Das Bakea in Mungia, nur 20 Fahrminuten nördlich von Bilbao, ist eines der spannendsten Restaurants im Baskenland: eine kompromisslose Feuerküche in tiefschwarzem Interieur, serviert als wechselndes Degustationsmenü an einem großen gemeinsamen Tisch. Bei der Michelin-Gala am 25. November 2025 erhielt Bakea gleich zwei Auszeichnungen – seinen ersten Michelin-Stern und einen Grünen Stern für nachhaltige Gastronomie. Küchenchef Alatz Bilbao kam über das Metallhandwerk zur Gastronomie; geschmiedetes Besteck, selbst gefertigtes Geschirr und ein eigens konstruierter Holzofen sind hier keine Deko, sondern Fundament. Wer eine Städtereise nach Bilbao plant, hat das Bakea praktisch vor der Tür; von Donostia-San Sebastián sind es über die AP-8 gut 1 Stunde 15 Minuten – damit gehört Mungia zu den lohnendsten Tagesausflügen von San Sebastián.
Aktualisiert im September 2026.
Bakea auf einen Blick
- Was: Fine-Dining-Restaurant mit Feuerküche und Degustationsmenü
- Wo: Mungia, Bizkaia – rund 20 Fahrminuten nördlich von Bilbao
- Auszeichnungen: 1 Michelin-Stern und 1 Grüner Stern, beide verliehen bei der Gala am 25. November 2025 (Guide MICHELIN España & Andorra 2026)
- Küchenchef: Alatz Bilbao – gelernter Dreher und Fräser, Stationen u. a. bei Mugaritz, Azurmendi und Arrea!
- Besonderheit: großer gemeinsamer Tisch im Geist der baskischen Txokos – man sitzt mit anderen Gästen zusammen
- Menü: zwei Degustationsmenüs mit etwa 11 und 15 Gängen, Weinbegleitung optional
- Signature: Anchovis / Blütenpollen / Honig, Seehechtbäckchen im Walnuss-Ajo-Blanco, Txuleta mit Koji, Kalmar in eigener Tinte
- Preisniveau: €€€€ – gehobenes Degustationsmenü
- Öffnungszeiten: Mo, Do–So mittags ab 13:30 Uhr, Do–Sa zusätzlich abends ab 20:00 Uhr; Di & Mi Ruhetag
- Reservierung: zwingend erforderlich, ausschließlich über die Website
- Adresse: Olalde Beresia Kalea 1, 48100 Mungia, Bizkaia
Wo Glut, Produkt und Stille den Ton angeben
Das Restaurant Bakea liegt versteckt und beinahe unscheinbar in einem Neubau-Wohnblock der baskischen Ortschaft Mungia, nur wenige Kilometer von Bilbao entfernt. Kein großes Entrée, kein lautes Zeichen, Understatement ist hier Programm. Erst beim Betreten offenbart sich der eigentliche Charakter des Ortes: ein tiefschwarzes, sensibel illuminiertes Interieur, das sofort Ruhe, Konzentration und eine beinahe meditative Stimmung erzeugt. Licht, Materialien und Raum sind präzise aufeinander abgestimmt und lenken den Blick konsequent auf das Wesentliche.
Ein Detail, das man vor der Reservierung kennen sollte: Im Zentrum des Raums steht ein großer gemeinsamer Tisch. Er ist eine bewusste Anspielung auf die Txokos, die baskischen gastronomischen Gesellschaften, in denen man traditionell zusammen kocht und isst. Wer einen Zweiertisch für einen intimen Abend erwartet, sollte darauf vorbereitet sein, neben anderen Gästen zu sitzen – für viele ist genau das der Reiz.

Die offene Küche ist integraler Bestandteil des Raums und macht das handwerkliche Arbeiten unmittelbar erlebbar. Metall, Holz und Feuer dominieren das Bild, nichts wirkt dekorativ oder zufällig.

Das Kochen über offener Flamme und Glut ist kein Effekt, sondern zentrales Werkzeug, das den Gerichten Tiefe, Spannung und eine klare aromatische Linie verleiht, ohne jemals grob oder rustikal zu erscheinen.

Alatz Bilbao: vom Metallhandwerk ans Feuer
Im Zentrum dieses Konzepts steht Alatz Bilbao, kreativer Kopf und Küchenchef von Bakea. Seine Wurzeln liegen nicht in der klassischen Gastronomie, sondern im Metallhandwerk – seine Familie arbeitet in der Metallverarbeitung. Fünf Jahre war er als Dreher und Fräser in einer Werkstatt in Mungia beschäftigt, und zwar bewusst nicht im Familienbetrieb, sondern bei der Konkurrenz: Der Perspektivwechsel war Teil der Ausbildung. Geprägt von Präzision, Materialverständnis und dem täglichen Umgang mit Feuer bildet diese handwerkliche Erfahrung bis heute das Fundament seiner Küche.
Das sichtbarste Ergebnis steht mitten in der Küche: „La Mákina“, ein Holzofen, den Alatz Bilbao selbst entworfen und gebaut hat. Er vereint Grillflächen und einen Heißräucherbereich in einem Gerät – aus ihm kommt praktisch das gesamte Menü. Auch Besteck und Geschirr fertigt er selbst, und zwar aus Altmetall aus der Familienwerkstatt.
Die kulinarische Prägung des Teams ist dabei deutlich spürbar. Stationen bei Mugaritz, Azurmendi und Arrea! – Bergküche mit Michelin-Stern in der Montaña Alavesa haben ihre Spuren hinterlassen: Orte des herausragenden Wissens und der kulinarischen Kreativität der Extraklasse. Diese Erfahrungen zeigen sich in der Präzision, der gedanklichen Tiefe und dem selbstverständlichen Umgang mit anspruchsvollen Techniken, die hier jedoch nie zum Selbstzweck werden.
Der Grüne Stern: warum Bakea doppelt ausgezeichnet ist
Bakea gehört zu den wenigen Häusern, die bei derselben Gala Stern und Grünen Stern erhalten haben – letzteren vergibt Michelin für nachhaltige Gastronomie. Der Grund liegt in der konsequenten Kreislauflogik des Hauses: Verwendet werden ausschließlich Produkte aus dem Baskenland, bezogen über ein direktes Netz von Erzeugern aus Mungialdea, der Umgebung von Mungia. Verschnitt und Reste finden eine zweite Verwendung, und selbst die Holzasche aus dem Ofen wird weiterverarbeitet – zu Lauge. Das Besteck aus Altmetall gehört in dieselbe Logik.
Das Degustationsmenü: Produkt, Saison und Handschrift
Im Mittelpunkt stehen Produkte aus der unmittelbaren Umgebung Mungias sowie aus dem gesamten Baskenland. Saison und Herkunft geben den Rhythmus vor, jeder Gang wirkt konzentriert, klar und persönlich. Bakea arbeitet ausschließlich mit Degustationsmenüs: Angeboten werden zwei Menüs mit etwa elf und fünfzehn Gängen, jeweils mit optionaler Weinbegleitung. Der Service begleitet diese Reise ruhig und aufmerksam, mit spürbarer Nähe zur Küche und präzisen Erklärungen, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
Der Auftakt
Den Anfang machen kleine, konzentrierte Happen. Eine Tortilla mit Paprika steht hier nicht für Hausmannskost, sondern für die Grundidee des Hauses: wenige Zutaten, präzise behandelt.

Es folgt eine klare Gemüsebrühe – in einer Feuerküche der Moment, in dem sich zeigt, wie viel Aroma aus Röstung und Fond gezogen wurde.

Der Gang aus Anchovis, Blütenpollen und Honig gehört zu den Signaturgerichten: die Salzigkeit der Sardelle gegen die Süße von Pollen und Honig gesetzt.


Vom Meer
Der Mittelteil gehört dem Atlantik. Die Auster mit Sauce Vizcaína verbindet dabei zwei Welten: Die Vizcaína ist die klassische Sauce Bizkaias, gemacht aus getrockneten Choricero-Paprika und Zwiebeln, und begleitet dort normalerweise Kabeljau.


Die Seehechtbäckchen kommen in einer Art Walnuss-Ajo-Blanco. Das Original aus Andalusien ist eine kalte Suppe aus Mandeln, Brot, Knoblauch und Olivenöl – hier mit Walnuss statt Mandel und als Sauce zu einem der zartesten Stücke des Fischs.


Zwischendurch treten Gemüse und Fisch nebeneinander auf – Piquillo-Paprika ebenso wie Rotbarbe mit Fischsuppe.


Der Kalmar in seiner eigenen Tinte ist ein Klassiker der bizkainischen Küche, hier über der Glut interpretiert. Es folgt Wolfsbarsch.


Vom Feuer: Fleisch und Innereien
Im zweiten Teil des Menüs wird es kräftiger. Rothuhn, Linsen mit Rinderblut und schließlich die Txuleta zeigen, dass das Haus vor archaischen Produkten nicht zurückschreckt.



Linsen mit Rinderblut greifen eine alte baskische Tradition auf: Blut als Zutat ist hier über die Blutwurst seit jeher gebräuchlich.


Der Höhepunkt ist die Txuleta mit Koji. Koji ist ein Edelschimmel, der in Japan für Sake, Miso und Sojasauce genutzt wird; auf Fleisch angewendet baut er Eiweiß ab und erzeugt eine tiefe Umami-Note. In einer baskischen Feuerküche ist das ein ungewöhnlicher, aber logischer Schritt.

Die Süßspeisen
Den Abschluss bilden baskische Klassiker in neuer Lesart. Die Cuajada ist ein traditioneller Schafsmilchquark, der in Navarra und im Baskenland mit Lab dickgelegt wird.


Die Karolina ist ein Gebäck aus Bilbao: ein Mürbeteigtörtchen mit Baisserspitze, halb gelb, halb schokoliert. In der Stadt bekommt man sie in jeder guten Konditorei – hier als Teil eines Sternemenüs.



Wein, Besteck und Geschirr: alles aus einer Haltung
Auch die Weinkarte folgt dieser Haltung. Sie ist bewusst kuratiert, qualitätsorientiert und versteht sich als leiser Begleiter der Küche. Im Fokus stehen Weine aus der unmittelbaren Umgebung – als Gelegenheit, Erzeuger kennenzulernen, die man außerhalb der Region selten im Glas hat. Wer eine eigene Flasche mitbringen möchte, kann das gegen Korkgeld tun.
Bakea ist kein Ort für den schnellen Besuch und keine Bühne für Effekte. Es ist ein stilles, kraftvolles Statement, das Zeit und Aufmerksamkeit verlangt. Wer sich darauf einlässt, erlebt eine Küche mit Haltung, Tiefe und Identität – verborgen gelegen, dunkel inszeniert, lange nachwirkend und serviert aus selbst geschmiedetem Besteck und eigens gefertigtem Geschirr.


🗣️ Mein Eindruck vor Ort
Ich habe das Bakea zuerst fast übersehen: ein Neubaublock in Mungia, eine kleine Tür, kein Schild, das etwas verspricht. Drinnen kippt die Wahrnehmung sofort – tiefschwarzer Raum, sensibel gesetztes Licht, konzentrierte Stille. Man wird ruhiger, noch bevor der erste Gang kommt.
Was mich am meisten beeindruckt hat, ist die Konsequenz: Alatz Bilbao kommt vom Metallhandwerk, und man schmeckt und sieht es. Feuer und Glut sind nicht Effekt, sondern Werkzeug, das Besteck ist selbst geschmiedet, das Geschirr eigens gefertigt. Die Weinkarte bleibt bewusst leise und baskisch. Für mich eines der stärksten Erlebnisse im Baskenland – ein stilles, kraftvolles Statement, das lange nachwirkt.
Praktische Infos & Kontakt
📍 Bakea, Olalde Beresia Kalea 1, 48100 Mungia | ☎️ +34 611 76 91 49 | 🌐 bakeamungia.com
🕐 Öffnungszeiten
| Montag | 13:30–14:00 |
| Dienstag | Ruhetag |
| Mittwoch | Ruhetag |
| Donnerstag | 13:30–14:00 & 20:00–20:30 |
| Freitag | 13:30–14:00 & 20:00–20:30 |
| Samstag | 13:30–14:00 & 20:00–20:30 |
| Sonntag | 13:30–14:00 |
⚠️ Die angegebenen Zeiten sind reine Einlassfenster für das Degustationsmenü, nicht die Dauer des Essens – plane für das Menü mehrere Stunden ein. Bakea arbeitet ausschließlich mit Reservierung; gebucht wird über bakeamungia.com, für Rückfragen erreichst du das Team unter +34 611 76 91 49.
🗺️ Lage & Anfahrt
Zu Fuß: Vom Ortskern und vom Busbahnhof Mungia sind es nur wenige Gehminuten zur Olalde Beresia Kalea. Das Restaurant liegt unscheinbar in einem Neubau-Wohnblock ohne auffälliges Schild – die Adresse vorher speichern, sonst läuft man daran vorbei.
Öffentlich: Bizkaibus verbindet Bilbao mehrmals stündlich mit Mungia, Fahrzeit rund 35–45 Minuten. Der letzte Rückbus fährt früh – für das Abendmenü ist ein Taxi oder das eigene Auto die sicherere Option.
Auto & Parken: Von Bilbao über die BI-631 Richtung Mungia rund 20–25 Minuten, von Donostia-San Sebastián etwa 1 Stunde 15 Minuten über die AP-8. Im Wohnviertel rund um die Olalde Beresia Kalea gibt es kostenfreie Stellplätze am Straßenrand, meist ohne größere Suche.
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Häufige Fragen zum Bakea in Mungia
Hat das Bakea einen Michelin-Stern?
Ja, sogar zwei Auszeichnungen: Bei der Michelin-Gala am 25. November 2025 erhielt Bakea seinen ersten Stern und zugleich einen Grünen Stern für nachhaltige Gastronomie. Beide stehen im Guide MICHELIN España & Andorra 2026. Verantwortlich für die Küche ist Alatz Bilbao.
Sitzt man im Bakea an einem gemeinsamen Tisch?
Ja, das Herzstück des Raums ist ein großer zentraler Tisch – eine bewusste Anspielung auf die baskischen Txokos, die gastronomischen Gesellschaften. Wer einen abgeschirmten Zweiertisch erwartet, sollte das vor der Reservierung wissen.
Wann hat das Bakea in Mungia geöffnet?
Bakea öffnet montags, donnerstags, freitags, samstags und sonntags mittags ab 13:30 Uhr, donnerstags bis samstags zusätzlich abends ab 20:00 Uhr. Dienstag und Mittwoch sind Ruhetage. Die Zeitfenster sind reine Einlasszeiten – für den Besuch selbst solltest du mehrere Stunden einplanen.
Muss man im Bakea reservieren?
Ja, eine Reservierung ist zwingend erforderlich. Das Restaurant hat wenige Plätze und arbeitet mit festen Einlasszeiten. Gebucht wird über die Website bakeamungia.com; wer an einem Wochenende essen möchte, sollte deutlich im Voraus reservieren.
Gibt es im Bakea à la carte oder nur ein Menü?
Nur Menü. Bakea bietet zwei Degustationsmenüs mit etwa elf und fünfzehn Gängen an, jeweils mit optionaler Weinbegleitung. Der Ablauf ist festgelegt, die Gänge wechseln je nach Saison und Produkt. Eine klassische Karte gibt es nicht.
Was ist „La Mákina“?
So heißt der Holzofen, den Alatz Bilbao selbst entworfen und gebaut hat. Er vereint Grillflächen und einen Heißräucherbereich in einem Gerät und ist das zentrale Werkzeug der Küche – praktisch das gesamte Menü läuft über ihn.
Was macht die Küche von Alatz Bilbao besonders?
Alatz Bilbao arbeitete fünf Jahre als Dreher und Fräser, bevor er in die Gastronomie wechselte – Stationen bei Mugaritz, Azurmendi und Arrea! folgten. Feuer, Glut und Metall sind bei ihm kein Stilmittel, sondern Handwerk: Er schmiedet Besteck und Geschirr aus Altmetall der Familienwerkstatt, und fast jeder Gang läuft über offene Flamme.
Wie kommt man von Bilbao nach Mungia zum Bakea?
Mit dem Auto sind es über die BI-631 rund 20–25 Minuten. Der Bizkaibus fährt mehrmals stündlich von Bilbao nach Mungia und braucht etwa 35–45 Minuten. Für das Abendmenü empfiehlt sich Auto oder Taxi, da der Busverkehr am späten Abend ausdünnt.
Über den Autor
Christian ist Weinhändler und Foodblogger. Auf Gozatu! schreibt er über gutes Essen und Trinken in Donostia-San Sebastián und dem Baskenland – mit Leidenschaft und Seele, immer aus erster Hand vor Ort. Mehr über Christian →


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