Roadtrip Baskenland: 7 Tage von San Sebastián über Bilbao in die Rioja Alavesa

Blick auf San Juan de Gaztelugatxe mit Felseninsel, Treppenweg und Kapelle an der baskischen Küste

Das Baskenland ist wie gemacht für einen Roadtrip: kurze Wege, eine Küstenstraße mit Blick auf den Atlantik, Fischerdörfer, die Weinberge der Rioja Alavesa und zwei Städte, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Diese Route startet und endet in Donostia-San Sebastián und führt in sieben Tagen über Getaria und die Flysch-Küste nach Bilbao, weiter nach Vitoria-Gasteiz und in die Rioja Alavesa. Mit Etappen, Entfernungen und allem, was du als Selbstfahrer wissen musst – von Maut bis Umweltzone.

Roadtrip Baskenland – auf einen Blick

  • Dauer: sieben Tage, als Rundreise ab und bis Donostia
  • Strecke: rund 450 Kilometer, keine Etappe länger als zwei Stunden reine Fahrzeit
  • Route: Donostia – Getaria – Zumaia – Lekeitio – Urdaibai – Gaztelugatxe – Bilbao – Vitoria-Gasteiz – Laguardia – Donostia
  • Beste Reisezeit: Mai, Juni, September und Oktober
  • Maut: Autobahn AP-8 an der Küste mautpflichtig, Küstenstraßen frei
  • Umweltzonen: in Donostia und Bilbao – ausländische Fahrzeuge vorab prüfen und gegebenenfalls anmelden
  • Mietwagen: am besten ab Flughafen Bilbao oder vor Ort in Donostia
TagEtappeStrecke
Tag 1Donostia – Pasaia – Hondarribia – Donostiarund 50 km
Tag 2Donostia – Orio – Zarautz – Getariarund 30 km
Tag 3Getaria – Zumaia – Deba – Lekeitiorund 50 km
Tag 4Lekeitio – Elantxobe – Mundaka – Gernika – Gaztelugatxe – Bilbaorund 90 km
Tag 5Bilbao–
Tag 6Bilbao – Vitoria-Gasteiz – Laguardiarund 110 km
Tag 7Laguardia – Donostiarund 140 km

Entfernungen gerundet. Auf den Küstenstraßen brauchst du deutlich länger, als die Kilometer vermuten lassen.

Tag 1: Pasaia und Hondarribia

Der erste Tag bleibt nah an Donostia. Im Naturhafen Pasaia liegen zwei Welten nebeneinander: das Fischerdorf Pasai Donibane mit seiner einzigen Gasse direkt am Wasser und gegenüber Pasai San Pedro, verbunden durch eine kleine Fähre. Weiter geht es nach Hondarribia an der Grenze zu Frankreich – ummauerte Altstadt mit bunten Balkonen, dazu das Fischerviertel La Marina, in dem sich die Pintxos-Bars aneinanderreihen, etwa die Bar Sardara. Abends zurück nach Donostia.

Terrasse mit Blick auf die Bucht von Pasaia in Pasai Donibane
Pasai Donibane: Blick über die Bucht von Pasaia.
Iglesia de Santa María de la Asunción y del Manzano in Hondarribia
Hondarribia: die Kirche Santa María de la Asunción y del Manzano in der Altstadt.

Tag 2: Orio, Zarautz und Getaria

Jetzt geht es an der Küste nach Westen. In Orio, dem Ruderdorf an der Mündung des Oria, lohnt ein Kaffee am Hafen. Das mondäne Zarautz hat den längsten Strand der Region und eine lebendige Surfszene.

Blick über den Fluss Oria auf Orio im Baskenland
Orio: Blick über den Río Oria auf das Ruderdorf.
Blick vom Talaimendi auf Zarautz und die baskische Küste
Blick vom Talaimendi auf Zarautz und seinen langen Strand.

Ziel des Tages ist Getaria: das Fischerdorf auf der Halbinsel, Heimat des Txakoli und der Grillkunst. Hier wird Steinbutt über Holzkohle gegart, etwa im Balearri, und an den Hängen über dem Meer wachsen die Reben für den Txakoli – alles dazu im Txakoli-Beitrag.

Blick über den Hafen von Getaria mit Fischerbooten und Marina an der baskischen Küste
Der Hafen von Getaria – Heimat von Txakoli und Grillfisch.

Tag 3: Flysch-Küste und Lekeitio

Der dritte Tag gehört der Erdgeschichte. In Zumaia ragen die Flysch-Klippen des UNESCO-Geoparks der Baskischen Küste wie Buchseiten aus dem Meer – Millionen Jahre Gesteinsschichten, am besten bei Ebbe zu sehen. Über Deba, das alte Walfängerdorf, führt die kurvige Küstenstraße weiter nach Lekeitio in der Provinz Bizkaia. Das Fischerstädtchen mit seiner gotischen Basilika und der kleinen Insel San Nicolás, die man bei Ebbe zu Fuß erreicht, ist ein idealer Ort für die Nacht.

Flysch-Klippen an der Küste von Zumaia im Baskenland
Die Flysch-Klippen von Zumaia im UNESCO-Geopark.

Tag 4: Urdaibai, Gaztelugatxe und Bilbao

Der längste Fahrtag ist auch der abwechslungsreichste. Über Elantxobe, das so steil am Hang klebt, dass Busse auf einer Drehscheibe wenden, geht es ins Biosphärenreservat Urdaibai. In Mundaka rollt eine der berühmtesten Wellen Europas an die Flussmündung, in Gernika erinnern Baum und Versammlungshaus an die baskische Selbstverwaltung – und an die Bombardierung von 1937, die Picasso berühmt gemacht hat.

Baum von Gernika, Gernikako Arbola, in Gernika-Lumo
Der Baum von Gernika, Symbol der baskischen Selbstverwaltung.

Wer vorher oder nachher in Donostia ist, findet den Baum auch im San Telmo Museum wieder: Eine der großen Leinwände in der Museumskirche, „Pueblo de libertad“ (Volk der Freiheit), ist dem Baum von Gernika als Symbol der baskischen Freiheiten gewidmet. Zu seinen Füßen liegt der Fuero von Bizkaia, in den Ästen sprengt eine Frauenfigur ihre Ketten. Auch die jüngere Geschichte trägt den Namen des Ortes: Das Statut von Gernika, über das im Oktober 1979 abgestimmt wurde, begründete die Autonome Gemeinschaft aus Álava, Gipuzkoa und Bizkaia.

Am Nachmittag steht der Höhepunkt der Küste an: San Juan de Gaztelugatxe, die Felseninsel mit der Kapelle und 241 Stufen. In der Hauptsaison brauchst du dafür eine kostenlose Online-Reservierung, alle Details stehen im Beitrag. Am Abend erreichst du Bilbao.

Blick auf die baskische Steilküste bei San Juan de Gaztelugatxe
Die Steilküste bei San Juan de Gaztelugatxe.

Tag 5: Bilbao

Den fünften Tag verbringst du ohne Auto. Stell den Wagen in ein Parkhaus und erkunde Bilbao zu Fuß und mit der Metro: das Guggenheim-Museum mit Puppy und Maman, die Uferpromenade an der Ría und die Siete Calles der Altstadt Casco Viejo mit ihren Pintxos-Bars. Was die Stadt ausmacht, steht im Beitrag Bilbao: Altstadt Casco Viejo, Ría und die Wiedergeburt einer Stadt. Für die Kaffeepause bietet sich das Café Iruña an den Albia-Gärten an, für klassische Bilbaíner Küche Los Fueros in der Altstadt.

Außenansicht des Guggenheim Museums Bilbao mit der Puente de La Salve
Bilbao: das Guggenheim an der Ría, daneben die Puente de La Salve.
Plaza Nueva im Casco Viejo von Bilbao im Baskenland
Die Plaza Nueva mit ihren Arkaden im Casco Viejo von Bilbao.

Tag 6: Vitoria-Gasteiz und die Rioja Alavesa

Von der Küste geht es ins Landesinnere. Vitoria-Gasteiz, die gechillte Hauptstadt des Baskenlandes, überrascht mit einer mittelalterlichen Oberstadt, grünen Parks und einer entspannten Pintxos-Szene. Am Nachmittag fährst du über die Sierra de Cantabria hinunter in die Rioja Alavesa. Hier wechselt die Landschaft komplett: statt grüner Hügel ein Meer aus Reben, dazwischen Dörfer auf Anhöhen. Übernachte in Laguardia, der mittelalterlichen Weinstadt mit den Calados unter den Gassen. Zum Abendessen geht es ins SVGAR – Txuleta vom Grill und eine Karte voller Naturweine.

Pflanzen-Schriftzug Vitoria-Gasteiz auf der Plaza de la Virgen Blanca
Vitoria-Gasteiz: der bepflanzte Schriftzug auf der Plaza de la Virgen Blanca.
Bodegas Ysios bei Laguardia vor der Sierra de Cantabria
Rioja Alavesa: die Bodega Ysios unterhalb von Laguardia.

Tag 7: zurück nach Donostia

Am letzten Tag bleibt Zeit für eine Weinprobe am Vormittag. Zwei Winzer der Rioja Alavesa habe ich auf Gozatu! porträtiert: die Mikrobodega Sierra de Toloño und Tentenublo von Roberto Oliván – Besuche immer vorher anfragen. Danach geht es in knapp zwei Stunden zurück nach Donostia. Wer es ruhiger angehen will, fährt über Tolosa oder Ordizia und nimmt einen der großen Wochenmärkte mit – mittwochs ist Ordizia, samstags Tolosa. In Tolosa lohnt dazu ein Mittagessen im Casa Julián. Und wer auf der Rückfahrt noch Hunger hat, macht Halt in Astigarraga, dem Apfeldorf vor den Toren der Stadt.

Steinpilze und Trüffel auf dem Markt in Tolosa
Steinpilze und Trüffel auf dem Samstagsmarkt in Tolosa.

Praktisches für Selbstfahrer

Die Autobahn AP-8 entlang der Küste ist mautpflichtig, die Küstenstraßen und die meisten Landstraßen sind frei. Die Küstenstraßen sind schmal und kurvig, vor allem zwischen Deba und Lekeitio und rund um Urdaibai – plane großzügig Zeit ein. In den Dörfern ist Parken im Sommer knapp; am besten stellst du das Auto am Ortsrand ab und gehst zu Fuß hinein.

Achtung Umweltzonen: Donostia hat im Stadtzentrum eine Zone mit geringen Emissionen, die rund um die Uhr gilt. Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen müssen vor der Einfahrt kostenlos angemeldet werden – sonst droht ein Bußgeld. In Bilbao gilt die Umweltzone in Abando und Indautxu, werktags von 7 bis 20 Uhr. Für Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen gibt es dort ein eigenes Register; die Anmeldung ist bis zwei Tage nach der Einfahrt möglich. Prüfe vor der Reise auf den Seiten der Städte, ob dein Auto betroffen ist. Tipps zum Parken in Donostia stehen im Beitrag Parken in San Sebastián.

🗣️ Mein Eindruck vor Ort

Für mich ist diese Route die beste Art, das Baskenland in einer Woche kennenzulernen: Fischerdörfer und Atlantik, Steinbutt vom Grill in Getaria, Pintxos in Bilbao und zum Schluss die Weinberge der Rioja Alavesa. Mein Rat: Nimm die Küstenstraßen statt der Autobahn, plane mehr Zeit ein, als das Navi anzeigt, und lass das Auto in Bilbao einen Tag stehen.


Häufig gestellte Fragen zum Roadtrip durchs Baskenland

Wie viele Tage braucht man für einen Roadtrip durchs Baskenland?

Sieben Tage sind ideal für die Rundreise ab Donostia über die Küste nach Bilbao, weiter nach Vitoria-Gasteiz und in die Rioja Alavesa. Die Strecke umfasst rund 450 Kilometer, keine Etappe dauert länger als zwei Stunden reine Fahrzeit. Mit fünf Tagen schaffst du die Küste bis Bilbao, musst aber auf das Landesinnere verzichten.

Ist die Autobahn im Baskenland mautpflichtig?

Die Autobahn AP-8 entlang der Küste zwischen der französischen Grenze und Bilbao ist mautpflichtig. Die Küstenstraßen und die meisten Landstraßen sind dagegen frei. Für einen Roadtrip lohnen sich ohnehin die Küstenstraßen, weil sie durch die Fischerdörfer führen und die schönsten Ausblicke bieten.

Muss ich mein Auto für Umweltzonen im Baskenland anmelden?

In Donostia müssen Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen vor der Einfahrt in die Umweltzone im Stadtzentrum kostenlos angemeldet werden, die Zone gilt rund um die Uhr. In Bilbao gilt die Umweltzone in Abando und Indautxu werktags von 7 bis 20 Uhr; für ausländische Fahrzeuge gibt es ein eigenes Register, die Anmeldung ist bis zwei Tage nach der Einfahrt möglich. Die aktuellen Regeln stehen auf den Seiten der Städte.

Wo mietet man am besten ein Auto für das Baskenland?

Am Flughafen Bilbao, wo alle großen Vermieter vertreten sind, oder vor Ort in Donostia. Wer in Bilbao landet, kann die Rundreise dort beginnen und die Etappen entsprechend verschieben. Für die engen Küstenstraßen und Dorfparkplätze ist ein kleineres Auto von Vorteil.

Welche Orte sollte man an der baskischen Küste nicht verpassen?

Getaria mit Txakoli und Grillfisch, die Flysch-Klippen von Zumaia, das Fischerstädtchen Lekeitio, Mundaka im Biosphärenreservat Urdaibai und die Felseninsel San Juan de Gaztelugatxe. Dazu kommen Hondarribia mit seiner Altstadt und Pasaia mit dem Fischerdorf Pasai Donibane nahe Donostia.

Wann ist die beste Reisezeit für einen Roadtrip im Baskenland?

Mai, Juni, September und Oktober. Dann ist das Wetter meist gut, die Straßen sind frei und die Parkplätze in den Küstenorten nicht überfüllt. Im Juli und August wird es an der Küste voll, Unterkünfte sind teurer und Gaztelugatxe ist nur mit Reservierung zugänglich.


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Christian Fenske, Weinhändler & Foodblogger von Gozatu!

Über den Autor

Christian ist Weinhändler und Foodblogger. Auf Gozatu! schreibt er über gutes Essen und Trinken in Donostia-San Sebastián und dem Baskenland – mit Leidenschaft und Seele, immer aus erster Hand vor Ort. Mehr über Christian →

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