin-Sterne seit 2001, ein Küchenchef, der mehr Sterne hält als jeder andere spanische Koch – und trotzdem ein Mittagstisch ohne jede Allüre. Präzision, Eleganz und Produktliebe auf Weltklasse-Niveau, vom ersten Gruß aus der Küche bis zum letzten Bissen. Lasarte-Oria liegt rund 10 Kilometer südwestlich von Donostia-San Sebastián und gehört damit zu den unkompliziertesten Tagesausflügen von San Sebastián – mit dem Topo bist du in gut 20 Minuten da.
Zuletzt aktualisiert: September 2026 · von Christian Fenske.
Martín Berasategui auf einen Blick
- Name: Restaurante Martín Berasategui (bei Google: „Martin Berasategui“)
- Küche: Moderne baskische Küche, Fine Dining, Avantgarde
- Ideal für: einen besonderen Mittagstisch auf Weltklasse-Niveau als unkomplizierter Tagesausflug von Donostia – mit dem Topo in gut 20 Minuten erreichbar
- Empfohlene Gerichte: Signature Dish Millefeuille von geräuchertem Aal, Foie Gras, Frühlingszwiebel & grünem Apfel (seit 1995), dazu die Gilda mit Balfegó-Thunfischtartar, Seehecht mit Kokotxas und der gemischte Salat mit Meeresfrüchten in weißem Tomatengelee
- Ort: Lasarte-Oria, ca. 10 km südwestlich von Donostia-San Sebastián
- Chef: Martín Berasategui, geboren 1960 in Donostia-San Sebastián
- Auszeichnung: 3 Michelin-Sterne seit 2001; 2026 von La Liste als bestes Restaurant Spaniens geführt
- Preisniveau: €€€€ – zwei Menüs zu je 395,00 € p. P., Weinbegleitung 210,00 €
- Öffnungszeiten: Mi–Do, So 13:00–14:15 · Fr–Sa 13:00–14:15 & 20:30–21:30 · Mo–Di geschlossen
- Reservierung: über martinberasategui.com oder telefonisch – mehrere Wochen bis Monate Vorlauf einplanen
- Adresse: Loidi Kalea 4, 20160 Lasarte-Oria
- Telefon: +34 943 36 64 71 oder +34 943 36 15 99
- Zuletzt besucht: 2025
Ankunft in Lasarte-Oria: das Haus und der Raum
Das Restaurant liegt unauffällig an der Loidi Kalea, mitten in einem Ort, den man ohne diesen Namen wohl nie besuchen würde. Genau das gehört zum Reiz: keine Kulisse, kein Spektakel am Eingang. Drinnen dann ein heller, ruhiger Raum mit Blick ins Grüne, große Abstände zwischen den Tischen und ein Serviceteam, das vom ersten Moment an präsent ist, ohne zu drängen. Reserviert wird meist Wochen im Voraus – wir hatten Glück und bekamen kurzfristig einen Mittagstisch.
Das Gebäude ist ein modernes Caserío am Ortsrand, der Speisesaal verglast, mit Blick über die Felder ringsum. Zum Haus gehört ein eigener Obst- und Gemüsegarten. Das Logo an der Fassade ist Martín Berasateguis eigene Handschrift – eine stille Hommage an seinen Vater. Er selbst nennt sich lieber einen Überbringer von Glück als einen Star und verweist auf sein Team und auf seine Frau Oneka Arregui.


Die beiden Menüs: Degustación oder à la Carta
Das Haus bietet zwei Wege an, und beide kosten dasselbe: 395,00 € pro Person. Das ist in der Spitzengastronomie ungewöhnlich – meist ist das große Menü deutlich teurer als die Karte.
Das Menú Degustación führt vom Brotservice über die Aperitifs durch rund vierzehn Stationen bis zu den hauseigenen Pacari-Schokoladen. Das Menú a la Carta beginnt mit denselben sechs Aperitifs, danach wählt man Vorspeise, Hauptgang und Dessert selbst – halbe Portionen sind möglich. Beide Varianten lassen sich an Unverträglichkeiten und Vorlieben anpassen. Die Weinbegleitung kostet 210,00 €, die große Auswahl „Excellence“ 750,00 €.
Der Auftakt: Grüße aus der Küche
Das Menü beginnt mit einer Serie kleiner Happen, die den Ton für alles Folgende setzen: eine marinierte Olive, lang fermentiertes Brot mit iberischer Schinkenbutter, dazu ein Gang aus Reh, Algen und Ars-Italica-Kaviar. Jeder Bissen ist auf den Punkt gewürzt, temperiert und komponiert – nichts wirkt beliebig, nichts überfrachtet.





Der Signature-Dish von 1995
Das bekannteste Gericht des Hauses steht seit 1995 unverändert auf der Karte: eine Millefeuille aus geräuchertem Aal, Foie Gras, Frühlingszwiebel und grünem Apfel, karamellisiert und in einem Bissen zu essen. Rauch, Fett, Säure und Süße greifen so präzise ineinander, dass man versteht, warum das Gericht seit drei Jahrzehnten niemand vom Menü nimmt. Es ist der Prototyp der modernen baskischen Küche – und immer noch ihr Maßstab.

Die Hauptgänge: Produkt vor Effekt
Der Mittelteil des Menüs zeigt, was diese Küche von vielen Avantgarde-Adressen unterscheidet: Sie ist technisch aufwendig, aber immer verständlich. Eine Gilda mit Balfegó-Thunfischtartar, cremiger Anchovis, gefrorener Chilischote und Kapernbrühe zitiert den klassischen Pintxo und denkt ihn neu. Cannelloni mit Krustentieren, kandierter Gurke, Lachs und Zitruskrautsaft bleiben leicht, obwohl viel drinsteckt. Dazu Würfel von cremigen Pilzen mit Portwein und gereifter iberischer Schweinebacke, „die Trüffel“ mit Pilzmoos und iberischem Schinken sowie ein Seehecht mit Kokotxas, der beweist, dass hier auch das schlichteste baskische Fischgericht auf höchstem Niveau funktioniert.
Die Karte wechselt mit der Saison. Aktuell stehen unter anderem ein über der Glut gegarter Seehecht aus Burela mit Codium-Zwiebel, Kokos-Toffee und Pil-Pil auf der Liste, dazu Hummer in Zitrusescabeche, eine Chuleta vom Milchlamm mit Trüffelsauce und ein Filet vom galicischen Rind.





Desserts und Petit Fours
Zum Abschluss ein Gin Fizz in zwei Temperaturen mit Erdbeeren-Crunch und Limettenschaum, danach geeiste Zitrone auf Basilikumsauce mit grünen Bohnen und Mandeleis. Beides bleibt klar, kühl und schnörkellos – kein Zuckerbombardement, sondern ein sauberer Schlusspunkt. Die Petit Fours zum Kaffee sind dann noch einmal Handwerk in Miniatur.



🗣️ Mein Eindruck vor Ort
Wenn es einen Platz für die leckerste und verständlichste baskische Hochküche gibt, dann gebührt er Martín Berasategui. Farbenfroh, mit den besten lokalen Zutaten, aromensicher kombiniert – hier folgt ein Meisterwerk dem nächsten, ohne dass es je angestrengt wirkt.
Manche Gerichte stehen seit Jahrzehnten auf der Karte, neue kommen Jahr für Jahr hinzu. Bei Martín schmeckt es immer. Klassiker, die einfach immer passen. Dazu ein Serviceteam, das drei Sterne trägt, ohne einen Moment lang steif zu sein.
Wer es nicht glaubt, geht hin und probiert den Signature-Dish von 1995: karamellisierte Häppchen aus geräuchertem Aal, Entenleber, Zwiebeln und Apfel – oder den gemischten Salat mit Meeresfrüchten in einem weißen Tomatengelee. Danke an alle Beteiligten für dieses großartige Erlebnis. Gozatu! 💯
Praktische Infos & Kontakt
📍 Restaurante Martín Berasategui, Loidi Kalea 4, 20160 Lasarte-Oria | ☎️ +34 943 36 64 71 | 🌐 martinberasategui.com
🕐 Öffnungszeiten
| Montag – Dienstag | Geschlossen |
| Mittwoch – Donnerstag | 13:00 – 14:15 Uhr |
| Freitag – Samstag | 13:00 – 14:15 & 20:30 – 21:30 Uhr |
| Sonntag | 13:00 – 14:15 Uhr |
Angegeben sind die Einlasszeiten. Reservierungen sind oft mehrere Wochen bis Monate im Voraus nötig, Buchung über martinberasategui.com oder telefonisch. Kinder unter 8 Jahren sind nicht zugelassen. Stand: Oktober 2026.
🗺️ Lage & Anfahrt
Mit dem Auto: Von Donostia-San Sebastián über die N-634 oder die A-8 (Ausfahrt Lasarte-Oria) rund 15 bis 20 Minuten. Das Restaurant liegt am Ortsrand an der Loidi Kalea, die Zufahrt ist ausgeschildert.
Mit dem Topo & Bus: Der Topo (Euskotren) und die Lurraldebus-Linien ab Donostia-Amara bringen dich in gut 20 Minuten nach Lasarte-Oria. Vom Ortszentrum sind es etwa 10 Gehminuten zum Restaurant.
Parken: Direkt am Restaurant stehen kostenfreie Stellplätze zur Verfügung – ein klarer Vorteil gegenüber den Sternehäusern in der Stadt. Wer Weinbegleitung nimmt, sollte trotzdem lieber den Zug oder ein Taxi wählen.
Weitere passende Empfehlungen im Baskenland
Wenn dich die baskische Spitzenküche und die Grillkultur der Region interessieren, sind das die nächsten Adressen aus meinem Blog:
→ Sternerestaurants im Baskenland: alle 26 Michelin-Häuser 2026
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→ Casa Julián de Tolosa: Der beste Txuleta der Welt
→ Txispa Atxondo: 1-Sterne-Restaurant im Baskenland
→ Bakea Mungia: Feuerküche & Degustationsmenü nahe Bilbao
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Häufige Fragen zum Restaurant Martín Berasategui
Welche Öffnungszeiten hat das Restaurant Martín Berasategui?
Mittwoch und Donnerstag und Sonntag von 13:00 bis 14:15 Uhr, Freitag und Samstag von 13:00 bis 14:15 Uhr und von 20:30 bis 21:30 Uhr. Montag und Dienstag sind Ruhetage. Die Zeiten sind Einlasszeiten.
Wie viele Michelin-Sterne hat das Restaurant Martín Berasategui?
Das Restaurante Martín Berasategui in Lasarte-Oria hält seit 2001 durchgehend 3 Michelin-Sterne. Über alle seine Häuser hinweg führt Martín Berasategui außerdem mehr Sterne als jeder andere spanische Koch – die genaue Zahl ändert sich mit jeder Guide-Ausgabe, weil Häuser dazukommen oder schließen.
Was ist das Signature-Dish von Martín Berasategui?
Das bekannteste Gericht ist die Millefeuille aus geräuchertem Aal, Foie Gras, Frühlingszwiebel und grünem Apfel. Sie steht seit 1995 unverändert auf der Karte und gilt als Klassiker der modernen baskischen Küche.
Welche Menüs gibt es im Martín Berasategui?
Zwei: das Menú Degustación mit rund vierzehn Stationen und das Menú a la Carta, bei dem nach sechs Aperitifs Vorspeise, Hauptgang und Dessert selbst gewählt werden – halbe Portionen möglich. Beide kosten dasselbe und lassen sich an Unverträglichkeiten anpassen.
Was kostet ein Essen im Martín Berasategui?
Beide Menüs kosten 395,00 € pro Person ohne Getränke. Die Weinbegleitung liegt bei 210,00 €, die gehobene Auswahl „Excellence“ bei 750,00 €. Damit zählt das Haus zu den Spitzenadressen Europas. Stand: September 2026.
Wie reserviert man einen Tisch bei Martín Berasategui?
Reservierungen laufen über die Website martinberasategui.com oder telefonisch unter +34 943 36 64 71. Plane mehrere Wochen bis Monate Vorlauf ein. Kinder unter 8 Jahren sind nicht zugelassen.
Wie kommt man von Donostia-San Sebastián nach Lasarte-Oria?
Mit dem Topo (Euskotren) oder dem Lurraldebus ab Donostia-Amara in gut 20 Minuten; vom Ortszentrum sind es etwa 10 Gehminuten. Mit dem Auto über die N-634 oder die A-8, Ausfahrt Lasarte-Oria, rund 15 bis 20 Minuten. Am Restaurant gibt es kostenfreie Stellplätze.
Über den Autor
Christian ist Weinhändler und Foodblogger. Auf Gozatu! schreibt er über gutes Essen und Trinken in Donostia-San Sebastián und dem Baskenland – mit Leidenschaft und Seele, immer aus erster Hand vor Ort. Mehr über Christian →


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