Bar Txepetxa ist das Mekka der Kantabrischen Anchoa in Donostia-San Sebastián. Seit 1972 dreht sich in der Arrandegi Kalea 5 alles um einen einzigen Fisch: den Boquerón aus dem Kantabrischen Meer, mariniert nach einer Familienrezeptur, die in einem Notariatstresor liegt. Keine andere Pintxo-Bar der Altstadt hat sich so radikal auf eine Zutat fokussiert – und ist damit international berühmt geworden. Mein Nachbesuch im Oktober 2026 hat es bestätigt: Bessere Anchoas wirst du kaum finden.
Aktualisiert am 7. Oktober 2026 nach meinem Nachbesuch – mit Antxoa Jardinera, Antxoa Oliva und aktuellen Preisen.
Bar Txepetxa auf einen Blick
- Name: Bar Txepetxa
- Spezialisierung: Kantabrische Anchoa (Boquerón marinado), über ein Dutzend Toppings
- Ideal für: die Pintxo-Runde durch die Parte Vieja und einen schnellen Stopp mit einem Glas Txakoli oder Sidra
- Empfohlene Pintxos: Anchoa Jardinera als Klassiker (Pimiento rojo & verde, Cebolla, zwei marinierte Boquerones auf geröstetem Brot), Antxoa Oliva, dazu Crema de Centollo, Foie y Compota und die Variante mit Heidelbeermarmelade
- Stadtteil: Parte Vieja – Arrandegi Kalea 5, nahe Hafen
- Betreiber: Familie Marañón, seit 1972 in dritter Generation
- Auszeichnungen: OAD Casual Europe 2023–2025, 1./2./3. Preis Pintxo-Wettbewerb 1997, Guía Repsol Solete
- Preisniveau: €€ – Anchoa-Pintxo 3,10 €, Glas Sidra 1,60 € (Stand Oktober 2026)
- Öffnungszeiten: Di 19:00–23:00 · Mi–Sa 12:00–15:00 & 19:00–23:00 · So 12:00–15:00 · Mo geschlossen
- Reservierung: nicht möglich – ausschließlich Walk-in
- Tipp: kurz nach der Öffnung kommen oder spontan rein, sobald ein Platz frei ist
- Adresse: Arrandegi Kalea 5, 20003 Donostia-San Sebastián
- Telefon: +34 943 42 22 27
- Zuletzt besucht: 7. Oktober 2026
Eine Bar, eine Zutat, eine Obsession
In der Parte Vieja von Donostia-San Sebastián stehen Pintxo-Bars Schulter an Schulter. Die meisten arbeiten mit einem breiten Repertoire: Jamón, Bacalao, Foie, Champis. Bar Txepetxa macht das Gegenteil. Die gesamte Theke, die in Form eines riesigen Boquerón gebaute Speisekarte, der Ruf, der Rhythmus des Hauses – alles kreist um die Kantabrische Anchoa.

Die Familie Marañón eröffnete die Bar 1972 mit vier Pintxos. Der Vater von Manu Marañón, der die Bar heute führt, verbrachte 40 Jahre damit, die Marinade zu perfektionieren. Nach einem beinahe fatalen Verkehrsunfall – bei dem die einzigen Hüter des Rezepts fast ums Leben kamen – wurde das Geheimnis am nächsten Tag beim Notar hinterlegt.
Das Geheimnis der Marinade
Boquerones en vinagre gibt es überall in Spanien. Die Boquerones des Txepetxa sind etwas anderes: weicher, zarter in der Farbe, tiefer und vielschichtiger im Geschmack. Die Anchoas stammen aus dem Kantabrischen Meer, die Rezepturen haben ihren Ursprung in den Küstenorten Zumaia und Getaria – und Manu Marañón ist neben dem Notar der einzige Mensch, der das finale Rezept kennt.
Die Pintxos: eine Anchoa, zwölf Welten
Die fischförmige Holztafel listet ausschließlich Toppings zur Anchoa auf. Jeder Pintxo: geröstetes Weißbrot, marinierte Boquerones, dazu eine der Kombinationen – Jardinera (Pimiento, Cebolla, der Klassiker), Crema de Centollo (Seespinne, Liebling von Martín Berasategui), Coco (Kokosnuss, Juan Mari Arzaks Favorit), Foie y Compota, Mermelada de Arándanos, Papaya, Salmón und weitere.

Auszeichnungen und internationale Bekanntheit
1997 gewann Bar Txepetxa beim ersten Pintxo-Wettbewerb der Stadt den ersten, zweiten und dritten Preis gleichzeitig – ein Rekord, der bis heute nicht gebrochen wurde. OAD listet Txepetxa seit Jahren in der Casual-Europe-Auswahl, die Guía Repsol verlieh den Solete. Condé Nast Traveler, The Guardian, GQ und Vogue haben berichtet. Grant Achatz und Andoni Luis Aduriz saßen gemeinsam an dieser Theke.
Txepetxa als Stopp auf der Pintxo-Runde
Bar Txepetxa liegt in der Arrandegi Kalea 5, einer schmalen Gasse der Altstadt zwischen Kathedrale und Hafen. Gleich nebenan in der Arrandegi Kalea 2 serviert das Tamboril seinen berühmten Champignon-Pintxo. Wer die Anchoas gekostet hat, ist außerdem in wenigen Schritten bei Ganbara, Casa Urola oder – zum Abschluss mit Käsekuchen – bei La Viña.
🗣️ Mein Eindruck vor Ort
Txepetxa ist für mich die konsequenteste Pintxo-Bar der Parte Vieja: ein ganzes Lokal, das sich seit über 50 Jahren nur einer Zutat verschreibt – der marinierten Kantabrischen Anchoa. Diese Boquerones sind zart, mild und vielschichtig, weit weg von den essigsauren Versionen, die man sonst in Spanien bekommt.
Ich beginne immer mit der Jardinera, dem Klassiker, und traue mich dann an die wilderen Toppings: Crema de Centollo, Foie y Compota, sogar Heidelbeermarmelade – Kombinationen, die seltsam klingen und perfekt funktionieren. Ein, zwei Anchoas und ein Glas dazu: genau so soll Parte Vieja schmecken.
Nachtrag
🔄 Neu probiert · Oktober 2026
Am 7. Oktober 2026 war ich wieder in der Bar Txepetxa. Mein Rat: Wenn du an der Bar vorbeikommst und an der Theke oder an den Tischen einen freien Platz siehst, nutze die spontane Chance, geh hinein und bestell dir eine oder zwei der unverschämt leckeren Anchoas. Bessere wirst du kaum finden. Enjoy!
Antxoa Jardinera und Antxoa Oliva – je 3,10 €. Der Klassiker mit Pimiento und Zwiebel und die Variante mit Olive, dazu ein Glas Sidra (1,60 €).
Praktische Infos & Kontakt
📍 Bar Txepetxa, Arrandegi Kalea 5, 20003 Donostia-San Sebastián | Tel.: +34 943 42 22 27 | bartxepetxa.es
🕐 Öffnungszeiten
| Montag | Geschlossen |
| Dienstag | 19:00 – 23:00 Uhr |
| Mittwoch – Samstag | 12:00 – 15:00 & 19:00 – 23:00 Uhr |
| Sonntag | 12:00 – 15:00 Uhr |
Keine Reservierung möglich. Zeiten können sich ändern – vor dem Besuch prüfen. Stand: Oktober 2026.
🗺️ Lage & Anfahrt
Zu Fuß: Mitten in der Parte Vieja, in einer schmalen Gasse zwischen Kathedrale und Hafen – wenige Gehminuten von der Plaza de la Constitución.
Öffentlich: Die Stadtbusse halten am Boulevard am Rand der Altstadt.
Auto & Parken: Die Parte Vieja ist weitgehend autofrei. Am besten parkst du in einem der Parkhäuser am Rand der Altstadt und gehst zu Fuß weiter.
Weitere passende Empfehlungen in der Parte Vieja
Ganbara – Saisonale Pintxos-Ikone in der Parte Vieja
La Viña – Der Original Basque Burnt Cheesecake
Casa Urola – Pintxos Bar & Restaurant in der Parte Vieja
Bar KBZÓNa – Kreative Pintxos in der Parte Vieja
Iraeta Taberna – Traditionelle Pintxos Bar seit 1934
Bar Tamboril – Champignon-Pintxo-Klassiker, nur wenige Schritte entfernt
Häufige Fragen zur Bar Txepetxa
Was ist das Besondere an der Bar Txepetxa?
Bar Txepetxa hat sich seit 1972 ausschließlich auf die Kantabrische Anchoa spezialisiert. Das Alleinstellungsmerkmal ist eine geheime Marinade, deren Rezept notariell hinterlegt ist. Die Boquerones sind dadurch zart und mild statt essigsauer. 1997 gewann Txepetxa beim ersten Pintxo-Wettbewerb der Stadt den ersten, zweiten und dritten Preis gleichzeitig.
Wann hat die Bar Txepetxa geöffnet?
Dienstag von 19:00 bis 23:00 Uhr, Mittwoch bis Samstag von 12:00 bis 15:00 Uhr und von 19:00 bis 23:00 Uhr, Sonntag von 12:00 bis 15:00 Uhr. Montag ist Ruhetag.
Was kostet ein Pintxo in der Bar Txepetxa?
Ein Anchoa-Pintxo kostet 3,10 € (Stand Oktober 2026) – so viel habe ich bei meinem Nachbesuch für die Jardinera und die Oliva bezahlt. Ein Glas Sidra kostet 1,60 €. Bezahlt wird am Ende an der Theke, Kartenzahlung ist möglich.
Muss man in der Bar Txepetxa reservieren?
Nein, reservieren kann man nicht – die Bar Txepetxa arbeitet ausschließlich mit Walk-in. Am besten kommst du kurz nach der Öffnung, danach füllt sich die kleine Bar in der Arrandegi Kalea schnell. Wer im Vorbeigehen einen freien Platz sieht, sollte die Chance spontan nutzen.
Welcher Pintxo ist der beste im Txepetxa?
Der Klassiker ist die Jardinera mit Pimiento und Zwiebel, bei meinem Nachbesuch im Oktober 2026 hatte ich dazu die Oliva – beide für 3,10 €. Für Experimentierfreudige gibt es Crema de Centollo, Martín Berasateguis Liebling, Foie y Compota oder die überraschend harmonische Mermelada de Arándanos. Juan Mari Arzaks Favorit ist der Coco-Pintxo.
Wie bekommt man in der Bar Txepetxa einen Platz?
Die Bar in der Arrandegi Kalea ist klein und oft voll. Mein Tipp: Wenn du beim Bummel durch die Parte Vieja vorbeikommst und an der Theke oder an einem der Tische einen freien Platz siehst, nutze die spontane Chance und geh hinein. Kurz nach der Öffnung sind die Aussichten am besten.
Über den Autor
Christian ist Weinhändler und Foodblogger. Auf Gozatu! schreibt er über gutes Essen und Trinken in Donostia-San Sebastián und dem Baskenland – mit Leidenschaft und Seele, immer aus erster Hand vor Ort. Mehr über Christian →


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