Kurz & knapp: Der Peine del Viento steht dort, wo die Bucht von La Concha aufhört und der Atlantik anfängt. Drei Skulpturen aus Corten-Stahl von Eduardo Chillida, jede über neun Tonnen schwer, in den Fels verankert. Davor eine gestufte Granitplaza von Luis Peña Ganchegui, aus deren Boden bei Wellengang Gischt schießt. Frei zugänglich, kostenlos – aber bei Sturm gesperrt.
Zuletzt aktualisiert: 13. Oktober 2026 · von Christian Fenske
Auf einen Blick
- Name: Peine del Viento (baskisch Haizearen Orrazia) – drei Corten-Stahl-Skulpturen von Eduardo Chillida, je über neun Tonnen, Plaza von Luis Peña Ganchegui, aufgestellt 1977
- Lage: Westende der Bucht hinter dem Strand von Ondarreta, am Fuß des Monte Igueldo, Stadtteil Antiguo
- Zugang: frei zugänglich, kein Eintritt, keine Öffnungszeiten
- Gesperrt bei: orangefarbener Seegangswarnung von Euskalmet – mehrmals pro Winter, meist zusammen mit Paseo Nuevo und Zurriola-Mole
- Zeitbedarf: eine halbe Stunde; wer auf die Bufones wartet, bleibt doppelt so lang
- Beste Zeit: auflaufendes Wasser bei rauer See – Herbst und Winter; ein ruhiger Augusttag bringt nichts
- Barrierefrei: nein – Granitstufen ohne Rampe, bei Nässe rutschig; vom Ende der Uferpromenade sind die Skulpturen trotzdem gut zu sehen
- Mit Kindern: nur bei ruhiger See – die Stufen sind ungesichert und die Fontänen kommen unberechenbar
- Hinkommen: zu Fuß über die Concha-Promenade, ab Parte Vieja rund eine Stunde; Dbus-Linie 16 ab Boulevard; mit dem Auto besser das Parkhaus am Ondarreta
- Mein Tipp: morgens die Euskalmet-Warnstufe prüfen – bei Gelb hingehen, bei Orange etwas anderes planen
Drei Skulpturen am Ende der Bucht
Die Bucht von La Concha ist ein fast geschlossener Halbkreis. Ganz im Westen, wo der Monte Igueldo ins Wasser abfällt, hört sie auf – und genau dort hat Eduardo Chillida 1977 drei Stahlarme in die Felsen setzen lassen. Zwei stehen nah beieinander, der dritte weiter draußen. Das ist keine Zufallsanordnung: Nach der Deutung des städtischen Tourismusbüros stehen die ersten beiden für Vergangenes und für Verbindungen, der entfernte dritte für den Horizont und die Zukunft.
Chillida hat den Ort nicht bebaut, sondern beantwortet. Sein Satz dazu ist bekannt: El lugar es siempre condicionante de la obra – der Ort bestimmt immer das Werk. Er beschrieb die Arbeit als Antwort auf eine Gleichung aus Meer, Wind, Klippen, Horizont und Licht. Wer davorsteht, versteht das sofort: Die Kämme greifen in den Wind, ohne ihn zu halten.
Der Transport war ein eigenes Kapitel. Chillida fragte zunächst bei der US-Militärvertretung nach Hubschraubern – die schafften das Gewicht nicht. Also bauten die Arbeiter unter der Leitung des Ingenieurs Jose Mari Elosegi eine provisorische Brücke über das Wasser, um die Stahlteile auf die Felsen zu bringen. Jede Skulptur wiegt über neun Tonnen; einige Quellen nennen zehn.
Der Platz, der atmet
Was viele für Beiwerk halten, ist der zweite Teil des Kunstwerks: die gestufte Plaza aus rosafarbenem Granit, entworfen vom Architekten Luis Peña Ganchegui. Sie ist Sockel, Zuschauerraum und Instrument zugleich. Unter dem Pflaster liegt ein Röhrensystem, das mit dem Meer verbunden ist. Drückt eine Welle hinein, schießen Luft und Wasser durch sieben Öffnungen im Boden nach oben – die Bufones, wie sie an dieser Küste heißen. Dazu kommt ein Geräusch, das das Guggenheim Bilbao „Chillidas Orgel“ nennt.
Wann die Bufones am besten arbeiten, legt keine offizielle Quelle fest – belegt ist nur die Faustregel: auflaufendes Wasser und raue See. Praktisch heißt das, Herbst und Winter sind die bessere Jahreszeit, ein ruhiger Augusttag der schlechteste. Wer im Sommer kommt und nichts sieht, hat nicht das falsche Wetter erwischt, sondern die falsche Erwartung.

Wann gesperrt wird
Das städtische Tourismusbüro formuliert es knapp: An stürmischen Tagen kann die Polizei das Areal absperren. In der Praxis passiert das mehrmals pro Winter, meist gemeinsam mit dem Paseo Nuevo, dem Paseo de Leizaola und der Mole an der Zurriola. Ausgelöst wird es von der orangefarbenen Warnstufe des baskischen Wetterdienstes Euskalmet für Seegang – in den zurückliegenden Wintern etwa bei Wellen um vier bis fünf Meter.
Eine veröffentlichte Zahl, ab welcher Wellenhöhe genau gesperrt wird, gibt es nicht. Praktisch hilft ein Blick auf die Warnstufen von Euskalmet am Morgen: Steht Orange für Seegang, plane den Peine del Viento nicht fest ein. Steht Gelb, ist er meist offen – und dann ist es die beste Zeit, die es gibt.
Hinkommen
Zu Fuß ist es der schönste Weg: vom Antiguo oder vom Ende des Ondarreta-Strandes führt der Uferweg direkt hin, vorbei am Palacio de Miramar. Von der Parte Vieja aus läuft man die ganze Concha entlang – rund eine Stunde, aber es ist die Promenade, für die die Stadt bekannt ist.
Mit dem Bus fährt die Dbus-Linie 16 ab Boulevard Richtung Igeldo, tagsüber alle 20 bis 30 Minuten je nach Saison. Mit dem Auto wird es eng: Der Bereich ist Wohngebiet, Stellplätze sind knapp, das Parkhaus am Ondarreta ist die verlässlichere Wahl. Die Plaza selbst besteht aus Granitstufen – barrierefrei ist sie nicht, und bei Nässe sind die Stufen rutschig.
🗣️ Mein Eindruck vor Ort
Ich habe das Schauspiel erlebt, als das Meer richtig gearbeitet hat, und es ist genau das: ein Naturschauspiel. Die Fontänen kommen nicht gleichmäßig, sondern unberechenbar – man wartet, es passiert nichts, und dann schießt es plötzlich aus dem Boden hoch. Man steht da und schaut, und die halbe Stunde, die man eingeplant hatte, wird schnell zu einer ganzen.
Was man aber wissen muss: Wenn das Wetter zu wild wird, ist der Zugang gesperrt. Das ist keine Schikane – bei dem Seegang, der die Blaslöcher richtig zum Arbeiten bringt, kommen die Wellen auch über die Plaza. Wer bei angekündigtem Sturm extra hinfährt, steht möglicherweise vor der Absperrung. Der Übergang zwischen „spektakulär“ und „geschlossen“ ist hier schmal.
📍 Peine del Viento, Paseo Eduardo Chillida, Antiguo, 20008 Donostia-San Sebastián, Gipuzkoa | frei zugänglich, kein Eintritt
🗺️ Lage & Anfahrt
Am Westende der Bucht, hinter dem Strand von Ondarreta am Fuß des Monte Igueldo. Route in Google Maps öffnen
Häufig gestellte Fragen zum Peine del Viento
Kostet der Peine del Viento Eintritt?
Nein. Die Plaza und die Skulpturen sind frei zugänglich, es gibt keine Öffnungszeiten und keine Tickets. Die einzige Einschränkung ist die Sperrung bei starkem Seegang.
Wann spritzen die Fontänen aus dem Boden?
Bei auflaufendem Wasser und rauer See. Unter der Plaza liegt ein Röhrensystem, das mit dem Meer verbunden ist; der Wellendruck presst Luft und Wasser durch sieben Öffnungen im Pflaster nach oben, die Bufones. Im Herbst und Winter passiert das deutlich häufiger als an ruhigen Sommertagen. Eine offizielle Angabe zu Gezeiten oder Wellenhöhe gibt es nicht.
Wird der Zugang gesperrt?
Ja, mehrmals pro Winter. Bei orangefarbener Seegangswarnung des Wetterdienstes Euskalmet sperrt die Polizei den Bereich, meist gemeinsam mit dem Paseo Nuevo und der Mole an der Zurriola. Ein Blick auf die Warnstufen am Morgen erspart die vergebliche Fahrt.
Wie kommt man zum Peine del Viento?
Zu Fuß über die Promenade der Concha bis ans Ende des Ondarreta-Strandes, von der Altstadt aus rund eine Stunde. Mit dem Bus fährt die Dbus-Linie 16 ab Boulevard Richtung Igeldo. Parkplätze sind vor Ort knapp, das Parkhaus am Ondarreta ist die verlässlichere Wahl.
Von wem stammt der Peine del Viento?
Die drei Stahlskulpturen schuf Eduardo Chillida, die gestufte Granitplaza davor der Architekt Luis Peña Ganchegui. Aufgestellt wurden sie im September 1977; die Plaza wurde 2007 zum 30. Jahrestag offiziell eingeweiht.
Wie viel Zeit sollte man einplanen?
Für den Weg über die Plaza und ein paar Fotos reicht eine halbe Stunde. Wer auf die Bufones wartet, bleibt schnell doppelt so lange, denn die Fontänen kommen unregelmäßig. Zusammen mit dem Spaziergang über die Concha vom Zentrum aus wird ein halber Nachmittag daraus.
Ist der Peine del Viento barrierefrei?
Nein. Die Plaza besteht aus Granitstufen ohne Rampe, und bei Nässe sind die Stufen rutschig. Die Skulpturen lassen sich aber schon vom Ende der Uferpromenade aus gut sehen.
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Über den Autor
Christian ist Weinhändler und Foodblogger. Auf Gozatu! schreibt er über gutes Essen und Trinken in Donostia-San Sebastián und dem Baskenland – mit Leidenschaft und Seele, immer aus erster Hand vor Ort. Mehr über Christian →


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